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Zum Saisonstart fehlt nur noch der Schnee

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Garmisch-Partenkirchen - Die Wintersaison auf der Zugspitze soll möglichst Anfang November starten. Der neue Wetterwandecklift ist so gut wie fertig, die Gletscher sind abgedeckt. Jetzt fehlt nur noch Schnee.

Martin Hurm, Leiter der Seilbahnen und Lifte auf der Zugspitze, weiß auch noch genau, was er vor zehn Jahren „als erstes“ gelernt hat: „Du musst mit der Natur leben, nicht gegen sie. Weil Du eh nichts machen kannst.“ Das gilt zum Beispiel für den Beginn des Skibetriebs: Im vergangenen Jahr startete dieser erst im Mitte Dezember. Wunschtermin ist stets Ende Oktober/Anfang November. Erfüllt sich dieser, sind fürs erste Dezember-Wochenende Freeride-Tage zum Saisonauftakt geplant. Noch können die BZB-Mitarbeiter aber nicht mit den Vorbereitungen beginnen. Noch fehlt der Schnee, der jedoch fürs Wochenende angekündigt ist.

Hurm hält sich nicht damit auf, nervös zu sein, zu bangen oder zu hoffen, ob es dieses Mal klappt. Weder er noch irgendjemand sonst hat es schließlich in der Hand. Dasselbe gilt für den Gletscherrückgang. „Diesen werden wir großflächig durch unserer Aktion sicher nicht stoppen.“

Der Garmisch-Partenkirchner spricht von der Aktion „Einpacken“, die vor 20 Jahren startete. Um die Monate April und Mai schieben die Pistenfahrzeuge im Ausstiegsbereich der Schneefernerkopflifte auf etwa 600 Quadratmetern Schnee zusammen, etwa zwei bis drei Meter hoch. Diese Fläche verschwindet unter einer Plane. Die Kosten dafür will der 44-Jährige nicht beziffern. Die Lkw-Planen aber „haben sich schon refinanziert“. Was er damit sagen will: „Die BZB würde das nicht machen, wenn es sich nicht wirtschaftlich rechnen würde.“ Also auch nicht aus reiner Liebe zur Umwelt, auch wenn Hurm dies so „niemals sagen würde“. Tatsache ist: Durch das Abdecken schafft die BZB ein Schneedepot. Denn das weiße Gut unter der Plane „ist unsere Geschäftsgrundlage für den Winter“. Ist die Plastikschicht Ende September wieder entfernt, wird der „übersommerte“ Schnee verteilt und dient als Grundlage auf Pisten oder im Lift-Aufstiegsbereich.

Während nurmehr der 600 Quadratmeter große Bereich an den Schneefernerkopfliften auf dem Zugspitzplatt abgedeckt wird, haben die BZB-Mitarbeiter 2009 die Plane noch über eine Fläche von 6000 Quadratmeter gespannt, auch über den Ausstiegsbereich am Wetterwandecklift. Doch mussten die Verantwortlichen erkennen: „Über kurz oder lang hätten wir dort nicht mehr Skifahren können“, sagt Hurm. Die Folge war eine enorme Investition: Der Schlepp- wurde durch einen modernen Sechser-Sessellift ersetzt. Dieser geht in dieser Saison in Betrieb. Egal, wann diese startet. Das Team sei nur noch mit „Restarbeiten“ beschäftigt und wird mit der neuen Technik vertraut gemacht.

Dann fehlt lediglich der Schnee. „Richtig satt“ müsse es schneien, damit die BZB-Mitarbeiter mit den Vorbereitungen für die Pistenpräparierung beginnen können. Fürs Wochenende stehen die Chancen gut. Hurm wartet einfach ab - er kann’s ja eh nicht beeinflussen. (kat)

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