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Ohne Lin Ivarsson (l.) und Lisa Hörnblad (r.), hier im Zielbereich der Kandahar, sowie Teamkollegin Helena Rapaport würde ein 60-jähriger Funktionär wohl nicht mehr am Leben.

Am Rande des Ski-Weltcups in Garmisch-Partenkirchen

Mann bricht in Gondel zusammen - Schwedische Abfahrerinnen retten Deutschem das Leben

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Der Damen-Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen hat bereits ihre Heldinnen: die drei scheedischen Abfahrerinnen Lisa Hörnblad, Lin Ivarsson und Helena Rapaport. Sie retteten in der Gondel einem deutschen Funktionär das Leben.

Garmisch-Partenkirchen – Sieben Minuten dauert die Fahrt mit der Kreuzeckbahn vom Tal bis zum Gipfel. Minuten, die sich für drei schwedische Skifahrerinnen lange, sehr lange angefühlt haben. Denn sie kämpften um das Leben eines Mannes.

Gerade hatte die Gondel am Donnerstagmorgen die Talstation verlassen. Die drei Abfahrerinnen Lisa Hörnblad, Lin Ivarsson und Helena Rapaport waren auf ihrem Weg zur Besichtigung der Kandahar. Um 11 Uhr sollte dort das Training für den Weltcup am Wochenende beginnen. Für die drei Schwedinnen wurde das alles vollkommen unwichtig. Mit ihnen in der Kabine saß ein 60-jähriger Mann, Mitglied der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen. Plötzlich brach er zusammen. Sank zu Boden. Herzinfarkt. „Er war völlig leblos“, sagte Lisa Hörnblad später gegenüber dem schwedischen Fernsehsender SVT.

Die drei jungen Frauen reagierten. Schnell und richtig. „Wir hatten keine Wahl“, sagte Hörnblad. „Wir mussten handeln.“ Die 22-Jährige begann mit der Herz-Lungen-Massage. Rapaport unterstützte sie, hielt den Mann laut TV-Sender in der engen Kabine stabil. Ivarsson alarmierte die Rettung.

In der Schule hatte Hörnblad Erste Hilfe gelernt, erzählte Damencheftrainer Lars Melin im Tagblatt-Gespräch nach der Mannschaftsführersitzung am Freitagabend. Zudem sei ihre Großmutter Krankenschwester. Immer wieder habe man über das Verhalten im Notfall gesprochen. An diesem Morgen versuchte sie, alles abzurufen. Oben am Berg unterstützte der Arzt der österreichischen Mannschaft die Schwedinnen, bis der Rettungshubschrauber eintraf.

Einige Stunden später kam die erlösende Nachricht aus dem Krankenhaus: Der Mann hatte überlebt. „Wir sind sehr glücklich, dass es gut ausgegangen ist“, sagte Hörnblad zu den Fernsehjournalisten. Das gesamte Team feierte die „wunderbare Nachricht“, bekräftigte Trainer Melin. „Die drei haben das einfach super gemacht“, lobte er auf Englisch. Was auch die Bergwacht würdigte: Sie übergab Melin am Rande der Mannschaftsführersitzung Geschenke für die Schwedinnen. Eine spontane, herzliche Geste des Dankes. Eine ganz leise. Denn äußern wollten sich die Mitglieder zum Vorfall nicht.

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