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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Als Laura Dahlmeier beim vierten Schießen ohne Fehler bleibt, brechen bei den etwa 100 Zuschauern im Garmisch-Partenkirchner Olympiahaus alle Dämme.

SCP-Athletin holt zweites Gold bei Olympia

Der Landkreis jubelt für Dahlmeier: „Die Laura ist einfach eine von uns“

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Rund 100 Zuschauer verfolgten beim Public Viewing im Garmisch-Partenkirchner Olympiahaus den zweiten Gold-Lauf von Laura Dahlmeier. SCP-Chef Michael Maurer übermannten im Moment des großen Erfolgs die Emotionen. Für mächtig Stimmung sorgten vor allem ihre kleinsten Fans.

Garmisch-Partenkirchen – Michael Maurer war den Tränen nahe. Mit glasigen Augen stand er da. Ganz ruhig blieb er. Während um ihn herum im Garmisch-Partenkirchner Olympiahaus die große Siegesparty begann, schüttelte der Chef des SC Partenkirchen nur ungläubig den Kopf. „Für das, was ich gerade an Glücksgefühlen empfinde, fehlen mir die Worte“, sagte er. Soeben hatte SCP-Athletin Laura Dahlmeierihren zweiten Olympiasieg perfekt gemacht. „Das ist einfach unglaublich. Ich kann nur sagen, dass ich es der Laura wirklich von ganzem Herzen gönne.“

Rund eine Stunde zuvor war die Stimmung in dem Gasthaus am Skistadion noch deutlich angespannter. Allerdings nicht ausschließlich wegen der Aufregung vor Dahlmeiers Auftritt in der Verfolgung. Vielmehr machte die Technik Probleme. Die Helfer des Laura-Fanclubs sowie einige vom SCP schafften es erst einmal nicht, das Live-Bild vom Laptop auf die eigens aufgestellte Leinwand zu übertragen. Nicht so schlimm, schließlich hatte Christina Dahlmeier-Weigelt, Tante der Sport-Heldin und Vorsitzende des Fanclubs, nach dem Olympiagold ihrer Nichte das Public Viewing sehr spontan organisiert. In der Not musste es dann halt anders gehen. Pünktlich zu den ersten Stockschüben der Garmisch-Partenkirchnerin lief zumindest ein Fernseher. Die Fans waren zufrieden. „Hauptsach’ mir seng unser Laura“, rief einer der circa 100 Zuschauer. Und das war ja das Wichtigste.

Große Augen machen diese drei jungen Laura-Fans, als das Rennen in die entscheidende Phase geht.

Dass Dahlmeier eine Persönlichkeit ist, die es schafft, alle Altersklassen zu begeistern und für sich und ihren Sport zu vereinnahmen, bewies ein Blick ins Publikum: Neben Fanclub-Mitgliedern und der SCP-Führungsriege war eine Gruppe des Bewegungskindergartens Oberammergau gekommen, um die Biathletin zu ihrem nächsten Coup zu brüllen. Die Verbundenheit zu Dahlmeier rührt aus einer Aktion von vor drei Jahren, wie Leiterin Heidi Herzog erzählte. Damals organisierte Dahlmeier einen Gaudi-Biathlon, um die Kleinen für den Wintersport zu gewinnen. Die Kinder zahlten es ihr gestern in Form von leidenschaftlicher Unterstützung zurück: In Faschingskostümen verkleidet und mit Goldmedaillen um den Hals sorgten sie für ordentlich Stimmung. Laura-Sprechchöre inklusive. Das freute auch Maurer, der die Wettkämpfe des Biathlon-Stars sonst lieber in Ruhe auf dem heimischen Sofa verfolgt. „Zu sehen, mit welchem Enthusiasmus die Kleinen dabei sind, ist schon super.“

Dahlmeiers Charakterstärke imponiert

Während des Rennens, in dem Dahlmeier durchgehend auf den ersten beiden Plätzen zu finden war, wuchs der Glaube an das nächste Gold bei den Fans minütlich. Spätestens als die 24-Jährige beim vierten Schießen ohne Fehler blieb und sich mit gehörigem Vorsprung auf die Schlussrunde begab, brachen alle Dämme. Maurer ballte beide Fäuste und schrie ein lautes „Jawoi“ heraus. Beim Zieleinlauf schunkelte und sang der halbe Saal. „Immer wieder – immer wieder – immer wiiiiieder SCP“, schallte es durchs Olympiahaus.

Wer verstehen will, warum Dahlmeier die Herzen in ihrer Heimat nur so zufliegen, muss sich mit der Person neben der Sportlerin beschäftigen. „Mit ihrer bescheidenen und liebevollen Art ist sie einzigartig“, sagt Maurer, der sie schon seit vielen Jahren kennt. „Und das schätzen die Leute einfach.“ Ihm imponiert vor allem ihre Charakterstärke. Dahlmeier habe schon immer eine ausgeprägte eigene Meinung gehabt. Dadurch sei sie zwar nicht immer ganz pflegeleicht, aber „man weiß, woran man bei ihr ist und kann sich auf ihr Wort zu 100 Prozent verlassen.“ Ein weiteres Wort, dass bei der Lobeshymne auf Dahlmeier oft fällt, ist „Heimatverbundenheit“. Dazu erzählt Maurer eine Anekdote: „Wir vom SCP haben allen unseren Spitzenathleten angeboten, dass wir ein privates Festl auf der Wetterstein-Hütte für sie und ihre Freunde organisieren. Die einzige, die es wahrgenommen hat, ist die Laura.“ Sie sei für Maurer der Prototyp des Werdenfelsers. „Einfach eine von uns.“

Alle Infos zu Olympia finden Sie im Live-Ticker.

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