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2020 soll der Um- und Ausbau abgeschlossen sein

Die ersten Kalkulationen liegen vor 

Sanierung der Berufsschule: Mit diesen Kosten rechnen die Planer

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Es hat viele Jahre auf dem Buckel. 1972 wurde das Berufliche Schulzentrum in Garmisch-Partenkirchen an seinem heutigen Standort eröffnet. Die Zeit ist reif, das Gebäude für die Zukunft fit zu machen. Jetzt liegen die ersten konkreten Kostenkalkulationen vor

Garmisch-Partenkirchen – Die Konkurrenz schläft nicht. „Weilheim baut, München baut“, sagt Alkmar Zenger. Der Kreisbaumeister meint damit Berufsschulen in diesen Orten. „Wir sind in Zugzwang.“ Die Einrichtung in Garmisch-Partenkirchen muss mit anderen mithalten können, attraktiv sein, um eventuell neue Berufszweige hinzuzugewinnen. Vor allem aber, um keine zu verlieren. Der Landkreis reagiert und passt das Gebäude an der partnach den heutigen Erfordernissen an. Mittlerweile ist die Entwurfsphase für die Sanierung und Erweiterung abgeschlossen. Ebenfalls übermittelten die beauftragten Planer nun die erste Kostenberechnung.

Für die Erschließung, das Bauwerk, die technischen Anlagen und die Außenanlagen steht eine Summe von knapp 17,5 Millionen Euro im Raum. Dabei bleibt es nicht. Es gibt weitere Faktoren zu berücksichtigen. Rechnet man den Baupreisindex von zwei Prozent, die zu erwartenden Nebenkosten, Planungshonorare in Höhe von etwa 25 Prozent und die Mehrwertsteuer dazu, liegen die Gesamtkosten bei rund 26 Millionen Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für die lose Ausstattung, also Stühle und Tische. „Darüber können wir heute noch keine Aussagen treffen“, sagte Zenger im Schulausschuss. Weitere zwei Millionen Euro schlagen für die Container-Lösung zu Buche (wir berichteten).

Bislang war die Rede von acht Millionen Euro. Ein Anhaltspunkt für den Architektenwettbewerb, der 2016 stattfand. Bei diesen Entwürfen „ging es damals ausschließlich um die Fassadengestaltung und Aufstockung des Gebäudes“, teilt Behörden-Sprecher Stephan Scharf mit. In welcher Größenordnung Zuschüsse fließen könnten, steht noch nicht fest. Die Sanierungsmaßnahmen müssen noch mit der Förderstelle der Regierung von Oberbayern abgestimmt werden. Nach Aussage Scharfs ermögliche das so genannte Gesetz über den Finanzausgleich zwischen Staat, Gemeinden und Gemeindeverbänden grundsätzlich Finanzspritzen für Schulbau-Projekte von bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten.

Nicht nur die Höhe der Investition wird immer konkreter, sondern auch der zeitliche Ablauf der Arbeiten. Als erster Schritt ertüchtigt man noch in diesem Jahr die Räume im Neubau, die als Werkstätten oder als Lehr- oder Reparaturbereiche genutzt werden. Die eigentlichen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen beginnen in den Sommerferien 2018. „Wir peilen eine Bauzeit von eineinhalb Jahren an“, sagte Zenger. Heißt: Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass der Umzug in den Oster- oder Pfingstferien erfolgen kann.

Überblick über die einzelnen Schritte:

Bestandsbau:

Der Altbau ist als zwei, teilweise als dreigeschossiger Flachdachbau konzipiert. Das Konzept sieht die Aufstockung des kompletten nordöstlichen Bauteils in Leichtbauweise vor. Außerdem soll die Aula des Erdgeschosses zu einer Mensa erweitert werden.

Klimaschutz:

Das Gebäude wird auf den Stand der Energie-Einsparungsverordnung (EnEV) gebracht. Das heißt, die gesamte Gebäudehülle, die Keller- und die oberste Geschossdecke bekommen eine Dämmung. Ebenfalls kommt bei der Beleuchtung LED in Kombination mit Bewegungsmeldern zum Einsatz. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Darüber hinaus ist die Einrichtung seit Frühsommer 2017 an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Inbetriebnahme steht in den nächsten Tagen an.

Innenbereich:

Die Mensa entsteht im Bereich der Aula. Im Kern des Gebäudes müssen Umkleiden, Sanitär- sowie Installationsbereiche umgebaut werden. Im ersten Obergeschoss strukturiert man die Gastronomieküche. Ein Stockwerk höher muss die Küche umgebaut werden und erhält einen Restaurantbereich. Drei neue Klassenräume sowie ein Fachklassenraum für Bäckereifachverkäuferinnen sind geplant. 

Barrierefreiheit: In diesem Zusammenhang sind umfangreiche Umbauten notwendig. Im Erdgeschoss müssen fast alle Innenwände abgebrochen und versetzt werden.

Brandschutz: Die nordwestliche Fluchttreppe ist zu schmal. Dafür soll es Ersatz geben. Ebenfalls sind alle Türen auszutauschen. Auch die Zwischendecken entsprechen teilweise nicht mehr den Anforderungen, weshalb sie aufwendig ertüchtigt werden.

Baukonstruktion: Voruntersuchungen haben ergeben, dass die teilweise hohen Grundwasserstände an der Partnach zu Problemen mit den Grundleitungen führen und immer wieder Wasserschäden durch Rückstau verursachen. Deshalb müssen diese Leitungen ausgetauscht werden

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