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Wissen um die Bedeutung von Richard Strauss: (v. l.) Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler, Festival-Intendantin Brigitte Fassbaender, Dr. Christian Wolf vom Strauss-Institut und Kammersängerin Gundula Janowitz.

Wie geht‘s weiter?

Richard-Strauss-Festival: Die Früchte reifen

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Die Emotionen kochen hoch beim Richard-Strauss-Festival. Kein Wunder, verabschiedet sich doch Intendantin Brigitte Fassbaender nach neun Jahren aus Garmisch-Partenkirchen. Was außerdem für viel Gesprächsstoff sorgt, ist der Zuschuss, der vom Freistaat fließt.

Garmisch-Partenkirchen – Er ist ein waschechter Bayer. Einer, der’s zu Weltruhm gebracht hat. Und einer, dessen Werke auch heute, 68 Jahre nach seinem Tod in Garmisch-Partenkirchen, in allen bedeutenden Konzert- und Opernhäusern gespielt werden. Eine, die nicht müde wird, das zu betonen, ist Brigitte Fassbaender. Mit Erfolg. Bei der Eröffnung des Richard-Strauss-Festivals, dem neunten und zum Bedauern aller letzten unter ihrer künstlerischen Leitung, machte Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler (CSU) deutlich, dass die Früchte ihres beharrlichen Kampfs reifen. Ernten darf sie allerdings ein anderer, nämlich ihr Nachfolger Alexander Liebreich. „Fürs kommende Jahr haben wir schon eine Idee geboren, wie wir das Festival noch mehr unterstützen können“, betonte Sibler in seinem Grußwort.

Den Großteil des Festivals schultert die Marktgemeinde

Konkreter äußerte er sich dazu beim Staatsempfang: „Wir ziehen an einem Strang“, unterstrich der Straubinger auf Tagblatt-Nachfrage. Dabei hob er insbesondere das Engagement seiner Fraktionskollegen im Landtag, Harald Kühn und Martin Bachhuber, hervor, die sich im Haushaltsausschuss stets für Strauss einbrächten. „Es muss weitergehen, das ist auch dem Freistaat bewusst“, erklärte Sibler. Damit spielte er auf die Mittel an, mit denen das Festival zu Ehren des Komponisten gefördert wird. Aktuell fließen vom Land 70 000 Euro, den Großteil schultert die Marktgemeinde. Für 2018, zum Auftakt für den neuen Intendanten, stellte der Staatssekretär schon einmal einen Zuschuss aus dem Kulturfonds in Aussicht, über den im Oktober entschieden wird. Langfristig bringt das aber wenig, denn „das ist ein Sondertopf“. Wie es danach weitergeht, dazu ließ er sich nichts entlocken.

Die Mittel wurden nicht aufgestockt - eine Watsch‘n für Garmisch-Partenkirchen ?

Deutliche Worte fand derweil Florian Streibl. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler ist wie Markus Rinderspacher (SPD) ein engagierter Kämpfer für Strauss. Dass die Mittel nicht schon für Fassbaenders letztes Festival aufgestockt wurden, nennt er „eine Watsch’n für Garmisch-Partenkirchen“. Die Marktgemeinde engagiere sich „über die Maßen für dieses Kultur-Highlight“. Doch trotz sprudelnder Steuereinnahmen seien Ministerpräsident Horst Seehofer und seine CSU-Mehrheit nicht bereit, die Fördermittel im notwendigen Maße anzuheben. „Ich habe die Befürchtung, dass hier die Kulturförderung zum parteitaktischen Spielball wird“, bedauert Streibl. „Noch ist die Landtagswahl fern, deshalb schickt die Staatsregierung heuer auch nur Staatssekretär Sibler nach Garmisch-Partenkirchen.“ Kommendes Jahr dann würden ihm zufolge „die Granden der Union auf den Förderscheck-Tourismus umschalten und ihre Wohltaten unters Volk bringen, damit die Landtagswahl 2018 auch ja zum Erfolg werde“. Ein Vorgehen, das den Oberammergauer befremdet. Schließlich geht es allein darum, den bedeutenden bayerischen Künstler und sein Werk endlich adäquat an dem Ort zu würdigen, an dem ein Großteil seiner Kompositionen entstanden ist. „Höre ich hier die Alpensinfonie, dann kann ich auch direkt auf die Berge schauen, die Strauss gesehen hat, als er sie schrieb.“

Richard-Strauss-Festival: Bilder

Weder Horst Seehofer noch Ludwig Spaenle kommen zur Eröffnung

Aus seiner Sicht müsse die Förderung für das Festival auf mindestens 200 000 Euro angehoben werden. Die Garmisch-Partenkirchner Reihe müsse differenziert betrachtet und nicht in einen Topf mit allen Festivals geworfen werden, fordert Streibl. „Die großartige Brigitte Fassbaender verabschiedet sich heuer“, betont er. „Und wie sieht die Wertschätzung der Staatsregierung aus? Weder Ministerpräsident Horst Seehofer noch Kultusminister Ludwig Spaenle kommen zur Eröffnung. Das ist peinlich und ein Zeichen fehlender Wertschätzung gegenüber der enormen Leistung, die Frau Fassbaender zu Ehren von Strauss erbracht hat.“

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