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Tollkühner Sprung auf der Baustelle: Der Freerunning- und Parkour-Profi Amadei Weiland, wie der Bau der „Moun10- Jugendherberge“ in Garmisch-Partenkirchen voranschreitet.

Pfiffige PR-Aktion vor der Eröffnung

Profi-Sportler steigen heimlich ins neue Hostel ein - das steckt dahinter

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Noch sind die Bauarbeiten in vollem Gang. Noch dauert es, bis die neue „Moun10-Jugendherberge“ in Garmisch-Partenkirchen eröffnet wird. Drei Sportler haben sich schon einmal reingeschlichen und alles unter die Lupe genommen. Heimlich – so suggerieren’s zumindest die Videos.

Garmisch-Partenkirchen – Der Bauzaun interessiert ihn nicht. Auch Verbotsschilder ignoriert Amadei Weiland. Der Berliner Freerunning- und Parkour-Profi hat nur ein Ziel: das Dach der neuen Moun10-Jugendherberge in Garmisch-Partenkirchen. Um das zu erreichen, marschiert er einfach hinein in den Rohbau ohne Fenster und Elektrizität. Er ist nicht der Einzige, der sich über alles hinwegsetzt und die Baustelle auf dem Bahnhofsareal auf eigene Faust erkundet. „Ganz spontan“, mit leichtem Gepäck ist auch Sven Kueenle angereist, um den Powder-Alarm auf der Zugspitze auszukosten. Klammheimlich schleicht sich der Freeskier in die Jugendherberge. Monate vor der offiziellen Eröffnung. Vom Komfort, der die Gäste ab Dezember erwartet – keine Spur. Eine Isomatte muss dem Stuttgarter reichen. Da hat’s der zweite Übernachtungsgast wesentlich bequemer. Ein paar Euro-Paletten werden zum Bett. Und, welch’ Wunder, im Rohbau entdeckt Snowboarder Marco Smolla auch eine Matratze. Nach einem Tag am Kreuzeck perfekt für sein müdes Haupt. „G’schlafen hab’ ich schon mal super“, verrät der Münchner nach der Nacht auf der Baustelle mit breitem Grinsen.

Das etwas andere Bautagebuch

Die drei Sportler sind allerdings kein Fall für die Polizei. Ihr vermeintlich unbefugtes Eindringen geschah mit voller Absicht. Und vor allem mit Erlaubnis der Hausherren. „Wir nennen’s das etwas andere Bautagebuch“, erklärt Isabelle von der Reith, Sprecherin des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk. „Damit erkunden wir neue Wege, wie man Social Media schon früh bei der Entstehung und dem Bau nutzen kann. So wird der Gast von Anfang an in das Geschehen einbezogen und kann eine Beziehung zu den Geschichten aufbauen.“ Neben Videos, diedie „Einbrecher“ in Aktion zeigen, engagierten die Betreiber zwei Social-Media-Botschafter aus Garmisch-Partenkirchen, die das Haus und die Marktgemeinde aus ihrer Sicht vorstellen – von Restauranttipps, besonderen Wanderwegen bis hin zu den schönsten Aussichtsplattformen. So macht das Jugendherbergswerk in den kommenden Monaten Lust auf sein neues Objekt.

So soll das Hostel ausschauen, das im Dezember 2018 eröffnet wird.

Das Hostel ist das erste Gebäude, das auf dem Areal zwischen Lagerhausstraße und Bahngleisen entsteht. Noch laufen die Arbeiten am Gebäude, „mit der Innenausstattung beginnen wir ab Ende August“, sagt von der Reith. Ab Dezember bietet die neue Jugendherberge den Besuchern – insgesamt können 200 dort übernachten – moderne Zwei-, Vier- und Sechs-Bett-Zimmer mit eigenen Bädern, einem kreativen Lounge-Bereich mit Bar, eine große Außenterrasse im obersten Stockwerk sowie eine Sauna mit verglaster Außenfront und exklusivem Blick aufs Wettersteinmassiv.

Weitere PR-Aktionen geplant

Die zentrale Lage mit seiner perfekten Anbindung an Fernbus und Deutsche Bundesbahn wie auch der kurze Weg zur Bayerischen Zugspitzbahn seien bei der Standortwahl ausschlaggebend gewesen, erinnert sich Andreas Schamberger. Der Prokurist der FH Innova GmbH muss es wissen. Er begleitet die Erschließung des 10 000 Quadratmeter zwischen Bahnhofsplatz, Lagerhausstraße und den Gleisen von Anfang an mit. „Entsprechend haben die Teilnehmer der Erstklausur zur Projektentwicklung im Herbst 2013 dort die Umsetzung eines Hostels für junge, aktive Gäste erarbeitet.“ Mit dem Deutschen Jugendherbergswerk wurde auch gleich der perfekte Partner gefunden – zunächst für 25 Jahre. „Das ist das erste Mal, dass sie so etwas machen“, sagt FH-Geschäftsführer Franz Hummel. Aber das künftige Hostel passt ihm zufolge hervorragend ins Konzept der künftigen Betreiber, die daneben weiterhin an der Jugendherberge in Burgrain festhalten. „Dort sollen vor allem Schulklassen und Gruppen untergebracht werden, am Bahnhof dagegen Familien und Einzelpersonen.“

Die bekommen in den kommenden Monaten immer wieder Appetitmacher auf „Moun10“ serviert – unter anderem von Kletterern, Stand-Up-Paddlern, Mountainbikern und vielen mehr. „Die Kampagne ist aber mit Eröffnung des Hauses nicht abgeschlossen“, verrät von der Reith. „Die Sportler werden auch in Zukunft in das Angebot für Gäste einbezogen.“

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