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Kein Drüberkommen bei Grün: Weder Christina Fuchs mit Kinderwagen und Hund noch Senioren wie Hannelore Lück mit Rollator erreichen den Gehsteig bei Grün. Ursel Kössel (ganz hinten) überwacht den Testlauf. 

Für viele unüberquerbar

Und wieder rot! Das ist die „Problem-Ampel“ von Garmisch-Partenkirchen

Die extrem kurze Schaltung einer Fußgängerampel macht es unmöglich, die Hauptstraße innerhalb der Grünphase zu überqueren.

Garmisch-Partenkirchen – Hannelore Lück steht an der Fußgängerampel in der Garmisch-Partenkirchner Hauptstraße und wartet darauf, dass die Ampel umschaltet. Dass sie die gegenüber liegende Straßenseite nicht bei Grün erreichen wird, sondern höchstens bis zur Straßenmitte gelangt, weiß die Bewohnerin des nahen Seniorenheims aus Erfahrung: „Mit meinem Rollator schaffe ich das nicht, die Zeit ist viel zu kurz, um da rüber zu kommen.“ 

Ganze acht Sekunden

Kein Wunder, denn die Straße ist vierspurig. Den Fußgängern bleiben ganze acht Sekunden, um auf die andere Seite zu gelangen. Wie Lück geht es nicht allein alten Menschen, sondern auch den Jüngeren.

Zu ihnen zählt Christina Fuchs. Die junge Mutter erreicht mit ihrer zehn Monate alten Tochter Lilly im Kinderwagen und ihrem Hund Hiko an der Leine ebenfalls kaum die Mitte der Hauptstraße, wenn das Stopp-Signal für Fußgänger erscheint. Sie muss hasten, wenn sie den Gehsteig erreichen will, bevor die Autos wieder fahren dürfen: „Auch die Eltern, die ihre Kinder aus dem Kindergarten in der Jahnstraße abholen, müssen hier über die Straße und kennen das Problem.“

Mittenwalder Straße: Kehrt die ungeliebte Ampel zurück (merkur.de)

„Der Autoverkehr zählt mehr als der Mensch“

Seniorenreferentin Ursel Kössel (CSB), die den „Testlauf“ initiiert hat, zeigt sich bestürzt über die Situation. „Es ist unverständlich, dass in einem Kurort der Autoverkehr mehr zählt als der Mensch“, betont die Seniorenreferentin im Gemeinderat. „Hier sieht man, wie wichtig die Realisierung des Wanktunnels ist.“

Martin Dondl vom Staatlichen Bauamt Weilheim weist auf die Notwendigkeit einer zeitlich aufeinander abgestimmten Schaltung der Ampeln hin. „Unser Ziel ist eine ,Grüne Welle‘ auf der Hauptstraße.“ Daher könne man, einzelne Ampeln nicht länger schalten. Die Lichtsignale für Fußgänger und Autofahrer seien so eingerichtet, dass sich die Rotphasen zeitlich überschneiden. Diese Zeitspanne ist aber so berechnet, dass Personen selbst nach dem Umschalten der Fußgängerampel von Grün auf Rot die Straße noch gefahrlos zu Ende überqueren könnten, bevor die Autos wieder anfahren dürfen.

Überall Stolperfallen: Hier besteht bedarf in Garmisch-Partenkirchen (merkur.de)

Allerdings stellt Dondl eine Optimierung der Situation in Aussicht: Im März wird im Bauausschuss der Marktgemeinde über ein vom Staatlichen Bauamt geplantes Projekt zur Sanierung von Kreuzungen in Garmisch-Partenkirchen beraten. „Bei der Umsetzung werden wir natürlich auch die Verlängerung der Grünphase für Fußgänger berücksichtigen“, unterstreicht der Mitarbeiter der Behörde. Zudem sei in diesem Rahmen auch die Barrierefreiheit an den Übergängen ein wichtiges Anliegen.

Stefan Gernboeck

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