+
Bereit für die Radl-Demo: (v. l.) Ursel Kössel, Josef Ostler, Agnes Albrecht, Hans Sedlmaier und Franz Reindl von der Bürgerinitiative „2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“.

Bprgerinitiative „2 Tunnel“ hofft auf viele Teilnehmer

Radl-Demo für den Wanktunnel: Der stille Protest wird laut

  • schließen

Der Leidensdruck ist enorm – insbesondere bei den Anwohnern der Durchgangsstraßen in Garmisch-Partenkirchen. Das ist der Bürgerinitiative „2 Tunnel“ bewusst. Deshalb organisiert sie für Samstag, 21. Juli, eine Fahrrad-Demo. Mindestens eine Stunde lang geht nichts auf der B 2.

Garmisch-Partenkirchen – Die Banner hängen. Seit gut einem Jahr weisen gelbe Transparente an den Durchgangsstraßen darauf hin, dass Garmisch-Partenkirchen unter der Verkehrslast erstickt. Die Forderung ist eindeutig: „Wanktunnel jetzt“ steht auf denen entlang der Münchner-, Haupt- und Mittenwalder Straße. Das Pendant an der Burg- und Zugspitzstraße verlangt nach dem Kramertunnel – konkret dem schnellen Weiterbau der Umfahrung. Ein stiller Protest, der bislang wenig gebracht hat. Zum Frust der Anwohner und zur großen Enttäuschung der Bürgerinitiative „2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“, die seit 2002 für die Umfahrungen kämpft. Jetzt erhöht sie den Druck. Und legt am Samstag, 21. Juli, für gut eine Stunde den Verkehr auf der B 2 komplett lahm.

Als „familienfreundliche Radl-Demo“ kündigt Ursel Kössel das Vorhaben an. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Skistadion. Von dort geht es zum Kreisel am nördlichen Ortsausgang und zurück zum Rathausplatz. „Da werden wir mit Musik empfangen“, sagt die Vorsitzende der Bürgerinitiative, die sich diesen Posten mit Hans Sedlmaier teilt. Neben der Musikkapelle Partenkirchen, die für den zünftigen Rahmen sorgt, konnten sie und ihre Mitstreiter viele Kommunalpolitiker gewinnen. „Mit ihnen planen wir eine Podiumsdiskussion.“ Uwe Fritsch, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, „hat auch schon zugesagt und informiert über die aktuelle Planung“, verrät Kössel erfreut. Zudem wurden  Landtagsabgeordnete und Alexander Dobrindt (CSU), der die Belange des Landkreises im Bundestag vertritt, eingeladen.

Bürgerinitiative will ein deutliches Zeichen setzen

Der Demo blickt Franz Reindl gespannt entgegen. „Die Vollsperrung der B 2 an einem Samstagvormittag wird sicher heftig“, meint meint das Mitglied der Initiative. Dadurch wird ein deutliches Zeichen gesetzt. Eines, das weit über die Ortsgrenzen hinaus sichtbar ist. Es ist gut fünf Jahre her, dass „2 Tunnel“ zuletzt zu einer solchen Aktion aufgerufen hatte. Damals nahmen rund 500 Menschen an ihrem Protest teil und versammelten sich auf der Burgstraße, um für den Kramertunnel zu kämpfen. Gegen dessen Trasse hatte dann der Bund Naturschutz geklagt – und die Bürgerinitiative wartete ab. „Mutlosigkeit“ habe sich damals breitgemacht, erinnert sich Kössel. Damit ist Schluss, seit feststeht, dass die Garmischer Umfahrung weitergebaut wird. Jetzt gilt ihr volles Engagement dem Wanktunnel, der den Ortsteil Partenkirchen vom Durchgangsverkehr entlasten soll.

Und dafür gehen sie und die anderen Mitglieder auf die Straße. „Mit Hochdruck“, betont Sedlmaier. Er hofft, „dass sich möglichst viele Bürger beteiligen“. Das Garmisch-Partenkirchner Verkehrsproblem geht schließlich nicht nur die Anwohner an den Durchgangsstraßen an. „Es betrifft auch die Sicherheit der Kinder und die Luftqualität“, sagt Kössel. Und tangiert jeden, der in der Marktgemeinde unterwegs ist – sei’s im Auto oder Ortsbus, auf dem Fahrrad oder zu Fuß. „Der Leidensdruck müsste bei allen gleich hoch sein“, vermutet die „2 Tunnel“-Vorsitzende.

Luftballone sollen die Räder der Teilnehmer zieren

„Viele schimpfen“, betont Reindl. Das allein bringt wenig. Deshalb ruft der Präsident des Deutschen Eishockeybunds (DEB) alle Garmisch-Partenkirchner und auch die Bürger der umliegenden Dörfer auf, sich an der Radl-Demo zu beteiligen. Die Banner und Transparente liegen bereit. Auch die Kartons mit knallgelben Luftballonen, von denen jeder Radler einen an sein Gefährt binden soll, sind längst geliefert.

Jetzt brauchen nur noch genügend Teilnehmer kommen, die mitstrampeln, um die ungute Verkehrssituation endlich zu verbessern, findet Kössel. „Der Ort muss Flagge zeigen.“ Die Vertreter von „2 Tunnel“ machen’s vor.

Die Kundgebung unter dem Motto „Wanktunnel jetzt“

beginnt am Samstag, 21. Juli, um 10 Uhr auf dem Parkplatz am Skistadion in Garmisch-Partenkirchen. Das Landratsamt hat folgenden Streckenverlauf genemigt: Wildenauer-, Mittenwalder-, Haupt- und Münchner Straße zum Kreisel am nördlichen Ortsende und zurück zum Rathausparkplatz. Dort und am Partenkirchner Friedhof besteht zudem die Möglichkeit, sich der Demo anzuschließen. Das Ende der Kundgebung ist für etwa 12 Uhr angesetzt. „Aufgrund des Streckenverlaufs der Demonstration wird die B 2 in diesem Bereich von 10 bis circa 11 Uhr voll gesperrt“, kündigt Landratsamtssprecher Stephan Scharf an. In dieser Zeit ist mit Behinderungen zu rechnen. Bei der Kundgebung der Bürgerinitiative „2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen“ kommen am Anfang und Ende außerdem zwei Traktoren mit Bannern zum Einsatz.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eltern, aufgepasst! Das Tagblatt sucht die Babys des Jahres 2018
Babys sind wie Zucker: Süß, süß und nochmal süß. Deshalb wollen Ihren goldigen Nachwuchs sehen und auf Sonderseiten in der Zeitung veröffentlichen. 
Eltern, aufgepasst! Das Tagblatt sucht die Babys des Jahres 2018
Neues Eldorado für Großweiler Kinder
Viele Monate hatten die Großweiler Kinder keinen Spielplatz mehr im Dorf. Der Förderverein Tausendfüßler hat nun mit Hilfe der Gemeinde und mit viel ehrenamtlicher …
Neues Eldorado für Großweiler Kinder
Nach Drogenkonsum: Drei Oberammergauer auf Zerstörungstour
Einen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro haben drei junge Männer in Oberammergau verursacht. Das Trio erwartet nun ein umfangreiches Strafverfahren.
Nach Drogenkonsum: Drei Oberammergauer auf Zerstörungstour
Seniorenheim Unterammergau: Noch keine Entscheidung gefallen
Die Zeit wird knapp: Nur noch bis Monatsende läuft die Frist, damit sich Gemeinde und Investor beim geplanten Seniorenheim in Unterammergau einig werden. Die Kommune …
Seniorenheim Unterammergau: Noch keine Entscheidung gefallen

Kommentare