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Der eigene Streichelzoo im Garten: (v. l.) Kim Rothfuß, Ute Leitner, Hannah mit Lämmchen Lotta, Inge Sperber, Vincent, Maria Therese Eberl, Vincent, Elisabeth Peter mit Helena, Uta Duchrau und Theresa freuen sich über ihre tierischen Mitbewohner, die auch als Rasenmäher fungieren. 

Vier Schafe mit vollem Terminkalender

Schaf-Sharing! Hier mähen Tiere den Rasen

Ein naturnaher Garten, in dem sich Insekten und andere kleine Tiere wohlfühlen, ist das Ziel von einigen Garmisch-Partenkirchner Nachbarn. Deshalb stellten sie ihre Rasenmäher zur Seite und schafften sich stattdessen vier Zwergschafe an. Ihre Idee kommt an.

Garmisch-Partenkirchen – Ein kurzer Blick nach oben dann senken sie den Kopf wieder in Richtung des saftigen Grases. Von ein paar Schaulustigen lassen sich die Schafe nicht aus der Ruhe bringen. Genüsslich verzehren sie den Rasen im Garten des Mehrfamilienhauses im Ortsteil Partenkirchen. Entlang des mobilen Zauns laufen Kinder wild umher, um alles zu verfolgen, was die goldigen Vierbeiner zu machen. Sie müssen tatsächlich genau schauen, denn die circa 46 Zentimeter großen Wollträger, die ursprünglich aus der französischen Bretagne stammen, verschwinden teilweise im hohen Gras.

Garmisch-Partenkirchner, die ihren Kindern den Streichelzoo direkt in den eigenen Garten holen wollen, können sich bei Elisabeth Peter die Herde bestehend aus vier Zwergschafen (Leo, Milla, Ylvie und Lotta) gerne einmal ausleihen. Die Gruppe von Wiederkäuern erfreut aber nicht nur die Mädchen und Buben – nein, die Tiere sind auch eine umweltschonende Alternative zum Benzin- oder Elektrorasenmäher. „Schafsharing“ nennt Peter die Idee. Die hat sie und ihre Nachbarn Lisa Rühl, Ursula Höger, Susi Beyer, Verena Tuchscherer, Christine Wedler und Kim Rothfuß dazu bewogen, sich die bretonischen Zwergschafe anzuschaffen. Hintergrund war: „Eine schonende Art der Grünflächenpflege, die hilft Artenvielfalt und Lebensräume für Insekten und Singvögel zu bewahren“, erklärt Peter. „Auch wollten wir Interessierten den Kontakt zur Natur und unseren Tieren anbieten“, erzählt die junge Mutter. „Anfangs haben wir unsere tierischen Gärtner noch an Verwandte und Freunde ausgeliehen.“ Mittlerweile könne jedoch jeder, der seinem Rasenmäher einmal eine Pause gönnen möchte, die Dienste dieser besonderern Gartenhelfer anfragen. Eine eigene Webseite des „flauschigen Startups“ befindet sich bereits in Planung.

Durch die Schafe wird der Rasen gedüngt

Wer meint, dass Leo und seine Damen nur kleine Bereiche meistern können, der irrt. Bis zu 50 Quadratmeter Rasenfläche beträgt das wöchentliche Pensum der Zwergschafe. Sicherlich entspricht die Grünfläche dann nicht dem Standard eines „Englischen Rasens“, auch wäre ein Einsatz auf dem Golfplatz als „Greenkeeper“ eine zu hoch gesteckte Ambition an die niedlichen Wollträger. Aber für Gartenliebhaber, die an einer natürlichen Optik mehr interessierte sind als an einer einheitlichen Länge von Grashalmen, eignen sich die tierischen Rasenmäher durchaus.

Befürchtungen hinsichtlich der Hinterlassenschaften kann Peter rasch zerstreuen. „Auf Grund der Körpergröße verursachen sie vergleichsweise wenig Exkremente und diese werden von den Tieren dann selbstständig in den Boden eingetreten.“ Das Düngen des Rasens wäre somit auch erledigt, ein weiterer Vorteil, den die tierischen Pflanzenfreunde ganz ohne Aufpreis mit sich bringen.

„Alle Details hinsichtlich Kosten und Umgang mit den Tieren werden vorab besprochen“, erklärt Peter. Die Handhabung des mitgelieferten elektronischen Zauns bedarf einer kurzen Einweisung, sollte aber auch Nichtschäfern möglich sein. Die Vierbeiner an sich sind pflegeleicht. Alles, was zu ihrem Wohlergehen nötig ist (Witterungsschutz, Einzäunung) wird gestellt. Falls es jedoch trotzdem mal zu Schwierigkeiten kommt, kann man sich an ihre in Garmisch-Partenkirchen wohnenden Besitzer wenden.

All-Inclusive-Paket mit vielen Extras

Die Nachbarschafts-Initiative rund um Peter bietet ein All-Inclusive-Paket mit vielen Extras an. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Terminkalender von Leo, Milla, Ylvie und Lotta nur noch wenige Freiräume aufweist. „Wir haben schon sehr viele Anfragen für diesen Sommer – wer unsere Schafe buchen will, der muss sich beeilen“, betont Peter.

Rechtzeitig dran war die Hausgemeinschaft im Ortsteil Partenkirchen – zur Freude der Kinder. „Wir verbringen jetzt viel mehr Zeit im Garten“, sagt Inge Sperber. Auch könne man Gräser und Blumen länger stehen lassen und ihnen so die Chance geben auszublühen. Ein positiver Nebeneffekt von Leo und Co., „der dazu noch die Natur schont“. Wer in Garmisch-Partenkirchen also auf der Suche nach grasenden Schafen ist, der sollte künftig einfach mal in Nachbars Garten schauen.

Wer die Schafe

ausleihen will, kann sich per Mail an info@natursula.de melden.

Tobias Skinner

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