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Öffentlicher Protest: Auf dem Richard-Strauss-Platz findet die Kundgebung statt. 

„Wir sind hier, wir sind laut“

Mit Trillerpfeifen und Tröten: Rund 1200 Schüler demonstrieren für mehr Klimaschutz

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Die Jugend im Oberland machte ihrem Unmut lautstark Luft: Schüler aus dem Landkreis zogen am Freitag durch Garmisch-Partenkirchen. Sie protestierten für mehr Klimaschutz und gegen die Kohleenergie.

Garmisch-Partenkirchen – Freitag, Punkt 13 Uhr in Garmisch-Partenkirchen: Im Pausenhof des Werdenfels-Gynasiums setzten sich hunderte von Schülern in Bewegung. Sie halten Pappschilder und Transparente hoch. Trillerpfeifen und Tröten ertönen. Der Zug biegt auf die Bahnhofstraße ein. Die Polizei, mit acht Beamten im Einsatz, hat den Verkehr aufgehalten. Sandro Thiele peitscht die Menge ein: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, schreit der 17-jährige Schülersprecher des Gymnasiums. Ein vielstimmiger Chor fällt ein. Thiele und seine Mitstreiter Amelie Kufner (16) und Oliver Kühle (17) haben die Schüler-Demo auf die Beine gestellt: Die Jugend soll für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Viele Schüler des Werdenfels-, des Murnauer Staffelsee- und des Ettaler Benediktiner-Gymnasiums sowie der St.-Irmengard-Schulen machen mit. Rund 1200 Teilnehmer zählt Polizeisprecher Josef Grasegger, die über die Chamonixstraße zur Kundgebung auf dem Richard-Strauss-Platz ziehen. Dort hören laut Thiele anfangs rund 1000 Menschen den Rednern zu, die Polizei schätzt die Zahl zum Ende hin auf 600 Teilnehmer.

Die Schüler haben ihren lautstarken Protest selbst organisiert. Inklusive Absprachen mit den Behörden und den Ordnereinsatz von rund 80 Eltern und Lehrern. „Das ist keine Schulveranstaltung“, macht Gymnasiumsleiter Tobias Schürmer vor Demo-Start deutlich. Was rechtlich nicht ginge, außerdem sei das Anliegen so viel glaubwürdiger. Schürmer wird später bei der Kundgebung „ein riesengroßes Kompliment“ an die Schülersprecher und das Orgateam aussprechen. Die Demo beweise, „dass man ein starkes Zeichen setzen kann“, sagt er – ohne auf Konfrontation mit der Schule zu gehen.

Schüler sprechen Klartext

Mit nachdenklichen Worten machen die Schüler vor dem Kongresshaus ihren Ängsten und Sorgen um die Zukunft Luft. Michelle Haschke trägt im Poetry Slam-Stil vor. „Tic, tic, tic, tic. Zeit ist Gold. Und Gold ist alles, was wir wollen“, kritisiert sie Profitgier und Verschwendung. Die 19-Jährige vom Irmengard-Gymnasium fordert ein Umdenken bei jedem Einzelnen: „Dein Lebensstil kostet Leben. Schuld ist nicht der Klimawandel. Schuld bist Du.“

Die 13-jährige Nina-Sophia Kratz hält eine emotionale Ansprache. „Unsere Lebensweise heute wird zur Katastrophe führen“, mahnt die Irmengard-Siebtklässlerin. Große Hoffnung auf die Politik hat sie jedoch nicht, vielmehr brauche es eigenes Handeln. „Geben wir ein gutes Beispiel, fangen wir bei uns an.“ Die Schülerin bekommt viel Applaus. Den erhält auch Mitorganisator Sandro Thiele. „Wir sind die Generation, die wirklich etwas verändern kann“, ruft er der Menge zu. Ein Umdenken beim Klimaschutz lohne sich schon aus einem Grund: „Weil die Welt es wert ist, um sie zu kämpfen.“ Und Irmengard-Schülerin Ida Stiepel, die mit Franzi Seemann und Martina Molner ans Mikro tritt, mahnt: „Auch wir wollen die Möglichkeit haben, so alt zu werden, wie es unsere Großeltern jetzt sind.“

Schüler demonstrieren für mehr Klimaschutz – Bilder

Von der Kommunal- und Landkreispolitik spricht niemand. Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) lässt sich wegen Terminproblemen entschuldigen – und ein Grußwort verlesen. Der „Aufschrei der jungen Menschen“ bleibe nicht ungehört, wird sie daraus zitiert. Florian Diepold-Erl, Klimaschutzmanager des Landkreises, spricht dagegen. „Ihr habt sehr viel Aufmerksamkeit geschaffen“, sagt er. Oft fehle der gute Wille beim Thema Klima- und Umweltschutz. „Es gibt kein Wissensdefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit.“ Diepold-Erl ruft die jungen Demonstranten dazu auf, sich weiter einzubringen – zum Beispiel bei den Initiativen in der Region. Aufmerksamkeit haben die Schüler mit ihrer Demo wahrlich erzeugt. Immer wieder zücken Passanten ihre Handys und machen Fotos und Filme.

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