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Verwunschener Anblick: Die Sieben Quellen liegen bei Eschenlohe.

Orte zum Kraft tanken

Die schönsten Fleckerl im Landkreis

Moore, Seen, lebendige Gemeinden, Berggipfel und Wiesen: Der Landkreis ist vielseitig. Und bietet jede Menge Potenzial für Lieblingsplätze. Wo halten sich Einheimische gerne auf? Wo fühlen sie sich wohl? Und mit welchen Orten verbinden sie besondere Erinnerungen? Fragen, auf die es verschiedenste Antworten gibt.

Landkreis – Für Sandro Leitner kann ein Lieblingsplatz nur eines sein: „Ein Ort, der Balsam für die Seele ist“, sagt der Ortsgruppenleiter der Wasserwacht Garmisch-Partenkirchen. Und genau das macht den Eibsee bei Grainau für ihn aus. Auf 1000 Metern Höhe habe man schon „die Zugspitze im Nacken“. Leitner schaltet dort gern ab und lässt die Seele baumeln.

Mit seinem klaren, grün-getönten Wasser gilt der Eibsee als einer der schönsten Seen in den bayrischen Alpen, manche nennen ihn liebevoll die bayerische Karibik. Diesen Kosenamen kennt auch 29-jährige Leitner, der zurzeit im Schichtdienst in Weilheim arbeitet. Er sucht den Ausgleich zum Beruf in der heimischen Natur: „Das Beste nach einem langen Arbeitstag: Wenn ich durch den Farchanter Tunnel fahre und unsere wunderschönen Berge sehe.“

Nach ihrem Lieblingsplatz gefragt, fallen Tatjana Pokorny gleich zwei Antworten ein. Natürlich das Kleine Theater Garmisch-Partenkirchen, in dem sie Juniordirektorin ist. Und die Neuner Alm, für sie ein ganz offener und zugleich „sehr traditioneller“ Ort. Die Alm liegt oberhalb von Grainau auf 910 Metern Höhe, ist zu Fuß in zirka 20 Minuten zu erreichen und auch für Kinder und Senioren geeignet. „Oder auch für Schwangere“, sagt Pokorny und lacht. „Das hab’ ich schließlich auch selber gemacht“, sagt sie über Aufstiege mit Babybauch. Die Alm hat sie als kleines Mädchen kennengelernt. „Ich bin schon als Kind mit meinen Eltern dort hingegangen“, sagt Pokorny. Und so sind mit dem Lieblingsplatz viele Erinnerungen verbunden. Als Pokorny nach ihrem Wegzug 2008 in die Heimat zurückgekehrt ist, hat sie die Hütte neu für sich entdeckt. Sie schwärmt nicht nur von der Wirtin und der Gemütlicheit dort, die Neuner Alm gibt ihr ein Stück Heimatgefühl.

Genau das verbindet Thomas Müller ( 49) mit der Krottenkopfhütte. Sie wurde im Sattel zwischen dem Krottenkopf und dem oberen Risskopf 1884 um- und ausgebaut und von da an bewirtschaftet. Seit seiner Kindheit besucht der Stellvertretende Bereitschaftsleiter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen diesen Ort. Mit der höchstgelegene Unterkunftshütte in den Bayerischen Voralpen sind für ihn viele Geschichten gekoppelt. „Sie hat eine traumhafte Aussicht und eine hervorragende Bewirtschaftung“, nennt Müller zwei von vielen Gründen, die die Einkehr so besonders und sehenswert machen. Auch Übernachtungen sind nach vier Stunden Gehzeit von Garmisch-Partenkirchen aus in der Hütte möglich.

Beim Stichwort Lieblingsplatz denkt auch Max Cavaller (14) vom Bikecenter Garmisch sofort an eine Hütte: die 1912 gebaute Reintalangerhütte, wo es ihm zufolge gutes Essen und tollen Service gibt. „Sie ist sehr traditionell, was eine der Eigenschaften ist, warum ich sie so schätze“, sagt Cavaller. Er entdeckte die Hütte 2013, als er von Spanien nach Garmisch-Partenkirchen gekommen war. „Das Ankommen ist das Beste, wenn man das Essen riecht.“ Dann weiß man, dass der Aufstieg die Mühen wert war. Nach oben kommt man mit dem Mountainbike oder zu Fuß.

So hoch hinaus muss es für Pfarrer Josef Konitzer (54) gar nicht gehen. Für ihn ist ganz Garmisch-Partenkirchen und dessen Umgebung voller Lieblingsplätze. „Denn die Menschen dort haben für alle eine offene Tür.“ Das habe er gerade erst wieder nach seinem Urlaub bemerkt. Nach einem Gottesdienst in der Windbeutelalm bemerkte er ein Stück Papier an der Windschutzscheibe seines Autos. Der Geistliche vermutete, dass es ein Strafzettel war. Aber mitnichten. „Herzlich Wilkommen zurück“ stand auf der Notiz, die ihn sehr freute. Ganz oben auf der Liste der Lieblingsplätze steht für den Pfarrer die St.-Martins-Kirche. In ihr findet Konitzer nicht nur Zugang zu Gott, ihn fasziniert der gesamte Barockbau.

Für Tessy Lödermann, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen, sind die Sieben Quellen in Eschenlohe etwas ganz Besonderes. Ein Lieblingsort, den sie selbst gerettet hat. Mit der Aktion „Bürger bewahrt das Loisachtal“ verhinderte die 61-Jährige mit anderen den Weiterbau der A 95. Und bewahrte somit den Abschnitt vom Pfrühlmoos bis in die Föhrenheide vor Veränderungen. „Die Sieben Quellen sind für mich zu allen Jahrezeiten ein magischer Ort“, sagt Lödermann. Es gebe eine große Vielfalt an Flora und Fauna, und manchmal könne man sogar einen Steinadler beobachten. „Das Pfrühlmoos mit seiner reichhaltigen Planzenwelt ist ein echtes Schatzkästchen der Natur“, beschreibt Lödermann. Am liebsten setzt sie sich auf eine Bank oberhalb der Quellen und genießt einfach die „schönste Aussicht über das Loisachtal“.

von Chantal Wiens

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