Auf dem St.-Vinzenz-Areal entsteht ein Altenhilfe- und Servicezentrum. Zudem wird das Altenheim zur Freude von Leiter Franz Reich saniert. foto: Thomas Sehr

Sieben Millionen Euro für Senioren

Garmisch-Partenkirchen - Die Leifheit-Stiftung unterstützt die Sanierung des Altenheims St. Vinzenz sowie den Bau eines Altenhilfe- und Servicezentrums großzügig.

Mit Teppichkehrern und Bodenwischern fing alles an. Zur Produktion gründeten Günter und Ingeborg Leifheit 1959 in Nassau die Leifheit KG - eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. Ein großer Teil des Vermögens, das das Ehepaar mit seiner Geschäftsidee gemacht hat, ist in die Günter-und-Ingeborg-Leifheit-Stiftung geflossen. Und davon profitiert jetzt auch Garmisch-Partenkirchen.

Sieben Millionen Euro aus diesem Topf kommen dem Ort zugute, in dem die Leifheits ihre Wahlheimat gefunden haben. „Sie haben sich hier, in ihrem schönen Haus an der Ehrwalder Straße, sehr wohl gefühlt“, weiß Dr. Gerhard Lempenau, Mitglied im Stiftungsvorstand. Den Menschen der Marktgemeinde, die sie ebenfalls ins Herz geschlossen haben, geben sie nun durch ihre großzügige Gabe etwas zurück: „Die Stifter hatten viel Glück im Leben und wollen durch ihren Nachlass Senioren helfen, denen es weniger gut geht“, unterstreicht der Rechtsanwalt und Steuerberater.

Nachdem feststand, dass die sieben Millionen Euro in Garmisch-Partenkirchen ausgeschüttet werden, ist die Gemeinde auf sämtliche Wohlfahrtsverbände zugegangen, um ein geeignetes Projekt zu finden. Das Vorhaben der Caritas, die zum einen das Altenheim St. Vinzenz sanieren sowie zum anderen auf dem 8500 Quadratmeter großen Grundstück an der Münchner Straße ein Altenhilfe- und Sevicezentrum errichten will, hat den Zuschlag erhalten. „Ein absolut positives Projekt“, unterstreicht Rathaussprecher Florian Nöbauer. „Der Bedarf für diese Einrichtung ist da, deshalb sind wir sehr froh, dass sich die Stiftung hier engagiert.“

Ähnlich begeistert über den vorausschauenden Einsatz der Leifheits, die mittlerweile verstorben sind, zeigt sich Alexander Huhn, Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes: „Es ist großartig, dass wir durch dieses Geld in die Lage versetzt werden, ein deutlich verbessertes Angebot für die Bürger in Garmisch-Partenkirchen zu schaffen.“ Entscheidend für ihn und auch die Vertreter der Stiftung ist, dass ihr Vorhaben von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird. „Es soll ein Leuchtturmprojekt werden, in dem es um Wohnen im Alter, aber auch bürgerschaftliches Engagement geht“, kündigt Huhn an. Mitte April werde das Konzept präsentiert, dann seien die Bürger am Zug: „Jeder kann sich einbringen, die Ergebnisse dieses Beteiligungsprozesses fließen dann in den Architekten-Wettbewerb ein.“ Sobald dies abgeschlossen ist, strebt Huhn an, die Ausschreibungsunterlagen vorzubereiten, um dann im Winter planen zu können.

Allein aus den Mitteln der Stiftung kann das Vorhaben freilich nicht realisiert werden. „Wir kalkulieren mit 15 bis 18 Millionen Euro“, sagt der Geschäftsführer. Wie viel die Caritas letztendlich noch schultern muss, hängt davon ab, ob auch der Bereich Betreutes Wohnen in das Altenheim St. Vinzenz integriert wird. „Unser Wunsch wäre es, aber das muss erst noch genehmigt werden.“

Von Tanja Brinkmann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Klinikum: Dr. Stockklausner neuer stellvertretender Ärztlicher Direktor
Mit Privatdozent Dr. Clemens Stockklausner hat das Klinikum Garmisch-Partenkirchen einen neuen stellvertretenden Ärztlichen Direktor.
Klinikum: Dr. Stockklausner neuer stellvertretender Ärztlicher Direktor
Gewerbegebiet Mühlmoos: Muntere Debatte über Gewerbehalle
Zwar stimmten die Ohlstädter Gemeinderäte dem Bauvorhaben am Ende doch nahezu einstimmig zu, aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack: Viele im Gremium hatten mit den …
Gewerbegebiet Mühlmoos: Muntere Debatte über Gewerbehalle
Unwetter sorgt rund um Murnau für Verwüstung: Wasser bahnt sich Weg in Häuser - Bäume aus der Erde gerissen
Ein heftiges Gewitter hat in und um Murnau für überflutete Straßen gesorgt - doch das war noch nicht alles.  Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz. 
Unwetter sorgt rund um Murnau für Verwüstung: Wasser bahnt sich Weg in Häuser - Bäume aus der Erde gerissen
Mann präpariert Wagen mit „Greta Thunberg“-Zöpfen - und löst Großfahndung in zwei Ländern aus
Sein Humor kommt einen Bayer nun teuer zu stehen. Er hatte auf beiden Seiten der deutsch-österreichischen Grenze eine Großfahndung ausgelöst - mit einem üblen Scherz. 
Mann präpariert Wagen mit „Greta Thunberg“-Zöpfen - und löst Großfahndung in zwei Ländern aus

Kommentare