Niemand verletzt sich

Die Schneefalle: Zwei Einsätze für die Bergwacht

  • schließen

In den höheren Lagen liegt noch Schnee. Das haben am Wochenende sowohl ein Paar als auch eine Familie aus Moskau nicht berücksichtigt, als sie unabhängig voneinander ins Gebirge aufgebrochen sind. Zurück ins Tal ging‘s dann mit dem Hubschrauber.  

Garmisch-Partenkirchen – Diese Urlaubserinnerung hätte sich eine Familie aus Moskau sicher gerne erspart: Vater (46), Mutter (45) und Tochter (14) waren am Sonntag zu einer Bergtour aufgebrochen, die ein ungeplantes Ende nahm. Die drei steckten im Bereich der Rinderscharte zwischen Höllental und Osterfelderkopf fest und alarmierten schließlich gegen 20.36 Uhr die Bergwacht.

Die Einsatzkräfte orteten zunächst das Handy, mit dem der Notruf abgesetzt wurde, um den genauen Standort der Familie herauszufinden. Danach versuchten sie, einen Hubschrauber anzufordern. „Bei dem Wetter war das nicht so leicht“, sagt Toni Vogg, Sprecher der Bergwacht Grainau. Schließlich kam der Polizei-Heli Edelweiß 4 und brachte die Retter zum oberen Ende des Rinderschartenwegs, wo sich die Russen befanden. Mutter und Tochter wurden zuerst in Sicherheit gebracht. Der Mann musste noch im Gebirge ausharren, weil ein Gewitter aufzog. Währenddessen nutzten fünf Bergwacht-Kameraden die Osterfelderbahn, um dann zu Fuß zu dem Vater aufzubrechen. „Für den Fall, dass der Heli nicht mehr fliegen hätte können“, berichtet Vogg. Doch für einen kurzen Moment klarte es auf, sodass es möglich war, den 46-Jährigen aus der Luft zu retten. Verletzt hat sich keiner der drei, der Einsatz dauerte bis um 0.30 Uhr.

Die Familie hatte offensichtlich nicht den derzeitigen Zustand des Weges bei der Tour kalkuliert. „Der Weg ist komplett unter Schnee“, schildert Vogg die Situation, die aktuell noch für viele Bereiche gilt. „Wenn es dann noch dunkel wird und man sich nicht auskennt“, dann sitzt man in der Patsche.

In eine ähnliche Bredouille ist ein Paar aus Franken bereits am Freitag geraten. Ein 25-Jähriger und seine Freundin (23) hatten sich gegen 12.50 Uhr in der Alpspitz-Ferrata verstiegen. „Sie waren überrascht, dass die Seile noch unter Schnee sind.“ Außerdem fehlte ihnen eine entsprechend gute Ausrüstung. Vier Bergwachtmitglieder flogen mit dem Christoph Murnau zu den beiden und befreiten sie mit der Winde aus der misslichen Lage. Auch sie blieben unversehrt.



Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach tragischem Todesfall: Wellenberg-Betriebsleiter hat gekündigt
Der Prozess gegen zwei Bademeister vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen und der Chlorgas-Austritt im Oberammergauer Wellenberg waren die Auslöser für …
Nach tragischem Todesfall: Wellenberg-Betriebsleiter hat gekündigt
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Zwei Felsstürze sind schuld: Wegen diesen stehen Arbeiten am Ettaler Berg an  nicht ohne Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer.
Ettaler Berg teilweise gesperrt
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Per Pressemitteilung kündigt Amanda Stork, Initiatorin des Bürgerbegehrens zum Erhalt von Spielwaren Zitzmann, an, die Entscheidung der Gemeinderats gerichtlich …
Hummel erwägt Klage gegen Zitzmann
Tritt Neureuther kürzer? 
All zu lange ist es nicht mehr hin bis zu den Winterspielen in Pyeongchang. 2018 kämpft Felix Neureuther dort um Medaillen. Schon jetzt macht sich das Ski-Ass Gedanken …
Tritt Neureuther kürzer? 

Kommentare