Koalition in Österreich perfekt!

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Das Skifahren verbindet (v. l.) Bene Mayr, Paddy Graham, Felix Neureuther und Sven Kueenle, hier im Heli über Island.

„Man müsste den Rennsport man geil darstellen“

Ski-Film mit Felix Neureuther feiert Welt-Premiere

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Speed, Schwünge, Sprünge, Hochs und Tiefs, Frust und Erleichterung: Der Dreh für den Film war eine Herausforderung. Eine, die das Team von „Legs of Steel“ gerne auf sich genommen hat. In „Same Difference“ räumt es mit Vorurteilen auf. 

Garmisch-Partenkirchen – Natürlich hat Tobias Reindl gewusst, dass Felix Neureuther beliebt ist. Auch, dass die Österreicher den Skifahrer aus Garmisch-Partenkirchen besonders gerne mögen. Dass sie aber so verrückt nach ihm sind – damit hat Reindl nicht gerechnet. „Die packen’s ja gar nicht mehr.“ Erlebt hat der gebürtige Krüner das am Kellerjoch in Schwaz.

Keiner wusste, dass Reindl und sein preisgekröntes Team von „Legs of Steel“ (LOS) dort mit dem Slalom-Ass drehen würden. Auf einer Skipiste, auf der seit wohl 15 Jahren niemand mehr gefahren ist, die extra präpariert und auf der nur für die Filmaufnahmen ein Kurs gesetzt wurde. Irgendwie hat es sich aber herumgesprochen. Am dritten Tag jubelten hunderte Kinder samt Eltern dem Garmisch-Partenkirchner zu, jeder wollte ein Autogramm. „Die werden diesen Tag nicht vergessen“, sagt Reindl. Er auch nicht so schnell. Denn er hatte alle Mühe, alles unter einen Hut zu bekommen. Fans und Dreharbeiten.

Stangenfahrer - die Spießer des Sports;  Freerider, die Coolen

Doch passt diese Situation gut zum Film. Denn das ganze Werk war eine einzige Herausforderung. Mit „Same Difference – A Film About Skiers“ betrat auch Legs of Steel Neuland. Am Samstag, 21. Oktober, feiert er Welt-Premiere in München (siehe unten).

Kritischer Blick auf die Aufnahmen am Kellerjoch (v. l.) Mathias Kögel, Felix Neureuther, Tobias Reindl und Daniel Trenkle.

Neureuther kennen Reindl und Thomas Hlawitschka aus Grainau, bis 2017 Trainer der Freeski-Nationalmannschaft und LOS-Mitbegründer, seit vielen Jahren. Früher fuhren sie gemeinsam durch die Stangen. Doch Hlawitschka und Reindl wechselten ins Gelände und in die Funparks, verdienten ihr Geld als Freeride-Profis und drehten mit LOS Skifilme, als in Deutschland noch kaum jemand darüber redete. Doch ihre Ski-Basis haben die beiden nicht vergessen und fanden: „Man müsste den Rennsport mal geil darstellen“, sagt Reindl. „Das sind Skifahrer wie wir.“

Ausnahme-Dreharbeiten für die Produzenten

Steilabfahrten wagt sich Fabian Lentsch in Alaska im Film „Same Difference“ hinunter.

Stangenfahrer, die Spießer des Sports. Freerider, die Coolen. In diesen Kategorien haben Reindl und Co. nie gedacht. Das Bild haben sich bereits ein wenig gewandelt, findet der 31-Jährige, der mittlerweile in Innsbruck lebt. Dazu haben in seinen Augen Athleten wie Neureuther viel beigetragen. Doch könnte man noch mehr tun. Und zugleich zeigen: Auch bei Freeridern, die steilste Hänge befahren, und Big-Air-Spezialisten, die spektakuläre Sprünge zeigen, ist nicht alles „easy“, nicht alles locker-lässig. Das Filmthema „Rennfahrer geht Freeriden“ aber war dem LOS-Team zu platt, hat man schon zu oft gesehen. So entstand die Idee: Neureuther präsentiert den Rennsport, Athleten wie Sven Kueenle und Fabian Lentsch das Freeriden, Paddy Graham Big Air. Ihre Geschichten und Leidenschaften werden verwoben. Am Ende treffen sich alle in Island – zum Skifahren.

Ab Sommer 2016 hat das LOS-Team Neureuther begleitet. Es hielt bei den Slalom-Rennen in Schladming und Kitzbühel die legendäre Stadion-Atmosphäre fest. War dabei bei der Startvorbereitung, bei Gesprächen zwischen Trainer und Athlet, im Starthaus. „Felix war unfassbar kooperativ“, sagt Reindl. Und er hat etwas Besonderes dafür bekommen: Aufnahmen bei Sonnenuntergang und aus der Luft. Für Freeskier im Skifilm-Bereich selbstverständlich. Für Rennfahrer eine Ausnahme. Dabei erlebten auch die Filmer und Produzenten Ausnahme- Dreharbeiten.

„Wir sind an unser Limit gegangen“, sagt Reindl. Finanziell wie technisch. Normalerweise arbeitet das Team vor allem mit Action-Bildern, die es mit Musik hinterlegt. Die dokumentarischen Elemente aber, die vielen Interviews, die Geschichte hinter der Geschichte, das war auch für Legs of Steel neu. Zudem setzten sie sich eine knappe Frist mit dem Erscheinungstermin zum Herbst 2017. Doch gezweifelt haben LOS nie daran, dass sie scheitern könnten. Sie behielten recht. Der Film ist fertig – und Reindl auch noch richtig zufrieden. Und das sagt er wahrlich nicht bei jedem Film von Legs of Steel.

Inhalt und Tickets

Ein Film über Speed, Schwünge, Sprünge, Hochs und Tiefs, Frust und Erleichterung. So beschreiben Legs of Steel ihr Werk „Same difference“. Vor allem ist es ein Film über das Skifahren und die Menschen, die es auf so unterschiedliche Art, aber mit gleicher Passion betreiben. Jeder von ihnen verfolgt ein Ziel. Felix Neureuther arbeitet auf die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz hin. Fabian Lentsch und Sven Kueenle bereiten sich auf Steilabfahrten in Alaska vor. Paddy Graham, wie Kueenle Legs-of-Steel-Mitglied, will in Italien den größten Sprung aller Zeiten zeigen. Die Athleten verschieben ihre Grenzen, jeder auf seine Weise. Am Samstag, 21. Oktober,  feiert der Film Welt-Premiere in der Alten Kongresshalle in München, Theresienhöhe 15. Einlass ist um 18.30 Uhr, der Film startet um 20 Uhr. Auch Athleten werden erwartet. Infos zu Team, Terminen und Tickets gibt es unter www.legsofsteel.film.

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