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Rettungskräfte im Einsatz: Während die Männer der Feuerwehr Partenkirchen versuchen, den Autofahrer aus dem Wrack zu befreien, kümmern sich Notärzte und Sanitäter bereits um ihn - wie auch um den Busfahrer und die Fahrgäste.

B2 bei Garmisch-Partenkirchen

BMW kracht in Bus: Fahrer ist erst 18 Jahre alt

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Garmisch-Partenkirchen - Auf der B2 bei Garmisch-Partenkirchen hat sich ein schwerer Unfall ereignet: Ein BMW und ein Linienbus sind zusammengestoßen. Vier Personen wurden verletzt.

Er hat die Bilder noch vor Augen. Die Bilder jenes roten Linienbusses vom Regionalverkehr Oberbayern (RVO), hinter dem der 71-jährige Krüner auf der Bundesstraße 2 Richtung Garmisch-Partenkirchen hergefahren war. „Der Bus war nicht schnell unterwegs“, schildert er im Gespräch mit dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Murnauer Tagblatt. Auch nicht an der Gefällstrecke kurz vor der Schwabekurve.

Ganz anders der erst 18 Jahre alte Lenker eines BMW, der am Freitag gegen 10.10 Uhr in der Gegenrichtung fuhr. „Wie ein Pfeil“ sei der auf den Bus zugeschossen, erzählt die Frau des Krüners. Nur wenige Augenblicke später kracht es gewaltig: Der BMW prallt frontal in das RVO-Fahrzeug. Das Auto dreht sich und schleudert in die Leitplanke. „Zum Glück hat er uns nicht getroffen“, erzählt der Isartaler. Der Bus kommt von der Straße ab und rutscht in die Wiese, die einen Parkplatz von der B2 trennt. „Die Teile sind über uns hinweggeflogen“, sagt der Krüner. In dem Moment erleiden vier Personen bei dem Zusammenstoß zwischen Garmisch-Partenkirchen und Klais Verletzungen.

Bilder von der Unfallstelle

Bilder von der B2: BMW kracht in RVO-Bus

Ob tatsächlich unangepasste Geschwindigkeit zu dem Unfall führte, wie noch weitere Zeugen berichteten, ist unklar. Die Polizei ermittelt.

Der BMW-Lenker – ein Soldat aus Rheinland-Pfalz, der in der Mittenwalder Kaserne stationiert ist – wird in dem völlig zerstörten Wagen eingeklemmt. „Hinter uns ist sofort ein Mann mit einer langen Stange zu dem Auto gelaufen, um ihn zu befreien“, erzählt der Krüner. Aber der Pkw ist total demoliert.

Da braucht es schweres Gerät. „Der Patient war stark eingeklemmt“, schildert Klaus Straub, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Partenkirchen. Gut eine Dreiviertelstunde lang sind die Helfer damit beschäftigt, den Schwerverletzten mit Hydraulikspreizer und -schere sowie einem Greifzug zu befreien – so schonend, wie es nur geht. Parallel dazu kümmern sich ein Notarzt und Sanitäter um den Mann.

Auch die Insassen des Busses sind zunächst gefangen: Die Türen lassen sich nicht mehr öffnen. Mit einem Spezialschlüssel können die Feuerwehrmänner die Verriegelungen öffnen und die Türen danach aufdrücken. Der Busfahrer, ein 59-Jähriger aus Garmisch-Partenkirchen, sowie zwei Fahrgäste – wie alle Insassen nicht angegurtet – sind mittelschwer verletzt. Sie werden von einem zweiten Arzt und Sanitätern versorgt und in eine Klinik gebracht. Sechs weitere Personen werden untersucht, sind aber offenkundig mit dem Schrecken davongekommen und „können mit einem Kleintransporter weiterbefördert werden“, schildert Enrico Corongiu, Einsatzleiter für den Rettungsdienst.

Nach dem ersten Notruf war noch von einem Frontalzusammenstoß mit zwei Autos die Rede gewesen. Als die ersten Einsatzkräfte die Lage vor Ort erkannten, forderten sie sofort Verstärkung an. Neben 55 Männern und zehn Fahrzeugen der Partenkirchner Feuerwehr standen auch die Kameraden aus Garmisch in Bereitschaft. Der Rettungsdienst war mit zwei Notärzten, fünf Rettungswagen von Rotem Kreuz und MKT, einem Kranken- und einem Mannschaftswagen sowie zwei Einsatzleitern an der Schwabekurve. Insgesamt waren 25 haupt- und ehrenamtliche Kräfte vor Ort. Eine weitere Einheit des BRK war auf Abruf.

Während der schwierigen Rettungs- und Bergungsarbeiten – ersten Schätzungen zufolge entstand an beiden Fahrzeugen Totalschaden in Höhe von über 160.000 Euro – leitete die Feuerwehr den Verkehr wechselweise über den angrenzenden Parkplatz an der Unfallstelle vorbei. Es kam zu massiven Behinderungen auf der B2 und kilometerlangen Staus in beiden Richtungen. Bis zum späten Nachmittag wurde die Straße auch immer wieder gesperrt, um Spuren zu sichern für ein Gutachten, das die Staatsanwaltschaft angefordert hat.

Die beiden Krüner standen lange unter dem Eindruck des Unfalls. „Ich bin noch ganz flatterig“, sagt die Frau. Die Bilder dieses Tages werde sie so schnell nicht vergessen.

Matthias Holzapfel

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