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Ötzi im Werdenfels: Jürgen Vogel marschiert in seiner Rolle als Kelab durch die Asamklamm bei Farchant. 

Regisseur und Mumien-Experte vor Ort

Premiere in Garmisch-Partenkirchen: Ötzi – getrieben von Gefühlen

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Es ist die berühmtestes Gletschermumie Europas. Jetzt hat  Felix Randau das Leben von „Ötzi“ auf die Kinoleinwand gebracht - mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle.

Garmisch-Partenkirchen– Die Gletscherschmelze hat die konservierte Leiche freigelegt. In der Nähe des Tisenjochs in den Ötztaler Alpen sind Wanderer aus Nürnberg 1991 schließlich auf die Mumie gestoßen. Ein verunglückter Bergwanderer. Davon ging man anfangs aus. „Fast hätte man ihn bestattet“, erzählt Dr. Albert Zink, Leiter des „Instituts für Mumien und den Iceman“ an der Europäischen Forschungsakademie in Bozen. Ein Professor zog damals im letzten Moment die Notbremse, weil er die Sensation erkannte. Es handelte sich um die heute berühmteste Gletschermumie Europas – den Ötzi. Ein Fund für die Geschichtsbücher. Ein Fund für die Kinoleinwand.

Rede und Antwort stehen Regisseur Felix Randau (l.) und Mumienforscher Dr. Albert Zink dem Publikum im Hochland-Kino.

Zum ersten Mal hat sich ein Regisseur und Drehbuchautor an das Mysterium herangetraut. In „Der Mann aus dem Eis“ versuchte Felix Randau, das Leben des Bergnomaden aus der Jungsteinzeit zu rekonstruieren. Ein Wagnis. Schließlich gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse darüber. An fiktiven Elementen kam er nicht vorbei, ansonsten orientierte sich Randau an der Forschung. Entstanden ist ein knapp 100-minütiges Drama, das eine Mumie zum Leben erweckt. Jetzt feierte es im Hochland-Kino in Garmisch-Partenkirchen Premiere.

Hauptdarsteller Jürgen Vogel mit starker Präsenz

Randau entwickelte aus den Eckdaten der Wissenschaft einen archaischen Abenteuerfilm. Kelab (Ötzi) ist der Anführer einer Großfamilie, dem es obliegt, den heiligen Schrein zu verwahren. Während er auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die Sippe massakriert. Kelab bricht auf, um die Mörder zu verfolgen. Sein Antrieb: Wut. Schmerz. Vergeltung.

Das Ende Ötzis kennt jeder. Er starb durch einen Pfeil, der auf ihn abgefeuert wurde. Spannung wird in dem Film aber nicht durch seinen Tod erzeugt oder durch blutige Szenen. Jürgen Vogel, der den Ötzi mit Zottelmähne und Kraut-und-Rüben-Bart verkörpert, packt das Publikum bei den Emotionen. Neben ihm verblassen selbst große Schauspieler wie Franco Nero. Seine Augen sind es, die Gefühle wie Verzweiflung, Zuversicht, Trauer und Rache transportieren. Selbst mit seiner Atmung gelingt ihm das. Den Blick von seinem Gesicht abzuwenden – kaum möglich. Selbst die imposante, schroffe Bergkulisse, darunter auch Aufnahmen aus der Partnach- und Asamklamm, in denen gut eine Woche gedreht wurde, kann Vogels physischer Kraft und Präsenz nicht das Wasser reichen.

Der Geniestreich von Randau war, auf Sprache zu verzichten. Zumindest so gut wie. Kelab drückt sich wenn, nur in einer Urform des Rätischen aus. „80 bis 90 Prozent der Sprache sind oft überflüssig“, sagt der Regisseur nach der Aufführung. In diesem Fall hat sich das bewahrheitet. „In einem Justizdrama wär’s was anderes“, scherzte er.

Randau hat mit dem „Mann aus dem Eis“ die „mythologische Figur aus unseren Breitengraden“ gefunden, die er jahrelang gesucht hatte und zufällig in einer alten Stern-Ausgabe auf einem Berliner Flohmarkt entdeckte. „Das war die Initialzündung.“ Gut, dass der Professor damals den Leichnam für die Nachwelt konservierte. 

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