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In wichtiger Mission unterwegs: Benedikt Schierbel (l.) und Hannes Neff (r.) mit Koordinator Chris Spohn.

Den Idolen ganz nah

„Shoerunner“ in Aktion beim Neujahrsspringen

Garmisch-Partenkirchen - Zwölf Buben und Mädchen vom SC Partenkirchen hatten beim diesjährigen Neujahrsspringen eine ganz besondere Aufgabe: Sie halfen als „Shoerunner“ und transportierten die Schuhe der teilnehmenden Athleten von der Schanze hinunter ins Tal. 

Benedikt Schierbel und Hannes Neff befinden sich in einer wichtigen Mission. Gerade sind sie mit dem Lift von der Sprungschanze des Olympia-Skistadions in Garmisch-Partenkirchen wieder ins Tal gefahren. Doch sie haben nur wenig Zeit. Gleich müssen sie wieder hoch. Zu spät kommen dürfen sie nicht. Auf ihren Einsatz zählen die Athleten, die am diesjährigen Neujahrsspringen teilnehmen: Die beiden Buben unterstützen sie bei ihrem Wettkampf. Sie helfen als Shoerunner aus.

Doch macht ein Shoerunner – also wörtlich übersetzt ein Schuhläufer – eigentlich? Ganz einfach, sagt Chris Spohn vom Skiclub Partenkirchen. Die Kinder bringen die Schuhe, die die Skispringer oben am Starthäusel ausziehen wieder hinunter. Zwei sind pro Durchgang eingeteilt. Zwölf Nachwuchs-Sportler des Skiclubs flitzen an den beiden Tagen hinauf und hinunter. Spohn teilt die Kinder ein und sorgt dafür, dass alles nach Plan läuft. Er bezeichnet sich selbst als „Shoerunner-Koordinator“.

Unterschriften ihrer Idole stehen auf dem T-Shirt

„Die Skisprungschuhe sind relativ unbequem“, erklärt Spohn. „Darum fahren die Athleten zunächst mit ihren Turnschuhen hinauf und ziehen sich vor dem Start erst um.“ Am Starthäusel legen sich die Sportler oft ihre warmen Jacken und Hosen ab, die sie über ihren dünnen Skispringer-Anzügen tragen. Alles wird oben in einen Rucksack gepackt.

Der Koordinator ist mit dem Einsatz seiner kleinen Schützlinge zufrieden. „Alle machen ihre Sache super und sind sehr verantwortungsbewusst“, findet er. Mit dem Schanzenlift fahren die Kinder zum Sprung hinauf und sorgen dafür, dass das Hab und Gut der Athleten wieder sicher unten ankommt. Eine ganz schön große Verantwortung. Aber eine, die die beiden Buben gerne tragen. Schon alleine, weil sie beim Abholen auch einen Blick auf die Skispringer, die sich für die Vierschanzentournee qualifiziert haben, werfen können. „Das ist sehr cool“, sagt Schierbel. Ihre grauen T-Shirts, auf denen in großen Buchstaben „Shoerunner“ steht, tragen sie mit Stolz. Ein paar Unterschriften haben sie von ihren Idolen bereits darauf schreiben lassen. Für die beiden Schüler ist das eine große Ehre. Vor allem, weil sie in die Fußstapfen ihrer Vorbilder treten wollen.

Dieses Neujahrsspringen wird den Kindern lange in Erinnerung bleiben

Seit fast drei Jahren trainiert Schierbel. In ein paar Jahren möchte er selbst bei der Vierschanzentournee mitfliegen. Wie Hannes, der bereits sechs Jahre im Sport springt. Auf die Frage, was sie an diesem Sport so fasziniert, antwortet Neff: „Weil man fliegen kann“. Schierbel gefällt, dass er mit dem Skiclub viel herumkommt und „immer wieder was Neues sieht“. Da muss Spohn lachen. „Das stimmt – die Kinder sind bei Wettkämpfen öfters unterwegs.“

Obwohl sie allen Deutschen die Daumen drücken, räumen die beiden Nachwuchs-Springer einem Athleten besonders viele Chancen ein: Markus Eisenbichler. „Er hat sehr gute Chancen“, sagt Schierbel. Diese Veranstaltung wird ihnen besonders positiv in Erinnerung bleiben. Davon sind sie überzeugt. Nicht nur, weil sie die Sportler von der Nähe gesehen haben. Neff zuckt mit den Schultern und sagt: „Das Neujahrsspringen gefällt uns einfach sehr gut.“

Magdalena Kratzer

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