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Standort für neue Hotels? Franz Hummel liegen Zusagen von zwei Investoren und Betreibern für die Touristische Sonderzone am Eissportzentrum vor.

Entscheidung im Gemeinderat

Showdown um neue Hotelprojekte

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Garmisch-Partenkrichen - „Heute steht alles auf dem Spiel“, sagt Investor Franz Hummel. „Heute wird die Frage entschieden, ob Garmisch-Partenkirchen weiter Tourismus will oder nicht.“ Der Gemeinderat soll einen Beschluss zur Touristischen Sonderzone fassen – und damit zu Plänen für mindestens zwei Hotels.

„Spannend“, sagt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), werde die Sitzung am heutigen Mittwochabend (17. September).

Spannend war bei Beschlüssen des Gemeinderates Garmisch-Partenkirchen zu Projekten für den Tourismus in der Vergangenheit eher, ob sie Bestand haben oder durch Bürgerproteste und Bürgerentscheide erneut zu Fall kommen. Oder ob die Pläne im Sande verliefen.

Aber dann sagt Meierhofer „wegweisend“.

In der Tat: Sie lässt das Gremium abstimmen, ob die Planung für das Gebiet um das Olympia-Eissportzentrum und das Alpspitzwellenbad fortgeführt werden soll. Die Zustimmung wäre der erste Schritt, um die konkreten Konzepte von Bauträger Franz Hummel zu verwirklichen. Die Ablehnung dagegen wohl die Initialzündung, dass er die Flächen abstößt – an wen auch immer.

Der Garmisch-Partenkirchner Unternehmer hat in den zurückliegenden Monaten viele Verhandlungen geführt. Zum Wochenanfang legte er den Mandatsträgern schriftliche Absichtserklärungen von mehreren Investoren und Betreibern vor. Sie wollen auf einem Teil der riesigen Flächen ein Vier-Sterne-Hotel sowie ein Hotel ohne Kategorisierung bauen und führen. Im zweiten Fall soll es sich dabei um ein Sport-Budget-Hotel handeln. „Die Verträge sind soweit unterschrieben“, betont Hummel. Die Investoren würden loslegen – so bald wie möglich. „Die wollen jetzt was machen.“ Wenn sie der Gemeinderat lässt.

Hummel spricht von einem „klaren Bekenntnis“ dieser Unternehmen zum Standort. Etwa 100 Arbeitsplätze könnten neu entstehen, rund 220 000 Übernachtungen generiert werden. „Zusätzlich“, sagt der Bauträger, „die nehmen niemandem etwas weg“. Mit einem weiteren Betreiber führe er Gespräche über ein Fünf-Sterne-Hotel im Gleisdreieck im Süden des Gebietes; alternativ sei dort ein Familienhotel sicher zu realisieren.

Und auf dem Areal der früheren Bowlingbahn an der St.-Martin-Straße stehe die Immobilien Freistaat Bayern in aussichtsreichen Gesprächen mit einem Interessenten für ein Vier-Sterne- oder gar Vier-Sterne-Plus-Haus, verrät die Bürgermeisterin. Schließlich gibt es noch die Gedankenspiele, der Bayerischen Zugspitzbahn AG (BZB), auf ihren Flächen langfristig ein eigenes Budget-Hotel zu bauen.

„Wenn es heute keine Mehrheit gibt, dann gibt es keine Mehrheit für den Tourismus in unserem Ort“, meint Hummel. Er habe bisher einen „langen, harten Kampf“ geführt, aber im Falle einer Ablehnung werde er seine Grundstücke wieder verkaufen.

Nach Informationen des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts / Murnauer Tagblatts gibt es tatsächlich mehrere Gemeinderäte, die Hummel diese Flächen in der Touristischen Sonderzone abkaufen wollen. Der Bauträger soll damals für ein Paket von knapp 50.000 Quadratmetern – dazu gehört auch ein Grundstück in Kaltenbrunn – 2,875 Millionen Euro gezahlt haben. Inzwischen investierte er in die Planung und in Abrissarbeiten „einen sehr hohen sechsstelligen Betrag“.

Meierhofer stellt sich gegen den Ankauf. „Wir haben doch die Planungshoheit dort“, sagt sie. Damit könne die Gemeinde Einfluss auf die Nutzungen nehmen. Doch Erfahrung mit der Vermarktung von Grundstücken für den Tourismus hat die Kommune nicht, und große finanzielle Möglichkeiten ebenfalls nicht. Es wird „spannend“ und „wegweisend“ heute Abend. Oder wie Hummel sagt: „Der Gemeinderat muss hüh oder hott sagen, aber wir machen uns nicht zum Affen.“

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