Zwei Kühe stehen nebeneinander, man sieht nur ihre Köpfe und eine Glocke um den Hals.
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Für Rinder können Salmonellen tödlich enden - wie fünf Fälle im Ammergebirge zeigen. Für Menschen besteht nur bei engem Kontakt eine Ansteckungsgefahr. (Symbolbild)

Quarantäne-Pflicht bis zur Entwarnung

Salmonellen-Alarm auf der Alm: Bereits sechs Rinder tot - weitere Test stehen noch aus

  • Christian Fellner
    VonChristian Fellner
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Der Fall ist tragisch: Fünf Rinder mussten auf einer Alm im Ammergebirge eingeschläfert werden. Wegen einer Salmonellen-Infektion. 140 Tiere werden getestet.

Garmisch-Partenkirchen – Im Grunde genommen wären sie langsam bereit für den Abtrieb: rund 140 Rinder, die den Sommer im Ammergebirge zwischen Frieder Grieß und Enningalm verbracht haben. Wenn da nicht ein gehöriges Problem existieren würde: Anfang August kam es zu einem Todesfall in der Herde. Eine Kuh verendete. Die Untersuchung ergab eine Salmonellen-Infektion. Eine groß angelegte Aktion war die Folge. Es galt, den weiteren Bestand zu untersuchen – und zu schützen, darunter auch sieben Rösser.

Salmonellen-Infektion auf Ammergauer Alm: Mehrere Kühe werden eingeschläfert

Zumindest Letzteres ist gelungen. Die Pferde wurden separiert, sind gesund. Wie es beim Rest der Herde aussieht, ist noch nicht endgültig geklärt. In der kommenden Woche sollen letzte Proben ein Gesamtbild über die Situation ergeben. Für fünf Rinder gab es allerdings keine Rettung mehr. „Aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustands mussten sie eingeschläfert werden“, betont Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamtes. Zirka 20 Tiere sind durch ihre Halter bereits ins Tal geholt worden. Die 140 Stück Vieh kommen insgesamt aus 23 Betrieben aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen sowie Weilheim-Schongau.

Salmonellen-Infektion: Quarantänepflicht für betroffenen Betrieb

„Für den betroffenen Betrieb gilt eine Quarantänepflicht“, betont Scharf. Denn die Regeln in solch einem Fall sind klar formuliert: Ein Hof darf erst dann wieder öffnen, wenn das kranke Vieh dreimal negativ getestet worden und somit quasi wieder „sauber“ ist. In einem zeitlichen Abstand von 8 bis 15 Tagen. In Hinblick auf jene Untersuchungen stehen die letzten Ergebnisse aktuell noch aus, sagt Scharf. „Wir erwarten sie aber in dieser Woche.“ Die rund 120 Tiere, die sich noch am Berg im Bereich Rotmoos befinden, wurden durch die Hirten aufgeteilt. „Es gibt Kühe, die bereits dreimal negativ getestet wurden, also gesund sind. Diese will man natürlich nicht gefährden“, sagt Scharf. Abseits steht die Kategorie der unsicheren Tiere. „Da liegen nicht alle Tests vor, es besteht jedoch ein Verdacht, oder aber es gibt positive Ergebnisse.“

Salmonellen-Infektion nicht auf Menschen übertragen: Hirten und Hüttenwirte alle negativ getestet

Grundsätzlich wird die Salmonellose, wie die Infektion heißt, über Kotproben ermittelt, die das Veterinäramt anordnet, überwacht und schließlich dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit zugestellt. Scharf lobt die gute Zusammenarbeit der Landwirte mit den Behörden. „Das klappt bisher reibungslos“, stellt er klar. „Es sind ja alle daran interessiert, dass sich eine solche Krankheit nicht verbreitet.“ Eine Übertragung auf den Menschen, die möglich ist, hat bisher – soweit bekannt – nicht stattgefunden. „Die Hirten und auch die Hüttenwirte von der Enningalm sind alle negativ getestet“, betont Scharf. Das wiederum war Aufgabe des Gesundheitsamtes. Da die Proben ein negatives Ergebnis brachten, mussten die Experten auch keine weiteren Restriktionen wie ein Abriegeln des gesamten Berggeländes veranlassen.

Nach Salmonellen-Infektion bei Kuh-Herde: „Definitiv kein Ansteckungsrisiko“ für Wanderer

„Ein Wanderer, der an einer Kuh nur vorbeigeht, hat definitiv kein Ansteckungsrisiko“, betont Hansjörg Wiesböck vom Gesundheitsamt. „Im Grunde gelten die ganz normalen Hygieneregeln im Umgang mit Tieren wie zum Beispiel Händewaschen nach Kontakt.“ Gefährlich könne es nur für Menschen werden, die häufigen und innigen Kontakt mit den Rindern haben. „Aber genau die haben wir ja sofort untersucht.“ Wie es am Berg genau weitergeht, das wird wohl erst nach dem Bekanntwerden aller Testergebnisse festgelegt.

Klar ist: „Es gibt für die Tiere keine Medikamente“, erklärt Behördensprecher Scharf. Die müssen die Infektion ohne derartige Hilfsmittel überstehen. Was diese ursprünglich ausgelöst hat, lässt sich nicht sagen. Die Antwort darauf gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Scharf ist überzeugt: „Das wird man auch nicht mehr herausfinden können.“

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