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Bunte Nacht: An Silvester wurden in Garmisch-Partenkirchen wieder zahlreiche Raketen abgefeuert. 

Bürgerin plädiert für Einschränkung

Silvester: Feiern ja, Feuern nein

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Garmisch-Partenkirchen wird kein zweites Ramsau: Der Verzicht auf Raketen und Co. in der Marktgemeinde ist wegen der touristischen Struktur nicht realistisch. Eine Einheimische appelliert trotzdem weiter dafür, die privaten Feuerwerke zu beschränken.

Garmisch-Partenkirchen – Die Kirchenuhr schlägt Mitternacht, schon kracht’s. Über ganz Garmisch-Partenkirchen steigen die Geschosse in die Höhe, explodieren und zaubern ein farbenprächtiges Spektakel in den Nachthimmel. Das ist Silvester-Tradition. Eine, die viele Menschen verzückt und staunen lässt. Umso größer der Raketenschauer, umso besser. Das sieht eine Einheimische, die anonym bleiben möchte, ganz anders. Mit Besorgnis beobachtet sie die zunehmende Flut an privaten Feuerwerken zum Jahreswechsel und nahm deshalb Kontakt zur Marktgemeinde auf.

Bereits Ende Januar 2017 stellte sie einen Antrag, dass das Abfeuern durch Privatpersonen eingeschränkt werden soll. Auslöser für ihr Handeln war damals das „bombastische Höhenfeuerwerk“ am Hotel „Das Graseck“, worüber sie sich beim Hotelbesitzer Dr. Vincens Weingart beschwert hatte. Dieser zeigte Einsicht und organisierte für seine Gäste zum Jahreswechsel 2017/18 „nur“ eine Feuershow. „Ich finde das Verhalten vorbildlich“, sagt die Frau. Sie könnte sich vorstellen, dass sich auch andere ein Beispiel daran nehmen würden, wenn man an deren Vernunft appelliert.

Ihr geht es nicht darum, jemanden den Spaß zu verderben. Vielmehr denkt sie an die Belastung für Mensch, Tier und Umwelt. Sie nennt die Brand- und Verletzungsgefahren, den Ausstoß von Feinstaub, die dadurch „verpestete Luft“ und die hochgiftigen Schwermetalle, die sich auf den Viehweiden ablagern und über lange Zeit im Boden bestehen bleiben. Wohlgemerkt in einer Gemeinde, die das Prädikat heilklimatischer Kurort der Premium-Class führt.

An Alternativen fehlt es nicht. Sowohl Weingart als auch die Marktgemeinde haben von der Einheimischen eine Liste mit Vorschlägen erhalten, wie man Silvester anders, schonender gestalten könnte. Zum Beispiel mit einem gemeinschaftlichen Großfeuerwerk im Ort oder mit Lichtspielen samt Musik. 

Fehlende gesetzliche Möglichkeiten

Aus diesem Grund verfolgt die Bürgerin mit Interesse Initiativen, die sich vehement gegen Feuerwerke in der bisherigen Form aussprechen, wie sie in der Gemeinde Schliersee oder Kommunen im Tegernseer Tal existieren. Eine Scheibe abschneiden könnte man sich auch von Ramsau im Berchtesgadener Land, findet sie. Das so genannte Bergsteigerdorf, das sich für ökologischen und nachhaltigen Tourismus stark macht, hat zum zweiten Mal größtenteils auf die Silvesterböllerei verzichtet. Statt das Geld in Form von Feuerwerkskörpern in der Luft zu verpulvern, wird dort Geld für einen jeweiligen wohltätigen Zweck gesammelt. Für Krach sorgen in Ramsau nur die Weihnachtsschützen, die das alte Jahr hinaus- und das neue hereinschießen.

Die Verantwortlichen in der Marktgemeinde stimmen der Antragsstellerin grundsätzlich zu. Das Ramsau-Prinzip in Garmisch-Partenkirchen nachzuahmen, ist allerdings nicht geplant. Angesichts der geringeren Größe des Bergsteigerdorfs und der damit überschaubaren Anzahl von Vereinen und Hotels sei der freiwillige Verzicht leichter umzusetzen. Einen solchen „sehen wir leider im Bezug auf die vielen Gäste und Touristen, die uns besonders über den Jahreswechsel besuchen und vielfach auch ihre Feuerwerkskörper mitbringen, für Garmisch-Partenkirchen in naher Zukunft nicht“, teilt Rathaus-Sprecher Martin Bader mit.

Die Mitglieder des Hauptausschusses hatten sich in ihrer letzten Sitzung 2017 der Thematik angenommen, die privaten Feuerwerke einzudämmen. Das Ergebnis: Aufgrund von fehlenden gesetzlichen Eingriffsmöglichkeiten kann das Abbrennen von Raketen & Co. an Silvester und Neujahr nicht für den gesamten Ort verboten werden. Allein die Kontrolle durch die Polizei, ob die Menschen daran halten, würde die Beamten Bader zufolge womöglich an ihre Grenzen bringen. Auch die zeitliche Einschränkung sei nicht umsetzbar. Tatenlos wollte man im Rathaus aber nicht bleiben. Über den Bürgermeisterbrief in der Bürgerzeitung im Dezember richtete die Gemeinde an die Bevölkerung die Bitte, sorgsam mit Feuerwerkskörpern umzugehen. Gefruchtet hat der Appell so gut wie gar nicht.

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