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Raus aus dem Corona-Tal: Stimmung in der Wirtschaft hellt auf

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Von: Andreas Seiler

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Peter Lingg ist der neue alte Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses.
Peter Lingg ist der neue alte Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses. © Kornatz

Die Stimmung hellt auf: Die Unternehmen des Landkreises blicken trotz der andauernden Corona-Krise zuversichtlich in die Zukunft. Dies ergab eine Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer. Dennoch nennt der Spitzenverband Probleme, die gelöst werden müssen. Dazu zählen der Fachkräftemangel und die Verkehrsmisere.  

Landkreis – Die Corona-Pandemie ist ein Stresstest für die Wirtschaft. Vor allem die Lockdowns waren für eine Tourismusregion wie den Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine gewaltige Belastung. Dennoch haben die Betriebe nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Krisenzeit dank staatlicher Förderung gut überstanden. Bis September flossen rund 111 Millionen Euro an Corona-Wirtschaftshilfen in die Region zwischen Staffelsee und Karwendel – eine gewaltige Summe.

Politik muss Rahmenbedingungen verbessern

Nun verbessert sich auch spürbar die Stimmung unter den Unternehmern des Oberlandes. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der IHK München und Oberbayern für die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach. Der so genannte Konjunkturindex kletterte gegenüber dem Frühjahr dieses Jahres von 105 auf 126 Punkte und erreicht damit das Vor-Corona-Niveau. „Unsere heimische Wirtschaft will das Corona-Tal hinter sich lassen und schaut nach vorn“, resümiert Peter Lingg. Der im Amt bestätigte Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses und Chef der Kreissparkasse hatte zu einem Pressegespräch geladen. Entscheidend sei, so Lingg weiter, dass es im Winter keinen erneuten Lockdown gebe. Und die Politik sei gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu zähle, die hohen Steuern und Abgaben auf den für die Wirtschaft belastenden Strompreis zu senken, die Verwaltung zu digitalisieren sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Lingg: „Das alles sind Hemmnisse, die unsere Unternehmen seit Langem anmahnen und die uns die dringend notwendige wirtschaftliche Erholung nur mit angezogener Handbremse ermöglichen.“

Doch es gibt weitere dunkle Wolken am Himmel. So klagen die Geschäftsleute über den sich zuspitzenden Fachräftemangel, die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die Materialknappheit und Lieferengpässe. Dies wirke sich wie ein Bremsklotz für das Wachstum aus, warnt Dr. Robert Obermeier, Chefvolkswirt bei der IHK.

Regionalausschuss neu gewählt

Der neu gewählte Regionalausschuss (15 Mitglieder) vertritt die Interessen von rund 7500 Unternehmern hier im Landkreis. Lingg steht weitere fünf Jahre an der Spitze, seine Stellvertreterinnen sind Katrin Eißler und Claudia Hans. Im Rahmen einer ersten Arbeitssitzung im Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen verständigte sich das Gremium auf die Top-Themen, die in den nächsten Monaten verstärkt angepackt werden sollen. Ganz oben auf der Agenda stehen der Fachkräftemangel und die Verkehrssituation. Aber es geht auch um den Breitbandausbau, die Digitalisierung, den Bürokratieabbau und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, um weitere Beispiele zu nennen. Mit eigenen Vorschlägen und im Dialog mit der Kommunalpolitiker möchte der besagte Ausschuss wichtige Impulse liefern. Es sei im Interesse aller, betont Lingg, dass sich der Wirtschaftsstandort bestmöglich für die Zukunft aufstellt. „Nur so erhalten wir die Arbeitsplätze und den Wohlstand in unserem Landkreis.“ Aus diesem Grund müsse jeder Hebel bedient werden, um die heimischen Betriebe zu stärken.

Um Fachkräfte zu gewinnen, schlägt die IHK beispielsweise eine moderne Einwanderungspolitik, Angebote für Studienabbrecher und Hilfen vor, mit denen Beruf und Familie besser unter einen Hut gebracht werden können. Und bei der Mobilität stehen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Besucherlenkung im Mittelpunkt. Aber es sind auch Ortsthemen, die die IHK beschäftigen. So sprechen sich Lingg und seine Mitstreiter für einen Neubau des Kongresshauses als „wirtschaftlich sinnvollste Lösung “ aus. Entscheidend sei, dass alle Fakten zu den Kosten der diskutierten Varianten – neben einem Neubau ist auch eine Sanierung im Gespräch – der Öffentlichkeit vorgestellt werden und eine Entscheidung gefällt wird.

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