Künstlerischer Leiter Alexander Liebreich dirigiert beim Richard-Strauss-Festival.
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Über die Zukunft des Richard-Strauss-Festivals 2021 berät sich im August der Gemeinderat.

Minus nachträglich genehmigt

Richard-Strauss-Festival: Gibt's 2021 nur eine abgespeckte Version?

  • Peter Reinbold
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Der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat hat das neuerliche Defizit der Richard-Strauss-Festivals für 2018 und 1019 nachträglich genehmigt, obwohl niemand sagen konnte, wie es entstanden ist. Für 2021 deutet sich eine abgespeckte Version der Festspiele zu Ehren des großen Komponisten an.

  • Alexander Liebreich hat sich von seiner Funktion als Künstlerischer Leiter des Richard-Strauss-Festivals zurückgezogen. Er will Garmisch-Partenkirchen und dem Festival aber verbunden bleiben.
  • Der Gemeinderat hat das neue Defizit von 2018 und 2019 abgesegnet.
  • Jetzt stellt sich die Frage: Wie geht's künftig weiter - mit Blick auf die Finanzen und Corona?

Garmisch-Partenkirchen – In Griechenland verbringt Alexander Liebreich derzeit seinen Urlaub. Familie, Sonne, Meer, Strand, gutes Essen. Alles Dinge, um Abstand zu gewinnen – auch von Garmisch-Partenkirchen und dem Richard-Strauss-Festival, dessen Künstlerischer Leiter der Stardirigent seit Donnerstag nicht mehr ist. Nach drei vertragslosen Jahren hatte Liebreich seinen Rückzug erklärt. Dass ihm die Gemeinde nicht den zugesagten Kontrakt ausstellte – weder den für die Jahre 2018 bis 2020, noch den für 2021 bis 2023 – dürfte nur ein Grund von mehreren gewesen sein. Zuletzt häuften sich die Stimmen, die zwar Liebreichs künstlerische Arbeit lobten, Kritik aber am hohen Defizit, das nicht im Verantwortungsbereich Liebreichs liegt, übten, das die Festspiele unter seiner Ägide einfuhren. Teilnehmer des Rechnungsprüfungsausschusses, der stets nichtöffentlich tagt, hatten zudem Internas nach außen getragen, die Liebreich als Verschwender darstellten. Ein Detail, das durchgestochen wurde, hat ihm ganz und gar nicht gefallen, „weil es schlichtweg falsch ist“, wie er im Tagblatt-Gespräch sagte. Bei einem Sponsorentreffen im vergangenen Jahr auf dem Oktoberfest zur Mittagszeit in Kufflers Weinzelt sei keinesfalls Champagner geflossen. Es habe Kaffee und Bier zu einem Brathendl gegeben. „Champagner wird bei Kuffler erst am Abend ausgeschenkt. Ich selbst habe mir ein alkoholfreies Wei��bier genehmigt.“

Lesen Sie auch: Landratsamt sagt Richard-Strauss-Festival 2020 ab

Dem Festival und Richard Strauss will Liebreich verbunden bleiben. Und auch der Kontakt nach Garmisch-Partenkirchen dürfte nicht abreißen. Seine Informanten haben ihm sicherlich zugetragen, was Donnerstagnacht zwischen 22 und 23.30 Uhr in der Gemeinderatssitzung über das Festival, letzter Tagesordnungspunkt, gesprochen und was ausgeklammert wurde. Fakt ist: Die Kommunalpolitiker haben das erneute Minus, das für die Festivals 2018 und 2019 aufgetaucht war, nachträglich genehmigt.

Auf eine klare Frage gab es keine Antwort

Allerdings nicht ganz geräuschlos. Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte daran, dass Fraktionskollegin Alexandra Roos-Teitscheid in der Sitzung vom 19. Dezember 2019 die Aussage der Verwaltung zu Protokoll hatte nehmen lassen, dass das Richard-Strauss-Festival haushalterisch anhand der vorgelegten Zahlen abgerechnet sei. „Woher kommt nun das erneute Minus?“, fragte Thiel und auch Anton Hofer (Garmisch+Partenkirchen miteinander). Sagen konnte es ihnen niemand. Weder Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) noch Peter Lukasczyk vom Rechnungsprüfungsamt oder Dr. Dominik Sedivy, der Leiter des Richard-Strauss-Instituts. Man stocherte mehr oder weniger im Nebel.

So verhielt es sich auch beim Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, wie ein Richard-Strauss-Festival 2021 ausgestaltet werden könnte. „Sollen wir ins Risiko gehen?“, fragte Koch. Passieren wird das eher nicht. Die Stimmungslage im Gremium geht über die Parteigrenzen hinweg wohl zu einem kleinen, aber feinen Festival. Kulturreferent Dr. Günter Steinebach (CSU) riet ebenso wie Lilian Edenhofer (Freie Wähler) zu einer abgespeckten Version und zu zwei bis drei Richard-Strauss-Tagen. Vom Markt, sagte Steinebach, sollten für den Etat 100 000 Euro kommen, vom Freistaat erwartet er dieselbe Summe. Die fehlende Planungssicherheit erschwert Sedivy zufolge ein großes Festival. „Wir brauchen bald konkrete Beschlüsse und Finanzierungszusagen.“ In seiner Sitzung am 20. August gedenkt der Gemeinderat sich intensiv mit der Zukunft des Richard-Strauss-Festivals zu beschäftigen. Koch will offenbar viel dafür tun, es zu erhalten. „Strauss ist eine Marke, dazu stehe ich. Allerdings müssen wir gut überlegen, wie wir in Zukunft mit Steuergeldern umgehen.“

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