Dr. Benjamin Lenhart ist zufrieden mit dem Baufortschritt. 

Nur das Wasser bleibt kalt

Sanierung am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen: aufwändig, aber gut im Zeitplan

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Viel Geld nimmt der Freistaat Bayern in die Hand, um das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen zu sanieren. Die Arbeiten kommen gut voran - die waren auch dringend nötig. 

Garmisch-Partenkirchen – Warmes Wasser? Gibt es nicht. Im ganzen Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen nicht. Daran ändern auch die umfangreichen Sanierungsarbeiten nichts. Ansonsten aber verbessert sich dadurch vieles – beziehungsweise hat sich schon verbessert. Nicht nur durch den ersten großen Bauabschnitt, in dem wie berichtet bereits bis Ende 2014 ein neuer Eingangsbereich und bis Oktober 2018 ein Aufzug entstanden sind. Längst wird an vielen anderen Stellen ebenfalls gearbeitet. Und man kommt gut voran, einiges ist bereits abgeschlossen. Läuft alles optimal, könnten die geplanten Maßnahmen bis Ende 2021 erledigt sein.

Energetische Sanierung

Im Winter hat’s gezogen, im Sommer war’s unerträglich heiß. Weit über 30 Grad hat Dr. Benjamin Lenhart, Sprecher am Amtsgericht, in seinem Büro schon gemessen. Im großen Sitzungssaal ebenfalls. Kaum auszuhalten und unzumutbar. Mittlerweile sind in den meisten Büros neue Fenster eingebaut, die übrigen werden bald ausgetauscht. Insgesamt werden am Ende 125 Holz-Alu-Fenster, 21 Metallfenster und eine etwa 40 Quadratmeter große gläserne Fensterwand erneuert. Zudem fehlen noch ein paar neue Heizkörper. Dann ist die energetische Sanierung abgeschlossen.

Ehemalige Hypo-Bank

Aktuell werden Räume im Erdgeschoß entkernt. Auf etwa 600 Quadratmetern war dort bis Ende 2014 die Hypo-Vereinsbank untergebracht. Doch das Gericht benötigt die Fläche selbst. Ein zusätzlicher, großer Sitzungssaal entsteht, zudem kommen neue Vernehmungszimmer und Aufenthaltsräume. Bis sie genutzt werden können, dauert es noch eine Weile. Gerichtssprecher Lenhart geht von Ende 2021 aus.

Als „Riesenbaustelle“ bezeichnet er aktuell den Keller, wo stapelweise Akten lagern. „Es ist übel da unten.“ Überall ist Feuchtigkeit eingetreten, er muss komplett saniert werden.

Ehemalige Pizzeria

Im Dezember 2018 hieß es gegenüber dem Tagblatt: „Zeitnah“ beginnen die Planungen dazu, wie man die Räume der ehemaligen Pizzeria nutzt. Bislang gibt es darauf keine Antwort. Fest steht: Vermietet werden die rund 160 Quadratmeter nicht mehr, das Amtsgericht braucht den Platz. Sei es als Lagerfläche oder für zusätzliche Besprechungsräume, „wir haben kein Problem, die Zimmer zu füllen“, sagt Lenhart. Ende 2020, Anfang 2021, schätzt er, wird dieser Bereich angegangen. Auch dort muss alles erst einmal entkernt werden.

Die Kosten

Über drei Millionen Euro hat der Freistaat Bayern, dem das Gebäude aus den 1950er Jahren gehört, in den umfangreichen Umbau des Eingangsbereichs gesteckt. Auch für die weiteren Arbeiten nimmt die Regierung viel Geld in die Hand. 1,53 Millionen Euro waren wie berichtet für die energetische Sanierung veranschlagt, 2,875 Millionen Euro für den aufwändigen Umbau der ehemaligen Bankräume. Ob sich die kalkulierten Kosten halten lassen, kann Gerichtssprecher Lenhart noch nicht sagen. Mit einer massiven Steigerung jedenfalls sei nicht zu rechnen.

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