Kreiszuschuss abgelehnt

Schwimmbad-Antrag: Beuting geht unter

Der Hallenbadstreit in Murnau hat nun auch zu Diskussionen im Kreisausschuss geführt. Wegen seines Zuschuss-Antrags stand Bürgermeister Rolf Beuting in der Kritik. Vor allem bei seinem Vorgänger – und möglichen Herausforderer.

Landkreis – Er wollte eine Millionen-Zusage. Bekommen hat er eine politische Watschn. Mehr noch: Mit seinem Antrag, Landkreisgelder für einen Schwimmbad-Bau in Murnau zu erhalten, ist Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) im Kreisausschuss regelrecht untergegangen. Fraktionsübergreifend gab es Kritik für seine Vorgehensweise. „Das geht so nicht“, bekam Beuting gleich mehrfach zu hören. Sein Vorgänger im Rathaus und politischer Erzrivale Dr. Michael Rapp (CSU) wusste die Situation zu nutzen. Er nahm den Ökodemokraten regelrecht auseinander und stellte am Ende einen Antrag zur Geschäftsordnung. Die Folge: Die Diskussion wurde abgebrochen und Beutings Antrag ad acta gelegt.

Und zwar so lange, bis er in Murnau seine Hausaufgaben gemacht hat. Sprich: Über einen Kreis-Zuschuss zu einem Schwimmbad wird erst abgestimmt, wenn es in der Marktgemeinde einen positiven Gemeinderatsbeschluss gibt. „Sonst wäre das doch ein Schuss ins Blaue“, monierte Garmisch-Partenkirchens Vize-Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU). „So wollen wir das nicht“, kritisierte Nikolaus Onnich (Freie Wähler) Beutings Vorgehen. Und Tessy Lödermann (Grüne) hatte sehr das Gefühl, von Beuting „den Schwarzen Peter“ zugeschoben zu bekommen. „Dass man grad einen Grund hat, warum man ,Nein‘ sagen muss“, spekulierte sie über Beutings Taktik. Will heißen: Wenn der Murnauer Bürgermeister keinen Kreiszuschuss in Aussicht gestellt bekommt, steht nicht genügend Geld für ein Schwimmbad zur Verfügung, also muss die Politik den Bau ablehnen.

Vorgehen sorgt für Kopfschütteln

Konkret ging es in der Ausschuss-Sitzung um 2,63 Millionen Euro. Diesen Anteil – so hatte die Behörde ausgerechnet – müsste der Landkreis übernehmen. Beuting schätzte die Baukosten auf rund zehn Millionen Euro. Und stellte klar „2,6 Millionen Euro – das reicht bei weitem nicht.“ Schließlich sei der Landkreis als Träger der Realschule und des Gymnasiums in der Pflicht. „Um das Schulschwimmen sicher zu stellen.“ Beuting könnte es sich zum Beispiel sehr gut vorstellen, dafür einen Betriebszweckverbund zu schließen.

Grundsätzlich erinnerte er daran, dass es einen Förderverein zum Bau des Bades gibt. Eigentlich hätte dieser den Antrag an den Landkreis stellen müssen. „Wir haben das nun im Auftrag getan.“

Worte, die bei Rapp nur Kopfschütteln verursachten. „Wir wünschen uns ein ganz normales Vorgehen“, sagte er im Namen der CSU-Fraktion. Auf diese Schelte folgte eine Vorführung mit dem politischen Florett. Altbürgermeister Rapp gilt nicht erst seit seinen politschen Angriffen im Murnauer Gemeinderat als Beutings großer Widersacher. Der „Michi“, wie ihn viele in der Marktgemeinde nennen, würden den CSU-Granden gern als Galionsfigur bei der Rückeroberung des Rathauses sehen. Ein Comeback hat Rapp gegenüber dem Tagblatt nie ausgeschlossen.

Im Kreisausschuss setzte der erfahrene Lokalpolitiker Beuting die Pistole auf die Brust. „Wie stehen Sie zu einem Schwimmbad“, fragte er gerade heraus. Die ausweichende Antwort Beutings: „Wenn man es sich leisten kann, bin ich für ein Schwimmbad.“ Als der Ökodemokrat den Spieß umdrehen wollte und von Rapp eine Stellungnahme forderte, scheiterte er auf voller Linie. „Das ist eine rhetorische Frage“, sagte der Altbürgermeister. „Ich bin nicht in der Verantwortung. Und wir können hier nicht einfach die Rollen tauschen.“

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