+

So könnte es weitergehen...

Curling-Halle: Zeichen stehen auf Kompromiss

  • schließen

Die Zeiten des exklusiven Curling-Eises sind vorbei. Das ist dem SCR-Hauptverein bewusst. Den Kampf um die Beeisung der Halle III geben die Verantwortlichen aber nicht auf. Sie streben Gespräche mit den Entscheidungsträgern an.

Garmisch-Partenkirchen – Christoph Falk will kämpfen. Für das Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen. Und vor allem dafür, dass die Curling-Abteilung des SC Riessersee bestehen bleibt. Deshalb kann der Vorsitzende des SCR-Hauptvereins den Vertrag, der ihm von Seiten der Gemeindewerke vorliegt, auch nicht unterschreiben. „Nicht in der jetzigen Form“, betont Falk. Darauf haben sich er und weitere Vertreter des Sportclubs bei der Sitzung des Vereinsrats verständigt. „Wir versuchen, die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass man aus dem Stadion mehr machen kann als bisher.“ Deshalb streben Falk und seine Mitstreiter auch schnellstmöglich ein Gespräch mit den Entscheidungsträgern an.

Dem steht Jürgen Winter, kaufmännischer Leiter der Werke, offen gegenüber – „auch wenn wir inhaltlich kaum Spielräume haben“. Den Beschluss, die Halle III nach der Saison 2017/18 nicht mehr zu beeisen, haben die Mitglieder des Verwaltungsrats schließlich in ihrer jüngsten Sitzung noch einmal bekräftigt. „Das ist eindeutig“, meint Winter. Entscheidend für den Vorstand der Werke ist, das Defizit des gesamten Komplexes, der sich im Schnitt auf 1,5 Millionen Euro beläuft, zu reduzieren. Gibt’s in der Curling-Halle künftig kein Eis mehr, bedeutet das im Umkehrschluss, „dass wir diese anderweitig nutzen können und so Einnahmen generieren“.

Das ist das Stichwort für Falk. Die Probleme, mit denen die Gemeindewerke zu kämpfen haben, sind dem Garmisch-Partenkirchner durchaus bewusst. Allerdings hält er den Weg, den die Betreiber einschlagen, für den falschen. „Nicht durch Schließungen, sondern durch längere Öffnungszeiten und bessere Auslastungen kann man das Defizit senken.“ Um alle Möglichkeiten zu eruieren, regt er an, einen externen Gutachter einzuschalten. Und vor allem, Vertreter aller Sportarten, die im Olympia-Eissport-Zentrum aktiv sind, ins Boot zu holen. „Das bedeutet viel Arbeit“, räumt Falk ein. Die scheuen aber weder er noch die anderen SCR-Vertreter.

Multifunktionale Nutzung als Vorschlag

Um die Halle III künftig wirtschaftlicher zu betreiben, schlägt er eine multifunktionale Nutzung vor. Sollten beispielsweise auch Eisstockschützen und Eiskunstläufer diese Fläche nutzen, ist klar, dass die Curler Abstriche bei der Eisbereitung in Kauf nehmen müssen. „Das ist ein Kompromiss, den wir ansteuern“, unterstreicht Falk.

Dafür, eine Fläche für mehrere Sportarten zu nutzen, kann sich Winter durchaus erwärmen. Allerdings nicht in Halle III: „Es gab auch vor deren Bau schon Curling in Garmisch-Partenkirchen.“ Sollte auf den verbleibenden Flächen eine Lösung für die Curler gefunden werden, „kann ich mir das durchaus vorstellen“. Den Bedarf für eine dritte beeiste Halle aber, den sehen er und die Mitglieder des Verwaltungsrats nicht.

Unabhängig von den Gesprächen, die nun im Raum stehen, geht’s Winter auch um den Vertrag für diese Saison. In dem dreiseitigen Schriftstück sind die Bedingungen fixiert, unter denen die Curler in den kommenden vier Monaten aufs Eis können. Auf Basis dessen, was 2016/17 zu Buche geschlagen hat, kalkuliert der Kaufmann mit 60 Arbeitsstunden für die Eisbereitung und veranschlagt dafür einen Pauschalpreis von 25.500 Euro. Sollte der Bedarf der Curling-Abteilung allerdings steigen, müsse diese die Mehrkosten schultern. Trotz dieses Beitrags, der den bis 2014 geflossenen 20.000-Euro-Zuschuss des Olympiastützpunkts Bayern, kompensieren soll, „ist der Betrieb noch nicht kostendeckend“.

Wie keines der Angebote im Stadion. Das ist den Verantwortlichen der Gemeindewerke bewusst. Trotzdem rütteln sie nicht am Eissportzentrum an sich – „niemand will es schließen“. Vorstand und Verwaltungsrat pochen aber darauf, das Defizit zu senken.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hallenbad-Ratsbegehren: Mittenwalder haben wieder die Wahl
Dass das Ratsbegehren der CSU zum Hallenbad am Dienstag durchgehen würde, war angesichts der Mehrheitsverhältnisse klar. Doch wie wird der Bürgermeister entscheiden? Im …
Hallenbad-Ratsbegehren: Mittenwalder haben wieder die Wahl
Murnauer (56) geht auf 80-Jährigen los und attackiert ihn mit Baseballschläger
Erst grüßte er noch, dann drehte er durch. Ein Murnauer übte Gewalt gegen einen 80-Jährigen aus. Der Täter wurde in die psychiatrische Klinik eingewiesen.
Murnauer (56) geht auf 80-Jährigen los und attackiert ihn mit Baseballschläger
Gapa-Card-Inhaber fahren bald kostenlos mit den RVO-Bussen
Eine Kooperation macht’s möglich: Garmisch-Partenkirchens Gäste, die eine Gapa-Card besitzen, können ab 1. Mai gratis Busfahren. Nur für eine Verbindung gilt das Angebot …
Gapa-Card-Inhaber fahren bald kostenlos mit den RVO-Bussen
Richard-Strauss-Festival: 200 Spender für je 500 Euro gesucht
Das Programm steht. Und es gefällt. Das wurde bei der Präsentation in Garmisch-Partenkirchen deutlich. Insbesondere die „Verwurzelung im Ort“ kommt an. Um die Lücke im …
Richard-Strauss-Festival: 200 Spender für je 500 Euro gesucht

Kommentare