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Böllerwürfe auf Polizisten, zwei Brände, Schlägereien: Raue Silvesternacht in Garmisch-Partenkirchen

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Von: Josef Hornsteiner

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Wohnhaus brennt: Die Asylbewerberunterkunft an der Griesgartenstraße konnte gerade noch gerettet werden.
Wohnhaus brennt: Die Asylbewerberunterkunft an der Griesgartenstraße konnte gerade noch gerettet werden. © sehr

Die Silvesternacht in Garmisch-Partenkirchen forderte die Einsatzkräfte. Zu zwei Bränden mussten sie ausrücken. Im Ortszentrum wurden unzählige Feuerwerkskörper abgebrannt, die teilweise in Menschentrauben explodierten oder gezielt auf Polizeibeamte geworfen wurden.

Garmisch-Partenkirchen – Der Jahreswechsel sorgte im Garmisch-Partenkirchner Ortszentrum teils für Ausnahmezustände: Schon weit vor Mitternacht schossen unzählige Feuerwerkskörper in die Luft, auf dem Boden lagen brennende Schachteln, Raketen und Böller explodierten oft mitten in Menschentrauben. Feierwütige bewarfen Polizeibeamte gezielt mit Böllern, die Stimmung war teils sehr aggressiv. Das erste Silvester nach zwei Jahren Corona-Pandemie hatte es in sich.

Zudem hat es gleich zweimal in der Nacht auf den 1. Januar gebrannt – unter anderem im ehemaligen Hotel Bayerischer Hof in Garmisch-Partenkirchen, mittlerweile ein Asylbewerberheim. Die Einsatzkräfte wurden um 1.05 Uhr an die Herberge an der Griesgartenstraße geschickt. Ein hölzerner Balkon im zweiten Obergeschoss stand aufgrund eines Feuerwerkskörpers in Brand. Die anrückenden Feuerwehren aus Garmisch und Partenkirchen konnten mit drei Löschzügen gerade noch rechtzeitig eine Katastrophe verhindern: Das Feuer breitete sich bei ihrem Eintreffen bereits auf Teile der Hausfassade sowie auf den Balkon im dritten Obergeschoss aus. In der Unterkunft sind neben Erwachsenen auch viele Kinder untergebracht. Die Bewohner im obersten Stockwerk mussten kurzzeitig evakuiert werden. Zu Schaden kam glücklicherweise niemand, das Feuer hatten die Brandbekämpfer schnell im Griff. Das Gebäude konnte daraufhin bis auf die betroffenen Balkone wieder freigegeben werden. Der Schaden beläuft sich auf 20 000 Euro.

Brennende Schachteln, viel Müll: Die Böllerei hat unter anderem am Marienplatz für viel Aufräumarbeit gesorgt.
Brennende Schachteln, viel Müll: Die Böllerei hat unter anderem am Marienplatz für viel Aufräumarbeit gesorgt. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Zuvor schon, um 0.10 Uhr, stand am Schlüsselkarweg eine Hecke in Flammen. Auch dort konnte aufgrund des schnellen Eingreifens der Feuerwehr ein Übergriff auf die angrenzenden Gebäude verhindert werden. Lediglich zwei Autos, die vor der Hecke parkten, wurden durch Rußablagerungen in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden liegt bei etwa 10 000 Euro.

Zudem waren Polizei und Rettung durch eine Schlägerei in einem Lokal am Marienplatz gefordert. Männer traktierten sich dort in der Silvesternacht mit ihren Fäusten. Alle Beteiligten waren stark alkoholisiert, teilt die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen mit. Einer erlitt Platzwunden an den Lippen, außerdem war eine Zahnreihe im Unterkiefer locker, weswegen er ärztliche Versorgung brauchte. Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzung.  joho

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