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Vor einem Jahr fand das Ende der Kundgebung ebenfalls auf dem Rathausplatz statt. Damals regnete es in Strömen, für kommenden Samstag sind tropischen Temperaturen vorhergesagt.

Aktion der 2-Tunnel-Initiative

Radl-Demo gegen den Stau in Garmisch-Partenkirchen

  • Peter Reinbold
    VonPeter Reinbold
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Das wird den zahlreichen Urlaubern, die sich am Samstag in die Ferien aufmachen, nicht gefallen. Sie werden rund um Garmisch-Partenkirchen mehrere Stunden lang im Stau stehen. Die Initiative 2 Tunnel für Garmisch-Partenkirchen veranstaltet eine Radl-Demonstration, um den Bau des Wanktunnels wieder verstärkt in den Blick der Politik zu rücken.

Garmisch-Partenkirchen – Niemand ist davor gefeit. Selbst eine Ministerin nicht. Kerstin Schreyer (CSU), Bayerns Chefin des Ressorts Familie, Arbeit und Soziales, kam zur Ehrung für Alfred Heinle am vergangenen Samstag fast eine Stunde zu spät. Sie stand im Stau. Erst auf der Autobahn 95, dann auf der B 2 zwischen Eschenlohe und Oberau und anschließend im Kriechverkehr in Partenkirchen. Und das trotz Blaulicht auf dem Dienstwagen; normalerweise ein Garant für freie Fahrt.

Die werden die zahlreichen Urlauber, in Bayern beginnen am kommenden Samstag die Sommerferien, die es in den Süden zieht, in der Region um Garmisch-Partenkirchen mit absoluter Sicherheit nicht haben. Sie werden im Stau stehen – noch mehr als sonst. Und das bei tropischen Temperaturen. Die 2-Tunnel-Initiative hat für Samstag, 10 Uhr, eine Radl-Demo angesetzt, um auf die Verkehrssituation vor allem in Partenkirchen aufmerksam zu machen und um für den Wanktunnel, die geplante Umfahrung des Ortsteils, zu trommeln. „Den Termin haben wir mit Absicht gewählt“, räumt Ursel Kössel ein. Sie ist eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative, die selbst an der Durchgangsstraße wohnt und vom Gestank, Dreck und Lärm geplagt ist. „Die betroffenen Autofahrer tun uns zwar leid, aber es geht nicht anders.“ Aufgrund des Streckenverlaufs der Demonstration wird die Bundesstraße 2 zwischen Farchanter Tunnel und Olympia-Skistadion von 10.15 Uhr bis 11.15 Uhr komplett gesperrt.

Dobrindt hob den Wanktunnel in den vordringlichen Bedarf - passiert ist seitdem aber nichts

Den Wanktunnel hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) 2016 im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans zwar in den vordringlichen Bedarf gehoben und auch die Finanzmittel in Höhe von 160,4 Millionen Euro freigegeben. Passiert ist allerdings nichts. Lediglich die Planungen wurden aufgenommen. Den Stillstand erklärt das Staatlichen Bauamt Weilheim gebetsmühlenhaft mit dem fehlenden Personal innerhalb der Behörde.

Damit will sich die Bürgerinitiative, die auch für den Kramertunnel, die Umfahrung von Garmisch, gekämpft hat – der Weiterbau soll heuer im Herbst wieder aufgenommen werden –, nicht abfinden. „Wir werden nicht aufhören, Druck zu machen“, sagt Franz Reindl. Als Bürger müsse man „sich rühren, um Erfolg zu haben“. Der ehemalige Eishockey-Nationalspieler, seit einigen Jahren Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB), engagiert sich zusammen mit seiner Frau und weiteren Mitstreitern seit Jahren für eine Reduzierung des Verkehrs in Garmisch-Partenkirchen. Als Kopf des DEB reichen seine Verbindungen in höhere politische Kreise. Reindl arbeitet daran, einen Termin bei Verkehrsminister Stefan Scheuer zu bekommen, um ihn auf die Dringlichkeit des Wanktunnels hinzuweisen. Für Samstag hat die Bürgerinitiative eine Einladung an Scheuer ausgesprochen, damit er sich selbst ein Bild von der Situation machen kann. Eine Zusage des CSU-Manns, der sich wegen des Maut-Debakels harscher Kritik ausgesetzt fühlt, steht noch aus.

Bürgermeisterin Meierhofer wird fehlen

Sicher fehlen wird bei der Kundgebung Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die sich derzeit in Osteuropa aufhält. Meierhofer steht hinter den Zielen der Bürgerinitiative. Sie verfügt nach Meinung der 2-Tunnel-Initiative aber nicht über die politischen Verbindungen, die nötig seien, um den Baubeginn des Wanktunnels, der nach den bisherigen Planungen für 2030 avisiert ist, zu beschleunigen. „So lange können wir nicht warten“, sind sich Reindl und Co. einig.

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