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Kniefall: Nach dem Abschlusskonzert erhält Alexander Liebreich von seiner Vorgängerin Brigitte Fassbaender eine Rose. 

Die Ära Brigitte Fassbaender geht zu Ende 

Abschlusskonzert des Richard-Strauss-Festivals: Kein Abschied für immer

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Zünftig mit dem Bayerischen Defiliermarsch endete die Ära Brigitte Fassbaender. Ein spontaner Auftritt mit der Musikkapelle Garmisch, der zum Abschluss des sehr gut besuchten Richard-Strauss-Festivals hervorragend ankam.

Garmisch-Partenkirchen – „Wir werden alle bisherigen Rekorde schlagen.“ Davon ist Bürgermeristerin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) überzeugt. Aus eigener Anschauung, schließlich hat sie einen großen Teil der Veranstaltungen im Rahmen des Richard-Strauss-Festivals selber besucht. Aber auch aufgrund der Rückmeldungen von den Vorverkaufsstellen. Eine ähnlich Prognose stellt Dr. Christian Wolf, Leiter des Richard-Strauss-Instituts in Garmisch-Partenkirchen. Nur in einem sind sich er und die Rathaus-Chefin nicht einig: Sie meint, dass das letzte Festival unter Brigitte Fassbaenders künstlerischer Leitung auch die Zahlen vom Geburtstagsjahr (2014) toppt. Er hingegen vermutet, dass das Programm zum 150. Wiegenfest des Komponisten doch mehr Besucher angelockt hatte. Egal, wer letztlich Recht hat – noch liegen die tatsächlichen Zahlen nicht vor –, alle sind restlos zufrieden.

Brigitte Fassbaender: „Besser hätte ich mir den Abschluss gar nicht wünschen können.“

„Ich habe in den Pausen und nach den Konzerten immer sehr viele begeisterte Gesichter gesehen“, betont Meierhofer. „Die Stimmung war wirklich sehr gut.“ Eine Einschätzung, die Fassbaender teilt: „Besser hätte ich mir den Abschluss gar nicht wünschen können.“ Zumal es auch, abgesehen von kleineren technischen Problemen, keine Pannen gab. Eine Angstpartie musste die Kammersängerin allerdings vor der Opern-Gala durchstehen. „Da lag ein gewisses Risiko in der Luft, weil zwei Sänger etwas angeschlagen waren.“ Gemerkt hat’s niemand, das Konzert in der Alpspitzhalle des Olympia-Eissportzentrums wurde wie viele andere bejubelt. „Auch dem Publikum war sicher bewusst, dass eine große Zeit zu Ende geht“, meint Wolf.

Der Abschied fällt allen Beteiligten schwer. Vielleicht war’s deshalb auch besser, dass sich Fassbaender für den letzten Abend Reden und Ehrungen verbeten hatte. All das war bei der Eröffnung erfolgt, genau wie der Rückblick auf die neun Jahre unter ihrer Intendanz. Am Freitagabend sollte nur mehr gefeiert und auf das angestoßen werden, was die Kammersängerin für Strauss und Garmisch-Partenkirchen geleistet hatte. Viele Zuhörer nutzten die Gelegenheit, um ein paar Worte mit ihr zu wechseln.

Plötzlich rückt die Musikkapelle Garmisch an - mit ihr verbindet Fassbaender eine ganz persönliche Geschichte

Und sie alle kamen aus dem Staunen nicht heraus, als plötzlich die Musikkapelle Garmisch anrückte. Ein Ensemble, mit dem Fassbaender eine ganz persönliche Geschichte verbindet, durfte sie doch deren Probenlokal am Hausberg als Aufnahmestudio für ihre CD-Box mit sämtlichen Strauss-Liedern nutzen, die sie zum 150. Geburtstag des Komponisten produziert hatte. Eine gelungene Überraschung – auch für Fassbaender. „Sie hat nichts davon gewusst“, sagt Meierhofer. Mit dem Hut von Dirigent Leszek Zebura auf dem Kopf gab die Künstlerin beim Bayerischen Defiliermarsch den Ton an und hatte einen Riesenspaß dabei.

Den verspürte sie auch all die Jahre beim Festival, dem sie weiterhin die Treue halten will. Als Zuhörerin, das hatte sie bereits angekündigt, aber durchaus auch als Mitwirkende. „Es ist schon die Rede von Meisterkursen“, verrät sie. Außerdem hat sie ihrem Nachfolger Alexander Liebreich angeboten, wieder einmal ein Kinderkonzert zu moderieren. Dann wird sie „meine beiden Dottores“ (Wolf und Dr. Jürgen May, Anm. d. Red.) und das Team vom Strauss-Institut wiedersehen, das ihr in den vergangenen neun Jahren sehr ans Herz gewachsen ist. Sie und die alle Mitarbeiter im Kongresshaus und Eisstadion haben wesentlich zum Gelingen beigetragen. Und sind Fassbaender zufolge von Jahr zu Jahr besser geworden. „Allen ist immer stärker bewusst geworden, dass es auch ihr Festival ist. Eigentlich das der ganzen Marktgemeinde.“

 

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