+
Neue Doppelspitze: Peter Fischer (r.) und Philip Frankenberger. 

skiclub garmisch 

Peter Fischer präsentiert Nachfolger

  • schließen

Es tut sich was beim SC Garmisch: 2018 wird es so weit sein. Dann will sich Peter Fischer aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Diesen Job soll dann Philip Frankenberger übernehmen. 

Garmisch-Partenkirchen –Philip Frankenberger, Initialen PF also. Ein Zufall? PF wie Peter Fischer. Nein, soweit würde auch der starke Mann beim Skiclub Garmisch nicht gehen. Dass er seinen Nachfolger nach den Initialen aussucht – Unsinn. Ein Schmunzler vielleicht, aber: Scherz beiseite. Fischer hat am Donnerstagabend seinen Kandidaten ins Feld geführt, ihn durch die Mitglieder bei der Jahresversammlung des Skiclubs Garmisch im Gasthof am Mohrenplatz inthronisieren lassen. Zunächst als Zweiten Vorsitzenden, „den Co-Piloten“, wie Wahlleiter Fritz Dopfer senior treffend bemerkte. Den 32-Jährigen hält der Boss für fähig, sein Erbe anzutreten.

Nicht sofort. Das ist nun auch klar. Fischer hatte ursprünglich geplant, sich zum Ende des Jahres 2018 komplett aus dem Geschäft zurückzuziehen. Nun aber die Kehrtwende. Zu viel Widerstand aus den eigenen Reihen machte sich breit. So hielt er noch einmal Kriegsrat – mit Vertrauten, allen Mitgliedern des Vorstands, den wichtigen Köpfen aus dem Weltcup-Team. Die einhellige Meinung: „Das funktioniert so nicht, das haben sie mir zu verstehen gegeben.“ Ja, und manchmal liegt eben auch ein Fischer falsch. „Ich musste noch einmal in mich gehen.“ Das Ergebnis: Seine Mitstreiter haben Recht. „Ich akzeptiere und respektiere den Wunsch aller Beteiligten voll und sehe dies auch als großen Vertrauensbeweis.“

Letzte Bestätigungen bekam er von internationaler Seite, von Funktionären des Ski-Weltverbands FIS. Runter von 100 auf Null – so läuft das nicht. Das hätte womöglich auch fatale Folgen gehabt. Das ist ihm nun klar. „Viele hätten mit mir aufgehört, die Lücke wäre zu groß geworden. Die hätte der Skiclub nicht schließen können.“

SC hat 1700 Mitglieder

Auch Frankenberger hätte eine solche Konstellation wohl nicht mitgetragen. Das klingt aus seinen Worten durch. „Es war keine leichte Entscheidung, ich habe mir das schon reiflich und lange überlegt“, räumt er ein. Die Verantwortung, die Haftung – das sind riesige Rucksäcke, die sich ein junger Mensch wie Frankenberger auflädt. „Ich habe ja beim Weltcup live gesehen, mit welchen Schwierigkeiten Peter zu kämpfen hatte.“ Doch als Duo mit Fischer, der weiter Skiclub-Vorsitzender und Präsident des Organisationskomitees (OK) bleibt, somit weiter die Gesamt-Verantwortung trägt, bekommt er die Zeit zu lernen. „Dass er weitermacht, war für mich entscheidend.“ Schließlich bestehe die Aufgabe nicht nur darin, die Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen bestmöglich abzuwickeln. An diesem Posten hängt viel mehr. „Es geht ja auch um den Club.“ Um mittlerweile mehr als 1700 Mitglieder, die Sport im SC Garmisch betreiben.

Eine Gemeinschaftslösung musste also her. Und die fanden alle Beteiligten. Fischer fungiert weitere drei Jahre bis Mai 2020 als Frontmann im SCG. Die Mitglieder spielten ihm da keinen Streich. Wie gewohnt gab es keine Gegenstimme. 100 Prozent – ein jeder aus dem Vorstand bekam diese zugesprochen. Im Weltcup-OK aber wird früher Schluss sein. Der 30. Juni 2018 soll Fischers letzter Arbeitstag als Geschäftsführer dort sein. „Dann ziehe ich mich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück.“ Er will kürzertreten – unbedingt. „Ich möchte nicht mehr jeden Tag um 7 Uhr im Büro sitzen.“ Das wird Frankenbergers Job. Der schlüpft aber nicht direkt in die Fischer-Rolle. Geschäftsführer wird es zunächst keinen mehr geben. Der Nachfolger arbeitet zunächst ab 1. Juli 2018 als normaler Angestellter im Weltcup-OK. „Dort wird er von mir eingearbeitet“, sagt Fischer. Auch er erachtet diese Variante mittlerweile als besten Weg. „So haben wir einen geordneten Übergange, und Philip kann in Ruhe lernen.“

Fischer hält viel vom Kandidaten

Dass sein Kandidat der richtige ist, daran lässt er keine Zweifel. „Philip ist seit Kindesbeinen im Skiclub, ist für uns Rennen gefahren, hat schon als Trainer gearbeitet.“ In der Summe: „Er kennt den Verein, hat den Stallgeruch.“ Nicht ganz unwichtig. Zwei Jahre gehörte er auch dem OK für die Ski-Weltmeisterschaft 2011 an, war im Bereich Logistik engagiert. Zuletzt arbeitete er im Event-Bereich rund um den Olympiapark München. „Er kann das“, urteilt Fischer. Eines sei aber klar: „Das Standing und sein Netzwerk, das muss er sich selbst erarbeiten. Das kann ich ihm nicht übertragen, aber mein Wissen kann ich ihm vermitteln.“

Frankenberger macht sich nichts vor, weiß, auf was er sich einlässt. „Es ist eine Ehre, dass Peter mich als seinen Nachfolger sieht, aber die Fußstapfen sind groß.“ Er könne und wolle diese auch gar nicht ausfüllen. „Ich muss neue setzen.“ Für den Multisportler, der auch Fußball, Tennis und Golf spielt, eine große Herausforderung. Für ihn schließt sich aber auch ein Kreis. Sein Vater, Dr. Alex Frankenberger, ist schließlich Ehrenvorsitzender, führte den SCG vor Fischer. „Er hat mich auch beraten.“ Am Ende kamen alle zu einem Ja. Nun hat der Skiclub eben zweimal PF an seiner Spitze.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ettaler Berg teilweise gesperrt
Zwei Felsstürze sind schuld: Wegen diesen stehen Arbeiten am Ettaler Berg an  nicht ohne Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer.
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Per Pressemitteilung kündigt Amanda Stork, Initiatorin des Bürgerbegehrens zum Erhalt von Spielwaren Zitzmann, an, die Entscheidung der Gemeinderats gerichtlich …
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Tritt Neureuther kürzer? 
All zu lange ist es nicht mehr hin bis zu den Winterspielen in Pyeongchang. 2018 kämpft Felix Neureuther dort um Medaillen. Schon jetzt macht sich das Ski-Ass Gedanken …
Tritt Neureuther kürzer? 
Abschied von Pfarrer Bartholomäus Sanftl
Er gehörte zum Soier Dorfleben dazu, brachte sich ein, gestaltete mit. Nun ist Pfarrer Sanftl mit 86 Jahren gestorben. 
Abschied von Pfarrer Bartholomäus Sanftl

Kommentare