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Auf „ihr“ Sebastianskircherl sind Anton Buchwieser (l.) und Georg Schönach zurecht stolz. 

Zwei Realschüler kreativ

Sebastianskircherl im Kleinformat

Ein Kleinod in Partenkirchen hat ihn nicht mehr losgelassen: Anton Buchwieser (15) baute mit seinem Freund Georg Schönach das Sebastianskircherl nach.

Garmisch-Partenkirchen – „Das schwierigste waren die vielen Dachschindeln“, erzählt Anton Buchwieser. Mit seinem gleichaltrigen Klassenkameraden Georg Schönach aus Eschenlohe hat der 15-jährige Garmisch-Partenkirchner das Sebastianskircherl an der Ludwigstraße aus Holz nachgebaut. „Ich fahre jeden Tag auf meinem Schulweg daran vorbei, und als wir dann im Fach Werken ein Modell aus Holz bauen sollten, da ist sie mir gleich eingefallen.“ Mit seinem Spezl besucht er die neunte Klasse der Zugspitz-Realschule. Beide verbindet die Faszination für den Werkstoff Holz.

Mit viel Liebe zum Detail haben sie akribisch 1000 hellbraune, zweieinhalb mal ein Zentimeter große Schindeln aus Fichtenholz für das Dach mit einer Säge ausgeschnitten und mit einem Stemmeisen abgestochen. „Das hat ungefähr ein Viertel der Arbeitszeit von etwa 70 Stunden in Anspruch genommen“, erinnert sich Anton. Weil er seinem Vater, der in der Marktgemeinde einen Holzfachhandel betreibt, vor einigen Jahren einmal bei den Arbeiten für ein Schindeldach über die Schulter geschaut hat, waren ihm die notwendigen Handgriffe bekannt.

Zunächst hieß es aber erst einmal, mit Zollstock und Metermaß den genauen Grundriss des Originals abzumessen. „Das war wegen der vielen Ecken und Kanten gar nicht so einfach“, verrät Georg. Sodann machten sich die Burschen daran, das Grundgerüst aus Sperrholzplatten zu errichten. Die Wände und der Turm wurden aus Multiplex- und Sperrholzplatten gefertigt, die Spitze des Kirchturms aus einem Massivholzblock herausgemeißelt und die Kugel aus Styropor darauf gesetzt. Damit die Fenster aus Plexiglas nicht durchscheinend und spiegelnd wirken, kleideten die kreativen Modell-Bauer ihr Kunstwerk von innen mit schwarz lackierten Holzplatten aus.

Zur Freude und unter den Augen von Antons Uroma Else Rahm (88), die früher oft Gottesdienste in der Sebastianskirche besucht hat, entstand so Woche für Woche das Modell im Maßstab 1:20, selbst die Ockerfarbe der Fassade ließen die Jungs originalgetreu anmischen. Die gemalten Engels-Figuren auf der Fassade fotografierten sie ab, druckten und schnitten sie aus, passten sie dann am Computer maßstabsgerecht an und beklebten die Außenwände ihres am Ende 25 Kilogramm schweren Modells. Schließlich sollte alles wie echt wirken. Und das haben sie mit Bravour hinbekommen.

Das Modell steht nun im Schaufenster der Schreinerei von Papa Anton Buchwieser an der Badgasse 15 und kann dort bewundert werden. Und das nächste Schulprojekt im Fach Werken beschäftigt sich mit Metall, da werden die 15-Jährigen dann Fingerringe fertigen.

Barbara Falkenberg 

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