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Einen neuen Rahmen wählt Alexander Liebreich, um das Programm fürs Richard-Strauss-Festival vorzustellen.

Ein neues Miteinander in Garmisch-Partenkirchen

Richard-Strauss-Festival: 200 Spender für je 500 Euro gesucht

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Das Programm steht. Und es gefällt. Das wurde bei der Präsentation in Garmisch-Partenkirchen deutlich. Insbesondere die „Verwurzelung im Ort“ kommt an. Um die Lücke im Budget zu schließen, hat Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer die Aktion „200 mal 500“ initiiert.

Garmisch-Partenkirchen – Aufbruchstimmung – das trifft’s am besten, wenn es ums Richard-Strauss-Festival geht. Es herrscht eine Aufbruchstimmung in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung. Ja sogar in München. Und der Wille von weiten Kreisen, das Werk des weltberühmten Komponisten angemessen zu pflegen. Deutlich wurde das bei der Präsentation des diesjährigen Programms.

Finanziert wird das Angebot vom 22. Juni bis 1. Juli durch die Gemeinde, Sponsoren und den Freistaat. Alexander Liebreichs Ziel ist ein Budget in Höhe von einer Million Euro. Noch steht  dem Künstlerischen Leiter diese Summe nicht zur Verfügung. Zwar hat sich der Markt längst aus der Deckung gewagt und 330 000 Euro bereitgestellt. Der Freistaat allerdings hat seine Förderzusage noch nicht verschickt. Dem Vernehmen nach stehen 180 000 Euro im Raum – eine Steigerung, wenn man bedenkt, dass es zuletzt lediglich 70 000 Euro waren. Wie viel in diesem Jahr fließt, lässt sich auch Landtagsabgeordneter Thomas Goppel (CSU), der zudem Präsident des Bayerischen Musikrats ist, nicht entlocken. Das neue Miteinander, insbesondere das verstärkte Engagement der Garmisch-Partenkirchner, stimmt ihn aber zuversichtlich. Auch dafür, bei den Haushaltsberatungen im kommenden Jahr einen Festival-Topf zu etablieren. „Das muss unser Ziel sein“, sagt er. „Mit diesem Titel gibt’s dann eine Drittel-Förderung.“

Überraschende Aktion von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer

Nachdem das Budget in diesem Jahr noch nicht steht und die erhofften Mittel vom Landkreis ausbleiben, rief Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) die Aktion „200 mal 500“ aus. Das heißt: 200 Festival-Begeisterte sollen jeweils 500 Euro geben, um diese Lücke zu stopfen. Der erste Beitrag kommt von ihr – „privat, versteht sich“. Den 190. will Goppel leisten, kündigte er an. Quasi als Motivationsschub, damit sich genügend Freiwillige finden. Die Idee war eine Überraschung für Liebreich. „Supernett“ findet der Künstlerische Leiter diese. Für ihn ein Beleg dafür, „dass wir miteinander für das Strauss-Festival kämpfen“. Auch ein Punkt, der von einem neuen Miteinander zeugt. „Wenn die Bürger mitziehen“, meint Meierhofer, „ist das ein positives Signal für den Freistaat und für weitere Sponsoren.“

Einige von ihnen erlebten die Programmvorstellung mit, für die Liebreich einen besonderen, einen ungewöhnlichen Rahmen gewählt hatte. Im Trachten- und Modehaus Grasegger präsentierte er vor Kommunalpolitikern, Vertretern aus Wirtschaft und Kultur sowie Gästen, was sie vom erwartet. Eine passende Wahl, bestätigte ihm Thomas Grasegger. Zumal seine Familie und Firma das Festival seit seinen Anfängen unterstützen. „Meine Mutter hat Richard Strauss noch persönlich erlebt“, erzählte er. Und war gleich mit dem Strauss-Virus infiziert. Nicht nur deshalb engagieren sich nun ihr Sohn und seine Frau sowie ihr Enkel ebenfalls. Vielmehr sehen sie es als Geschenk, dass der bedeutende Künstler Garmisch-Partenkirchen zu seinem Wohnort erkoren hat. Was dem Grasegger-Seniorchef besonders gefällt, ist der neue Weg, den Liebreich beschreitet. „Verwurzelt im Ort“ soll es sein, das Festival.

Kooperation mit den Musikschulen

Das will der Dirigent nicht nur durch andere Spielstätten schaffen, die vom Wank über die Partnachklamm bis zum Kloster Ettal reichen. Auch neue Kooperationen sollen hierzu beitragen. Dazu zählen die frischen Verbindungen zu den Musikschulen Garmisch-Partenkirchen und Murnau, deren Talente sich bei der Open Stage präsentieren können. Aber auch das Tanzprojekt in der Bürgermeister-Schütte-Schule im Ortsteil Partenkirchen zählt dazu. „Darauf freue ich mich besonders“, verrät Liebreich. Mädchen und Buben an Musik und Kunst heranzuführen, sie so zu Protagonisten beim Richard-Strauss-Festival zu machen, ist eines seiner Hauptanliegen. „Es gibt nichts Schöneres, als die Fantasie von Kindern zu erleben“, betont der Regensburger. „Das sehe ich auch bei meinem achtjährigen Sohn.“ Ein weiterer Baustein, der ihm am Herzen liegt, ist die Installation „VRwandlung“ des Prager Goethe-Instituts, die sich mittels Virtual-Reality-Technologie, einer realitätsnahen Visualisierung, mit Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ beschäftigt.

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