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Der Übergang vom Schneggensteg auf die Loisachstraße beschäftigt die Planer noch.

Ausbau startet 2018

Schönheitskur für die Loisachstraße

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Sie ist eine besondere Straße, eine, die durchs historische Garmisch führt. Eine, an der denkmalgeschützte Ensemble stehen. Jetzt soll die Loisachstraße umgestaltet werden. An der teilweisen Pflasterung scheiden sich aber die Geister.

Garmisch-Partenkirchen – Tiefe Löcher und ein mehrfach geflickter Teerbelag – das macht die Loisachstraße aus. Wer sie nutzt, um beispielsweise zur Grund- und Mittelschule am Gröben zu gelangen, der muss sich auf eine holprige Fahrt einstellen. Vor allem das Dreieck Loisach-, Frühling- und Grasbergstraße ist in einem katastrophalen Zustand. Das soll sich nun ändern. Die Planungen für die Neugestaltung des Abschnitts zwischen Burg- und Maximilianstraße laufen auf Hochtouren. Der tatsächliche Ausbau erfolgt ab 2018 – in zwei Abschnitten. Im Investitionsprogramm der Gemeinde sind dafür 1,37 Millionen Euro fürs kommende und 240.000 Euro für 2019 eingestellt.

Die Mitglieder des Bauausschusses beschäftigten sich jetzt mit den Stellungnahmen, die dazu eingegangen sind. Die vorgesehene Bepflanzung ist ein Thema, das nicht bei allen Anliegern gut ankommt. „Der Dreck durch das Laub und die Sichtbehinderungen waren die größten Bedenken“, erklärte Christoph Ehrhardt aus dem Tiefbauamt. Auch die Frage, wohin mit dem Schnee, beschäftigte die Betroffenen. Außerdem kamen die Bänke, die am Schneggensteg und am Zwickel, an dem sich Loisach- und Frühlingstraße treffen, aufgestellt werden sollen, nicht bei allen an. „Die Befürchtung ist, dass sich Jugendliche dort nachts treffen“, sagte Ehrhardt. Allein daran soll das Vorhaben aber nicht scheitern. Bauamtsleiter Jörg Hahn regte an, „erst auszubauen und dann mögliche Standorte anzuschauen“.

Kein schöner Anblick: Der Zwickel, an dem sich Loisach- (r.) und Frühlingstraße treffen, soll umgestaltet werden. Ein Brunnen, wie zunächst geplant, wird dort aber nicht errichtet.

Was die Gemeinde den Planern um Dietmar Narr schon einmal als Hausaufgabe mitgab, betraf den besagten Zwickel. An dem war ein Brunnen samt kleiner Grünanlage angedacht, auf den „werden wir nun verzichten“, betonte Hahn. Der vorhandene Brunnen an der Grasbergstraße bleibe derweil erhalten.

Ihm und allen anderen, die sich mit den Plänen rund um die Loisachstraße befassen, ist bewusst, dass sich diese in einem besonderen Bereich im historischen Teil von Garmisch befindet. Der mittlere Teil der Straße, etwa im Bereich des Schneggenstegs, steht unter Ensembleschutz. Deshalb liegt der Gemeinde auch daran, das Ganze optisch aufzuwerten. Und zwar unter anderem durch das Verlegen von Pflastersteinen – zumindest teilweise. „Das wird sicher teurer als Asphalt“, räumte Hahn ein. Die Mehrkosten im Fahrbahnbereich werden aber nicht auf die Anlieger umgelegt, sondern von der Gemeinde und aus dem Topf der Städtebauförderung geschultert. Auf Nachfrage von Josef Angelbauer (Freie Wähler) erklärt Markus Gehrle-Neff, stellvertretender Bauamtsleiter, dass 60 Prozent davon, sofern die Gestaltung höherwertig und der Verkehr reduziert werden, bezuschusst werden. „Die jetzige Planung entspricht den Anforderungen.“

Höhere Lärmbelastung durch Pflastersteine?

Was allerdings auch verschiedenen Mitgliedern des Ausschusses Sorgen machte, ist die Frage, ob die Pflastersteine nicht langfristig zu einer höheren Lärmbelastung führen. Eine Befürchtung, die Narr nicht teilte. „Das sind Eindrücke, die von altem Kopfsteinpflaster herrühren“, meinte der Landschaftsarchitekt und Stadtplaner. Im Fall Garmisch-Partenkirchen werde engfugig gesägter Granitstein verlegt, auf dem der Verkehrslärm kaum hörbar sei. Zumal der gesamte Bereich auch durch verschiedene Hindernisse so gestaltet wird, dass Autos nicht durchrasen, sondern mit maximal 30 Stundenkilometern durchfahren können. Wer ihm nicht glauben sollte, den verwies Narr auf Kempten, „wo genau diese Steine vor ein paar Jahren verlegt wurden“. Argumente, die letztlich die Mitglieder des Bauausschusses überzeugten. Mit 6:4-Stimmen beschlossen sie, an der ausgelegten Planung festzuhalten.

Die Idee, das Tempo zu drosseln, kam bei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) an. Schließlich strebt die Gemeinde genau das langfristig für alle Wohngebiete an, wenn das Fahrradkonzept nach und nach umgesetzt wird. Dabei ist aber auch ihr klar, dass gerade die Loisachstraße erst durch den Kramertunnel tatsächlich entlastet wird. Wenn die Garmischer Umfahrung fertig gestellt wird, hat es ein Ende, dass diese Verbindung von Skifahrern, Urlaubern und Ausflüglern als Umleitung genutzt wird.

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