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Es gibt viel zu tun

Schulen als Geld-Schlucker: Landkreis investiert kräftig

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Es sind hohe, aber wichtige Ausgaben. Fünf Millionen Euro wendet der Landkreis heuer für seine Schulen auf. An den Investitionen führt kein Weg vorbei – und es werden nicht die letzten sein.

Landkreis – Es ist eine Hausnummer: 45 Millionen Euro hat der Landkreis in den vergangenen zehn Jahren in seine elf Bildungseinrichtungen mit knapp 4400 Schülern gesteckt. Die Wirtschaftsschule wurde an den Standort der Berufsschule verlegt, die Dreifach-Turnhalle der Zugspitz-Realschule generalsaniert, die Realschule Murnau neu gebaut und nicht zuletzt mussten die Gymnasien im Zuge der Einführung von G8 baulich angepasst werden. Gerade dabei „sind wir enorm unter Druck gestanden“, betonte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) im Schulausschuss des Kreistags. Finanzielle Entspannung ist nicht zu erwarten. Investitionen in Höhe von fünf Millionen Euro stehen ins Haus – allein in diesem Jahr. Es sei aber gut angelegtes Geld, wie Speer betonte. Bis auf Markus Hörmann und Christian Binder (beide CSU) stimmten alle Mitglieder dem Haushaltsentwurf zu. Dieser muss nun von der nächsten Instanz, dem Kreisausschuss abgesegnet werden.

Berufsschule

Der große Brocken, die Generalsanierung des Berufschulklassentrakts, kommt erst noch auf den Landkreis zu. Rund 28 Millionen Euro wird das Vorhaben schlucken. Heuer gibt’s den Startschuss. Im September sollen die (Vor-)Arbeiten beginnen. Dazu zählt unter anderem, das Sekretariat zu verlegen und die Nebenräume als Klassenzimmer zu aktivieren. „So müssen wir nicht soviel in Container auslagern“, sagte Kreisbaumeister Alkmar Zenger. Neben den 1,5 Millionen Euro für die Container-Lösung in diesem Jahr wird mit 2,8 Millionen Euro für die Planungsleistungen und die ersten Bauschritte kalkuliert.

Diese Summe machte Hörmann stutzig. „Das kommt mir hoch vor, wir fangen doch gerade erst an.“ Seehausens Bürgermeister befürchtete, dass Wünsche anderer eher Berücksichtigung finden könnten, wenn das Haushaltsvolumen nicht ausgeschöpft sei. „Mir wäre wohler, wenn man das Ganze um ein paar Hunderttausend runterschraubt.“ Als Kompromiss. Hörmann scheiterte mit seinem Anliegen. Den Grund lieferte Martin Reimann: „Wir schließen Verträge ab, die sollten haushaltsmäßig verankert sein“, betonte der Kämmerer. Die Kosten für Roh- und Rückbau könnten Zenger zufolge schon 2018 zu Buche schlagen.

Zugspitz-Realschule

Auf Platz zwei der langen Vorhaben-Liste steht die Zugspitz-Realschule, die auf den neuesten Stand gebracht werden soll. Schon jetzt beschäftigt sich der Landkreis als Sachaufwandsträger intensiv mit der Generalsanierung des 1980 errichteten Gebäudes – und muss Geld in die Hand nehmen. 100.000 Euro sollen für die Voruntersuchungen in den Vermögenshaushalt eingestellt werden. „Es gibt Mängel im Brandschutz und bei den Fluchtwegen“, schilderte Zenger den Zustand der Schule. Außerdem seien die Balkone aus Holz und seit 30 Jahren der Witterung ausgesetzt.

In welchen Kosten-Dimensionen Zenger und Co. insgesamt für das Projekt denken müssen, steht noch nicht fest. Diese werden laut Kreisbaumeister im Zuge der anstehenden Planungen ermittelt.

Realschule Murnau

Das Ende naht. 2018 soll die Großbaustelle an der Weindorfer Straße in Murnau auch finanziell abgeschlossen werden. Die Jahre des Umbruchs sind dann vorbei. 2014 konnten Buben und Mädchen die Klassenräume in der neuen Realschule Blaues Land beziehen, der erste Bauabschnitt war fertiggestellt. Es folgte der zweite samt Mensa, Turnhalle und Lehrerzimmer. Kostenpunkt: 20 Millionen Euro – ohne Grunderwerb. Die staatlichen Förderungen lagen bei 6,46 Millionen Euro. Dagegen erscheint die jetzt noch anstehende Summe von 200.000 Euro zur Restabwicklung – heißt noch offenen Rechnungen – fast schon wie Peanuts.

Staffelsee-Gymnasium

Umfangreicher als gedacht fallen die Arbeiten am Staffelsee-Gymnasium Murnau aus. „Das haben wir nicht mehr im laufenden Unterhalt machen können“, sagte Zenger. Zum einen ist das Dach verbesserungsbedürftig, das im Jahr 2000 montiert wurde. Wie Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf mitteilt, habe man Korrosion in verschiedenen Elementen festgestellt. „Um größere Schäden und vor allem Undichtigkeit zu vermeiden, müssen die betroffenen Teile ausgetauscht werden.“ Etwa 220 000 Euro fallen dafür an. Weitere 165.000 Euro muss der Landkreis in die Sanierung der Fassade und des Eingangs investieren.

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