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Service-Roboter für Zuhause will Professor Sami Haddadin in Zukunft entwickeln. 

Zehn Millionen Euro für die Forschung

Robotik-Zentrum: Seehofer bringt Garmisch-Partenkirchen ins Spiel

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Horst Seehofer will es, das Gros der Gemeinderäte auch. In Garmisch-Partenkirchen soll ein Robotik-Zentrum entstehen, das hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft. Damit es realisiert werden kann, braucht es zwei Dinge: ein Areal und Geld von der Leifheit-Stiftung.

Garmisch-Partenkirchen – Es kommt eher selten vor, dass Horst Seehofer Garmisch-Partenkirchen in einer Regierungserklärung erwähnt. Am 6. Juli hat er es getan. „Rund um einen neuen Lehrstuhl für ,Robotics and Artificial Life‘ soll ein weltweit führendes Robotik-Aktivitätszentrum mit Schwerpunkten in Garching, Oberpfaffenhofen und Garmisch-Partenkirchen entstehen. Forschungs- und Anwendungsfelder sind zum Beispiel Roboter als Lebenshilfe für behinderte Menschen, Medizinroboter für minimalinvasive Chirurgie oder Programme für die sichere Mensch-Maschine-Interaktion“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Maximilianeum. In Garmisch-Partenkirchen, bei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und dem Gemeinderat, ist diese Botschaft von höchster Stelle interessiert vernommen worden. Meierhofer kennt sogar die Seite, auf der Seehofer in seiner Rede ihre Gemeinde erwähnt.

Es ist zwar nur eine kleine Passage, allerdings eine, die in der Lage ist, große Wirkung zu entfalten. Es könnte wahr werden, was sich viele erträumt haben. Garmisch-Partenkirchen wird zu einem wissenschaftlichen Standort, an dem geforscht und produziert wird und wo hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen, nach denen der Markt seit Jahrzehnten giert. Und da kommt Sami Haddadin ins Spiel. Während am Freitag vor einer Woche im ersten Stock des Bräustüberl Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Landtagsabgeordneter Harald Kühn, Bertram Brossard, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, und Christian Forster, Leiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Washington, über Brexit, Trump, Gott und die Welt beim CSU-Stammtisch sprachen, spielte sich wirklich Entscheidendes für Garmisch-Partenkirchen auf der Terrasse des Bräustüberls ab. Bei Bier, Wasser und Sektschorle, Salat und Zwiebelrostbraten lauschten Gemeinderäte, Sparkassen-Vorstand Grit Fugmann und weitere Auserwählte den Worten des Spitzenwissenschaftler Sami Haddadin. Später stießen auch noch Dobrindt und Kühn dazu, die in Haddadins Pläne eingeweiht sind und Seehofers Rede kannten.

Geriatronik-Projekt auf dem südlichen Teil des Abrams-Geländes geplant

Haddadin (36), der derzeit noch an der Universität Hannover lehrt, hat ab dem 1. Januar 2018 eine Leuchtturm-Berufung an die TU-München erhalten und dafür ein Angebot der Elite-Uni im kalifornischen Stanford (USA) ausgeschlagen. Er gilt als Star auf dem Gebiet der Robotik. In Garmisch-Partenkirchen will Haddadin, der vor etwas mehr als einem Jahr Teile seiner innovativen Projekte im Werdenfels-Gymnasium vorstellte und den mit einer Million Euro dotierten Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer gewann, die Robotik und die Geriatrie zur „Geriatronik“ zusammenführen. „Hier gibt es dafür sehr gute Bedingungen“, sagt er. „Vor allem die Nähe zu Menschen, zu alten Menschen, und zum Klinikum – und dabei ganz speziell zu Endogap.“

Breite Mehrheit erforderlich

Garmisch-Partenkirchen bietet alles, was Haddadin braucht, um seine Ziele vom Roboter zu entwickeln, der den Menschen dient. Geplant ist, das Geriatronik-Projekt auf dem südlichen Teil des Abrams-Geländes unterzubringen. Ob die andere Hälfte weiter Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber bleibt, ist noch offen. Geld soll als Anschubfinanzierung von der Leifheit-Stiftung fließen. Im Gespräch sind zehn Millionen Euro. Exakt über diese Summe hat Grünen-Gemeinderat Dr. Stephan Thiel, gemeinsam formuliert von seiner Ausschussgemeinschaft mit der parteifreien Alexandra Roos-Teitscheid, mit der CSU, den Freien Wählern und der Bayernpartei einen Antrag, der auch von Teilen des CSB und der SPD unterstützt wird, für die Sitzung am 26. Juni eingebracht. Darin heißt es: „Der Markgemeinderat, als Gesellschafter der LongLeif GaPa gGmbH, beschließt, dass aus dem Leifheitvermögen bis zu 10 Millionen Euro für den Aufbau eines Forschung- und Anwenderzentrums Geriatronik der TUM ,Munich School of Robotics, Machine Learning and Artificial Life‘ (TUM MRL) zur Förderung der Forschung mit Bezug zu den Problemen des dritten Lebensalters zur Verfügung gestellt werden.“

Die Kommunalpolitiker hatte sich zu diesem Thema in der Vergangenheit schon mehrmals positiv geäußert. Diesmal ist es aber konkret. Aus Kreisen der Befürworter heißt es, man brauche eine breite Mehrheit. Man müsse ein Signal setzen, dass man dieses Leuchtturm-Projekt „unbedingt will“. So wie es Seehofer getan

hat.

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