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Geballte Manneskraft gefragt: Im vergangenen Jahr halfen in Altenau viele mit, um den Maibaum bei der St.-Antonius-Kirche aufzustellen. 

In diesen Orten wird aufgestellt

Sieben neue Maibäume für den Landkreis

Wer hat den schönsten Maibaum? Diese Frage beschäftigt am 1. Mai wieder viele bayerische Ortschaften – auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. In sieben Gemeinden ertönt ein lautes „Hau ruck“, wenn die neuen Wahrzeichen aufgestellt werden.

Landkreis – Sie zieren den Ortskern fast aller Gemeinden im Landkreis. Die meist weiß-blau angestrichenen Maibäume sind fester Bestandteil der Traditionen des Voralpenlandes. In einem Turnus von drei bis sechs Jahren werden die Stangerl im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ausgetauscht – und das jedes Mal in festlichem Rahmen. Am Montag, 1. Mai, ist es in Garmisch-Partenkirchen, Krün, Mittenwald, Spatzenhauen, Großweil, Schöffau und Riegsee wieder soweit – und fast überall werden die Schmuckstücke per Hand aufgestellt.

Wie eh und je kümmert sich in Krün der Gebirgstrachtenerhaltungsverein D’Soiernbergler alle drei Jahre um das Aufstellen des Baumes. „Unser Maibaum wird mit einem Gespann ins Dorf gezogen“, erklärt Alois Kramer, der bei diesem wichtigen Ereignis das Kommando hat. Das Stangerl ist jedes Mal zwischen 40 und 45 Meter hoch Dass man zum Aufstellen eines solch großen Baumes einige Unterstützer braucht, weiß Kramer. „Bei uns ist das ein Gemeinschaftswerk aller Vereine“, sagt er. „Da ist wirklich jeder eingeladen, uns zu helfen. Schließlich sind ja auch die Wappen aller auf dem Baum abgebildet.“ Maibaumdiebe dürften auch heuer kein Glück in Krün haben: „Wir holen unseren Baum erst einen Tag bevor er aufgestellt wird – und in der Nacht wird er selbstverständlich rund um die Uhr bewacht.“

Das haben sich dieses Jahr auch die Riegseer fest vorgenommen. Nach vier Jahren wird dort der Baum erneuert. Das letzte Mal hatte der Schützenverein Seerose für einem Moment nicht aufgepasst – und schon hatten sich die Aidlinger Nachbarn den Baum geschnappt. „Das passiert uns sicher nicht erneut“, sagt der Vorsitzende Rudolf Veit und lacht. „Dieses Jahr holen wir unseren Baum erst direkt am 1. Mai und richten ihn vormittags her.“ Etwa 50-60 Mann helfen zusammen, um das Stangerl aufzurichten.

Circa fünf Kilometer weiter, in Spatzenhausen, wird der Baum ebenfalls alle vier Jahre getauscht. Mit einem Pferdegespann wir er vom Gasthof Weiß zum Haus des Gastes gebracht. „Nach der Arbeit spielt die Musikkapelle Spatzenhausen“, betont Michael Hutter, Vorsitzender des Trachtenvereins Almrösl.

Der etwa 34 Meter große Baum in Schöffau wird vor dem Gasthof Lieberwirth errichtet. „Wir tauschen unseren Baum alle vier Jahre aus“, sagt Andreas Lory, Vorsitzender des Gebirgstrachtenvereins Wachtbichler.

In Großweil stärken sich die Maibaumburschen und Madln erst einmal mit einem Weißwurstfrühstück, bevor sie sich an die anstrengende Arbeit machen. „Insgesamt 80 bis 100 Beteiligte aus Groß- und Kleinweil helfen mit, damit das Stangerl bis 12 Uhr vor dem Gasthaus Zur Loisach steht“, erklärt der Vorsitzende Sebastian Burkart. Im Anschluss gehen die Feierlichkeiten im Wirtshaus weiter. Am Nachmittag wird der alte Baum, der drei Jahre lang den Ortskern geschmückt hat, versteigert. „Den Abend lassen wir danach beim Maitanz im Gasthof Zur Loisach ausklingen.“

Die Mittenwalder Fingerhakler hatten in den vergangenen zwei Jahren die Ehre, einen Maibaum im Augustiner-Biergarten in München aufzustellen. Doch nach vier Jahren sind die Isartaler heuer wieder mit ihrem eigenen Baum beschäftigt. „Der Baum ist schon fertig, schließlich bemalen wir ihn im Voraus“, sagt Hans Maller. Für Besucher und Helfer wird sogar extra ein Bierzelt errichtet.

In Garmisch-Partenkirchen übernimmt die Feuerwehr Garmisch das Maibaumaufstellen vor dem Gasthaus Zur Schranne. „Selbstverständlich ist für Unterhaltung gesorgt“, sagt Restaurantchef Philipp Hadler. Und auch bei den kleinen Gästen ist am 1. Mai gute Laune durch eine Hüpfburg garantiert.

Das Programm

Mittenwald: Auf dem Dekan-Karl-Platz geht’s um 8 Uhr los. Besucher können es sich während des Aufstellens und nach getaner Arbeit in einem kleinen Bierzelt gut gehen lassen.
Krün: Der Maibaum wird ab 9 Uhr auf dem Dorfplatz aufgestellt. Die Vorbereitungen für den Einzug mit einem Pferdegespann beginnen bereits um 7 Uhr. Für musikalische Unterhaltung sorgt die örtliche Musikkapelle. 
Großweil: Die Maibaumburschen und Madln beginnen ihre Arbeit um 9 Uhr vor dem Gasthaus Zur Loisach. Im Anschluss gehen die Feierlichkeiten im Wirtshaus mit der Jugendkapelle Großweil weiter. Um 19 Uhr wird zum ersten Mal die Flagge am neuen Baum gehisst. Danach findet der traditionelle Maibaumtanz statt.
Garmisch-Partenkirchen: Die Garmischer Feuerwehr stellt vor dem Gasthaus Zur Schranne einen Maibaum auf. Mit dabei sind die Musikkapelle Garmisch und die „Zwei Strawanzer“. Los geht’s um 10.30 Uhr.
Spatzenhausen: Der Maibaumeinzug findet um 11 Uhr statt. Der Baum wird vom Gasthof Weiß zum Haus des Gastes gebracht. Mit dabei ist die Musikkapelle Spatzenhausen. Bis 16 Uhr soll das Fest andauern.
Riegsee: Die Feierlichkeiten vor dem Haus des Gastes beginnen um 12 Uhr. Ab 14.30 Uhr spielt die Musikkapelle Aidling-Riegsee. Die Jung-Plattler des Ortes zeigen ab 15.30 Uhr ihr Können.
Schöffau: Die Mitglieder des Gebirgstrachtenvereins Wachtbichler starten um 13 Uhr vor dem Lieberwirth. Für gute Stimmung sorgen nach getaner Arbeit die Jungtrachtler und die Musikkapelle Schöffau.

Sonja Hößl

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