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In Feierstimmung befindet sich das Radion-Oberland-Team: (v.l.) Stefan Winkler, Theresa Pritschow, Simon Fritzenschaft, Dennis Burk, Lara Grillmayer und Christoph Veit.

Die Quote entscheidet

Radio Oberland feiert: Sender produziert seit 25 Jahren ein Programm für Einheimische

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Mit Lokalnachrichten, Eishockey live, Mundart- und Volksmusik hat es Radio Oberland geschafft, 25 Jahre alt zu werden und sich am umkämpften Markt zu etablieren. Fast nichts mehr ist allerdings so wie zu Anfangszeiten. Vor allem die Technik hat sich komplett geändert.

Garmisch-Partenkirchen– Relikte aus einer anderen (Radio-)Zeit stehen in einem Regal im Büro von Dennis Burk. Bandmaschinen, Aufnahmegeräte, mit denen Radio-Journalisten vor 20 Jahren ihr Beiträge mitschnitten oder bearbeiteten. „Ich kann die nicht bedienen“, sagt Dennis Burk, Sendeleiter bei Radio Oberland, weil dort – wie überall – das Digital-Zeitalter Einzug gehalten hat –, er viel zu jung dafür ist und damit nie zu tun hatte. Passé deshalb auch die gängige Vorstellung, der Moderator kommt morgens mit einem Koffer voll CDs oder Vinylplatten ins Studio und legt jene Musik auf, die zum einem ihm und zum anderen den Hörern am besten gefällt. Burk kauft die Musikpläne bei einem externen Dienstleister ein und kann deshalb schon heute sagen, was in einem Monat zu einer bestimmten Uhrzeit bei Radio-Oberland, das heuer seit 25 Jahren besteht, über den Äther geht und aus den Lautsprechern dudelt. Schöne neue Radiozeit? „Ich kenne nichts anderes“, sagt Burk (38). „Es ist der ganz normale technische Fortschritt.“ Und er macht das (Arbeits-)Leben der Macher etwas einfacher.

25 Jahres sind im Radiogeschäft eine halbe Ewigkeit. Nach einem vierwöchigen Betriebsversuch 1987 ging Radio Oberland zum Jahreswechsel 1992/93 erstmals auf Sendung. Die Zielgruppe und das Hörerverhalten haben sich seit damals allerdings kaum verändert. Mit Nachrichten aus der Region, aktuellen Hits, Wetter und Blitzer-Meldungen, aber auch Mundart-Musik, versuchen die Macher, die inzwischen in einem Gebäude an der Olympiastraße in Garmisch-Partenkirchen sitzen, den Geschmack des Publikums zu treffen. Lokal, lokal lautet das Credo. „Der Hörer will wissen, was um die Ecke passiert“, meint Burk.

Stärkster Lokalsender südlich von München

Bespielt werden die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Teile von Starnberg, Bad Tölz und des Ostallgäus. Ein wichtiges Standbein: die Volksmusik. Radio Oberland ist verpflichtet, diese Stilrichtung zu senden. „Da hängt zum Teil unsere Lizenz dran“, sagt Burk, „aber wir machen das auch gerne. Wir produzieren ein Programm für die Einheimischen.“ Dieses Konzept kommt an. „Unser Stil ist ehrlich und bodenständig.“ Eines stehe aber auch fest. „Letztlich entscheidet die Quote“, erklärt Burk. „Mit 18 bis 20 Prozent sind wir gut dabei.“ Das war nicht immer so. In den vergangenen Jahren ging es allerdings stetig bergauf. „Wir können uns nicht beschweren. Es passt wieder.“ Einen großen Anteil daran trägt auch die Sendung „Powerplay“. Radio Oberland überträgt während der Eishockey-Saison live die Spiele des SC Riessersee (DEL2) und des EC Peiting (Oberliga).

Zahlen lügen nicht: Laut Funkanalyse 2017 hat Radio Oberland im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Die sogenannte Stundenreichweite steigerte sich von 9000 auf 12 000 Hörer. „Derzeit erreichen wir rund 50 000 Hörer“, sagt der Sendeleiter, der erst seit wenigen Jahren in verantwortlicher Position steht. Bei der Bekanntheit erzielt der Sender Burk zufolge einen „Spitzenwert“. 98 Prozent der Bevölkerung sei er ein Begriff. Radio Oberland habe sich wieder als stärkster Lokalsender südlich von München behauptet und seine Position noch ausgebaut.

Die marktbeherrschende Stellung gelang mit einer relativ kleinen Mannschaft. Bei Radio Oberland muss man eine Eier legende Wollmilchsau sein. Moderieren, Nachrichten schreiben, Social-Media-Kanäle bedienen. „Bei uns sollte man alles können“, sagt Burk.

Die Geburtstags-Party

von Radio Oberland steigt am Freitag, 4. Mai, ab 19 Uhr im Festzelt der Landesausstellung in Ettal. Zum 25-jährigen Bestehen des Lokalsenders gibt’s ein Konzert mit den Troglauern und Gringo Bavaria. Einlass ins Festzelt ist ab 18 Uhr. Karten gibt es nur bei Radio Oberland.

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