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Entwickelt sich weiter positiv: Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Klinikum hat einen Dukatenesel

Klinikum Garmisch-Partenkirchen schreibt wieder schwarze Zahlen

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Garmisch-Partenkirchen - Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen schreibt schwarze Zahlen. Zum zweiten Mal in Folge. Der Gewinn fällt mit über zwei Millionen Euro ähnlich hoch aus wie 2015. Geschäftsführer Bernward Schröter glaubt, diese Zahl noch steigern zu können.

Seine Person nimmt Bernward Schröter nicht so wichtig. Er wirkt uneitel und geerdet und er versteht, sich und seine Arbeit einzuschätzen. Der 63-Jährige beweist, dass sich Alter, Engagement und Leistungsbereitschaft nicht ausschließen. Damit belehrt er jene Verwaltungsratsmitglieder eines Besseren, die bei seiner Bewerbung gegen ihn votiert hatten, weil sie glaubten, er sei nur auf der Suche nach einem Austragsstüberl. Seit einem Jahr sitzt Schröter auf dem Chefsessel des Klinikums Garmisch-Partenkirchen. Er weiß, dass der Erfolg des 505-Betten-Hauses nach zwölf Monaten nicht allein an seiner Person festgemacht werden kann. „Das Klinikum ist gut aufgestellt“, sagt der Geschäftsführer. „Aber das war es schon vor meiner Zeit.“ Wie gut, das beweisen die Zahlen: 2015 machte das Kommunal-Krankenhaus einen Gewinn von 2,25 Millionen Euro. Nach zehn Monaten 2016 steht fest, dass sich die schwarzen Zahlen heuer in einem ähnlichen Bereich bewegen werden. „Wir werden unseren Wirtschaftplan, der bei 1,98 Millionen Euro liegt, übererfüllen“, sagt Schröter, der den Umsatz auf 125 Millionen Euro beziffert. Ein Erfolg, der auch Anton Speer (Freie Wähler) freut. Bei der Bürgerversammlung des Marktes Garmisch-Partenkirchen sprach der Landrat gar von 2,5 Millionen Euro, die das Klinikum am Ende des Jahres auf der hohen Kante liegen haben wird. Um deutlich zu machen, wie gut in der Chefetage an der Auenstraße 6 gewirtschaftet wird, verwies er auf den Landkreis Weilheim-Schongau. Das dortige Klinikum mache Speer zufolge ein Minus von sechs Millionen Euro.

Bernward Schröter: „Wir können noch besser werden“

„Das möchte ich nicht kommentieren“, sagt Schröter. Er will sich ausschließlich um seine Baustellen kümmern. „Wir können noch besser werden.“ Und dadurch vor allem den Gewinn weiter steigern. „Wir haben noch Potenzial, gesundes Potenzial“, sagt er. Vor allem die Prozesse könnten optimiert werden. „Da steckt viel Geld drin.“ Schröter rechnet mit einem siebenstelligen Betrag. Den gedenkt er allerdings nicht auf die hohe Kante zu legen. Er will investieren: in Personal, Geräte und Baumaßnahmen. Und er räumt auf mit dem Gerücht, das Klinikum stehe so gut da, weil der Stand der Beschäftigten auf Kante genäht sei und vor allem die 450 Mitarbeiter in der Pflege über Gebühr belastet würden. Zum Vergleich: Das Krankenhaus Dachau, eine Klinik ähnlicher Größe, arbeitet mit 320 Schwestern und Pflegern. Beim Helios-Amper-Klinikum tat Schröter vor seinem Engagement in Garmisch-Partenkirchen als Geschäftsführer Dienst und verließ das Haus, weil er die zahlreichen Sparmaßnahmen nicht mittragen wollte.

Vertrag mit Murnau für 30 Jahre - Zusammenarbeit mit Kliniken aus der Region

Bernward Schröter

Die Kosten hat er auch in Garmisch-Partenkirchen im Blick. Das gehört zu seinem Job. „Und das ist wichtig, weil Krankenhaus auch Wettbewerb ist.“ In dem ist das Klinkum Garmisch-Partenkirchen gut aufgestellt. Vor allem in Sachen Reputation und Qualität. Einige Chefärzte stehen auf der „Focus“-Liste der Topmediziner weit vorne. Und das Krankenhaus verfügt über eine Abteilung wie Endogap, die Schröter „unseren Dukatenesel und unser Flaggschiff“ nennt. Die Endoprothetik des Hauses ist das fünftgrößte Zentrum in Deutschland. Schröters Ziel ist es, noch weiter nach vorne zu kommen, „Der Vierte liegt in Reichweite.“ Auch die Geburtshilfe hat sich positiv entwickelt. Kamen 2015 561 Babys in den Kreißsälen an der Auenstraße zur Welt, waren es in den ersten neun Monaten 2016 bereits 672. „Falls der Positivtrend 2017 anhält, denken wir darüber nach, die Geburtshilfe zu erweitern“, sagt Schröter. Und auch die Dependance der Inneren Medizin, die bei der BGU Klinik Murnau angesiedelt ist, wird durch eine Gefäßchirurgie erweitert. Zudem entstehen dort acht Dialyseplätze sowie ein Intensivplatz. Und die Verzahnung mit Murnau will Schröter festschreiben. Im ersten Quartal 2017 soll ein Vertrag geschlossen werden, der eine Laufzeit über 30 Jahre besitzt. Zudem möchte der die Zusammenarbeit mit den Kliniken in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Starnberg und Bad Tölz auf eine breitere Basis stellen. Fusionen, wie sie Sparkassen und VR-Banken praktizieren, weil sie in Problemen stecken, lehnt er (noch) ab. „Kooperationen sind das Gebot der Stunde“, meint Schröter.

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