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Die Helfer geben ihr Bestes: Mit Schaufeln und Rechen sind sie unterwegs.

Streckenteam schuftet und schuftet

Kampf um die Kandahar-Rennen: Pisten-Probleme sorgen für Programm-Änderung

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Bitter! Trotz besten Wetters war am Freitag wieder kein Training auf der Kandahar möglich. Deshalb ändert sich nun der Ablauf am Wochenende geringfügig. 

Garmisch-Partenkirchen – Peter Fischer gab sich staatsmännisch bei der Mannschaftsführersitzung. Der OK-Chef würdigte am Freitagabend das Streckenteam für die gute Arbeit. Das fiel ihm leicht, ist es doch sein bewährtes „Team Kandahar“, das sich um die Piste verdient macht. Er fand aber auch ein paar warme Worte für die Funktionäre des Skiweltverbands FIS. Manch einer im Konzertsaal Richard Strauss zuckte in diesem Moment sicher innerlich zusammen. Einige mussten sich auf die Lippen beißen, um ihren Frust nicht loszuwerden. Denn, dass auch am Freitag bei spätestens ab Mittag bestem Wetter wieder kein Rennbetrieb auf der Kandahar lief, das schob so mancher Renndirektor Atle Skårdal und seiner Jury in die Schuhe.

Was war passiert? Nach der schnellen Absage des Trainings am Donnerstag beorderten die Experten der FIS am späten Nachmittag die Raupen auf die Strecke. „Ein Kardinalfehler“, so war es am Rande der Freitagssitzung zu hören. Der neu gefallene Nassschnee – im oberen Streckenteil an die 15 Zentimeter – hatte sich auf die an sich harte Tragschicht gelegt. Und diese aufgeweicht. Dann rückten die Maschinen an. Das ging nicht gut. Skårdal stritt das nicht ab. „Es hat nicht so funktioniert, wie wir uns das erhofft haben. Die Piste entwickelte sich zu einem Problem.“ Eines, das auf die Schnelle nicht mehr lösbar war. Vor allem, da auch am Abend noch einmal Schneefall einsetzte. Zwischen dem Seilbahnsprung und der Einfahrt Hölle im mittleren Streckenbereich waren die Schwierigkeiten nicht mehr zu beheben. In jedem Fall kam die Jury überein, dass aus Sicherheitsgründen auch das zweite Training abgesagt werden musste.

Faktor Sicherheit überwiegt

Ob nun richtig oder falsch gehandelt wurde – „wir sind ein Team da draußen“, sagt Fischer, „wenn es läuft genauso wie, wenn es nicht läuft.“ Somit stellt er auch niemanden an den Pranger. „Es waren vor allem zwei Stellen. Da fragst du den einen Trainer, der sagt, es geht, der andere sagt, es geht nicht.“ Im Endeffekt kam der Faktor Sicherheit zum Tragen. „Es wird garantiert kein Risiko eingegangen“, versichert Fischer. Vor allem so kurz vor den Olympischen Spielen in Südkorea. „Da lässt sich keiner nachsagen, leichtsinnig gewesen zu sein.“

Für die Ausrichter vor Ort blieb eh nur eines: schuften, schuften, schuften. Die Streckenteams arbeiteten bis in den Abend hinein, um die Piste soweit in Schuss zu bringen, dass sie sich am Wochenende wieder im bestmöglichen Zustand präsentieren kann. „Wir brauchen eine Bindung, das ist das Wichtigste“, sagt Fischer. Was er damit meint: Die Auflage muss wieder kompakt werden und durchfrieren. Die Temperaturen sollten dabei behilflich sein. Bis zum minus acht Grad sind die kommenden Nächte angesagt. Fischer: „Wir sind zuversichtlich.“

So sieht das Programm aus: 

Das Programm hat die FIS wie folgt festgelegt: Am Samstag soll um 10 Uhr das Training gestartet werden. Um 12.30 Uhr wird die Sprintabfahrt gestartet, allerdings nur in einem Durchgang. „Drei Läufe an einem Tag können wir den Fahrerinnen nicht zumuten“, betont Fischer. Am Sonntag steht ebenfalls um 12.30 Uhr die Spezialabfahrt an.

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