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Verlängerter Arm für Rollstuhl-Fahrer: „EDAN“ könnte künftig Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu mehr Selbstständigkeit im Alltag verhelfen.

Verschiedene Modelle sollen helfen

In Oberbayern wird er getestet: Dieser Roboter soll den Pflege-Alltag erobern

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In Garmisch-Partenkirchen soll bald zu Assistenzrobotern geforscht werden, die das Leben von alten Menschen erleichtern. Die Caritas und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt haben sich zusammengetan, um zu sehen, was möglich ist.

Garmisch-Partenkirchen - Was für Astronauten und Kosmonauten, die auf der internationalen Weltraumstation ISS Dienst schieben, fast schon Alltag ist, findet bald auch in der Pflege von Senioren Anwendung - ob in den eigenen vier Wänden oder in Heimen. Während vom Weltraum aus Roboterarme gesteuert werden, um Reparaturarbeiten zu verrichten, sollen Roboter in Zukunft alte oder gebrechliche Menschen dabei unterstützen, weiterhin ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und gleichzeitig sollen sie Pflegekräfte entlasten. Da gibt es EDAN, der nur aus einem Arm an einem Rollstuhl besteht oder den humanoiden Rollin’ Justin.

Als Großlabor hierfür ist Garmisch-Partenkirchen vorgesehen. Die Gemeinde, manchmal auch als Altersheim Deutschlands verschrieen, verfügt schon allein deshalb über eine hohe Dichte an Einrichtungen, in denen Senioren ihren Lebensabend verbringen. „Wir sind so alt wie Deutschland in 20 Jahren“, sagt Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD). „Das Roboterprojekt ist Teil meiner Zukunftsvision für Garmisch-Partenkirchen.“

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DLR hat sich mit Caritas zusammengeschlossen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das in der Roboterforschung weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen zählt, hat sich mit der Caritas zusammengeschlossen, die in Garmisch-Partenkirchen mehrere Einrichtungen der Altenpflege betreibt. „Mit der Caritas erarbeiten wir Szenarien für die robotische Assistenz der Zukunft“, sagt Professor Alin Albu-Schäffer, der Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik am DLR. „Wir müssen verstehen, was die Menschen brauchen.“

Ein Testlauf ist bereits für Herbst 2018 im St. Vinzenz vorgesehen. „Wir haben schon Personen ausgesucht, die auch bereits ihr Einverständnis gegeben haben“, sagt Kreisgeschäftsführer Alexander Huhn. Ihnen wird Justin, der auf Rollen unterwegs ist, versuchen, die tägliche Arbeit zu erleichtern. Er soll in der Lage sein, Pillendosen aus dem Schrank zu holen oder auch erkennen, wenn ein Senior stürzt und Hilfe alarmieren. Gesteuert werden kann der Roboter per Tablet von Angehörigen, von den Senioren selbst oder von einem Pflegetechniker oder Teleoperator, der anderswo sitzt - manchmal hunderte Kilometer weit entfernt. Die Caritas sieht in den Assistenzrobotern die Möglichkeit, den Pflegenotstand zumindest etwas zu beheben. „Die Pflege braucht neue Impulse“, sagt Georg Falterbaum, Caritasdirektor der Erzdiözese München und Freising. Selbstverständlich werde Pflege immer analog bleiben. „Kein digitaler Assistent kann die menschliche Zuwendung ersetzen.“

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Bis zu 50.000 Euro für einen Roboter

Alin Albu-Schäffer glaubt, dass man in Garmisch-Partenkirchen „die Chance hat, Zukunft zu schaffen“. Roboter dieser Art gebe es bislang weder in den USA noch in Japan. Die werden ihren Preis haben. Man geht derzeit von 40.000 bis 50.000 Euro pro Stück aus. Albu-Schäffer rechnet erst in einigen Jahren mit der Serienreife. Bei großen Stückzahlen dürften sich die Kosten auf rund 10.000 Euro drücken lassen. Mit den Krankenkassen hat es schon Gespräche gegeben. „Allerdings sind Roboterassistenten derzeit als Pflegemittel nicht anerkannt“, sagt Stefan Schackmann, AOK-Direktor für Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

In den elektronischen Helfern stecken eine lange Entwicklung und viel Geld. Auch in der Politik hat man die Chancen erkannt, die diese neue Technik bietet. Der Freistaat hat für das Projekt sechs Millionen Euro Förderung zugesagt. „Wir wollen, dass Bayern in der wichtigen Zukunftsbranche der Roboterassistenzsysteme eine Vorreiterrolle einnimmt“, sagt Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU). Finanzielle Zuwendungen erwartet Albin-Schäffer auch aus Garmisch-Partenkirchen. Er hofft auf 1,2 Millionen Euro aus der Leifheit-Stiftung. Das Unternehmer-Ehepaar Leifheit hat dem Markt 57 Millionen Euro hinterlassen - zweckgebunden für Senioren.

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Peter Reinbold

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