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Familiäres Miteinander: Die Besucher des Seniorentreffs haben Vertrauen zum neuen Team um Andrea Thompson (vorne 2. v. r.), Iris Asenstorfer (hinten r.) und Christiane Frahm (hinten 4. v. l.) gefasst.

Nach dem Aufruhr kehren wieder ruhige Zeiten ein

Der Ort, von dem Senioren schwärmen

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Tür auf, Tür zu: Im Seniorentreff Marianne Aschenbrenner herrscht reger Andrang. Die Einrichtung ist beliebter denn je. Wegen des Angebots und des neuen Teams. Der unermüdliche Kampf der Besucher um ihre Anlaufstelle hat sich gelohnt.

Garmisch-Partenkirchen – Andrea Thompson steht vor der Tafel, schreibt Vokabeln auf. Englisch-Unterricht steht auf dem Programm. Die Lernwilligen sitzen an einem großen Tisch, notieren fleißig die Wörter. Thema diesmal: Frühstück. Da passt es ja, dass jemand Muffins mitgebracht hat. Essen im Unterricht, dabei noch schwätzen – in der Schule verboten. Doch Thompson bringt einer anderen (Alters-)Klasse die Sprache bei – den Teilnehmern des Seniorentreffs Marianne Aschenbrenner.

Das Angebot hat sich zum Renner entwickelt. Inzwischen gibt’s eine weitere Einheit. Ebenso gut angenommen werden die Yoga-Stunden. „Wir mussten die Kurse teilen, weil so viele Leute mitmachen wollen“, sagt Iris Asenstorfer. Thompson, Christiane Frahm und sie bilden das Dreier-Team des Seniorentreffs, das sich seit gut einem Jahr um die Betreuung der Besucher kümmert. Ihr Engagement – größer als es von ihnen verlangt wird. So urteilen die anwesenden Frauen und Männer.

Dabei hatte das Trio nicht den leichtesten Start. Im vergangenen Jahr erhoben die Senioren ihre Stimme, klagten über fehlendes Mitspracherecht. Schließlich war viel im Umbruch. Der Verein Lebenslust Garmisch-Partenkirchen, ein Netzwerk sozialer Dienstleister im Landkreis, übernahm die Trägerschaft des Treffs, den die Marianne-Aschenbrenner-Stiftung finanziert. Die bisherigen Angestellten wurden ausgetauscht. „Man hat aber nicht gegen uns agiert“, sagt Thompson. Sie und ihre Kolleginnen wurden mit offenen Armen empfangen.

Die turbulenten Zeiten gehören der Vergangenheit an. „Wir sind aus stürmischen Gewässern in ruhiges Fahrwasser gekommen“, betont Frahm. Die Senioren, die zum Teil aus Graswang, Krün und Wallgau in die Einrichtung nach Garmisch-Partenkirchen kommen, haben ihre Sicherheit zurückbekommen und Vertrauen zum Betreuungs-Trio aufgebaut. „Jedes der Mädchen ist für sich besonders“, schwärmt Angelika von Reitzenstein, die den Seniorentreff als ihr Wohnzimmer bezeichnet.

Die Besucher fühlen sich wohl. Und vor allem nicht einsam. „Wir sind eine illustre, liebenswerte Gesellschaft“, sagt Monika Maurer und lacht. Manche der 60- bis 90-Jährigen, hauptsächlich Frauen, kommen sogar täglich. Einfach, um zu reden, sich beraten zu lassen oder an einem der Kurse teilzunehmen.

Das Angebot ist breit gefächert – von Spiel, Sport, Handarbeit über Führungen bis hin zu Malen und Tanzen. Vieles davon hatte sich in den Jahren zuvor schon bewährt. „Wir mussten nicht alles umschmeißen.“ Thompson und Co. hörten sich zudem unter den Senioren nach deren Wünschen um. Ihr Konzept kommt an. Die Besucherzahlen steigen. Sogar die Auflage des Programmhefts wurde erhöht, weil es schnell vergriffen war. Auch die Zusammenarbeit mit dem Träger läuft einwandfrei, bestätigt Thompson. Die Marktgemeinde bringt sich ebenfalls mit ein, liefert den Blumenschmuck für die Räume.

Die Wohnzimmer-Atmosphäre wollen die Betreuerinnen beibehalten. Der Seniorentreff soll bleiben, was er ist: Eine Begegnungsstätte, in der ältere Menschen soziale Kontakte knüpfen können und kompetente Ansprechpartner für Wünsche und Sorgen finden. Tagtäglich. Den drei Frauen geht es jedenfalls ähnlich wie den Senioren. Zufrieden sagt Frahm: „Wir fühlen uns pudelwohl.“

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