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Hat alles Griff : Steffi Wild, früher selbst erfolgreiche Skifahrerin, hat seit 2013 an der Kandahar das Sagen. 

Neuerungen beim Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

Zwei Sprünge für die Kandahar - und vielleicht mit Lindsey Vonn

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Die Frauen kommen. An diesem Wochenende starten die weltbesten Skifahrerinnen auf der Kandahar. Und sie erwartet Großes. Rennleiterin Steffi Wild und ihr Team feilen immer weiter an der Strecke am Kreuzeck. Ob US-Star Lindsey Vonn startet, ist noch nicht sicher. 

Garmisch-Partenkirchen – Steffi Wild ist gespannt. Was werden sie sagen? Die Rennläuferinnen, die Coaches, die Mannschaftsführer? Das erste Training heute Vormittag (11 Uhr) auf der Kandahar wird Antworten liefern. Meist prasselt das Feedback recht schonungslos auf die lokalen Verantwortlichen ein. Das ist der Rennleiterin vonseiten des Skiclubs Garmisch bewusst. Sie kennt das ja alles. Seit 2013 hat sie die Federführung bei den Damen inne. Als einzige Frau weit und breit. „In Europa gibt es keine andere“, sagt etwa Medienchef Gerd Rubenbauer. Das hat er im FIS-Jahrbuch nachgeblättert. Wild selbst stellt ihrem Team und sich ein gutes Zeugnis aus. „Wir sind alle sehr zufrieden mit der Strecke.“

Die Kandahar am Kreuzeck – im Frauen-Re

nnsport scheiden sich an ihr immer wieder die Geister. Manch einer erachtet sie als zu schwierig. Vor allem, wenn eisige Bedingungen herrschen, wenn Regen und dann der Frost die Piste durchgefroren haben. So wie in diesen Tagen. Wild sieht das anders. „Die Kandahar ist sehr wichtig für den Damen-Rennsport.“ Das sagt die frühere Junioren-Weltmeisterin aus tiefster Überzeugung. „Hier fahren Frauen und Männer auf fast derselben Strecke, und die Frauen dürfen beweisen, dass sie auch Skifahren können.“ Das weibliche Geschlecht wird im Skizirkus oft belächelt. Eine Tatsache, die Rubenbauer unterstreicht. „Oft werden die Damen als lästiges Anhängsel gesehen, wenige reißen sich um die Rennen.“ Das hat er in seiner Laufbahn als ARD-Skikommentator oftmals erlebt.

In Cortina und Garmisch-Partenkirchen sind die Damen willkommen

Nicht so in Garmisch-Partenkirchen. Cortina nennt Rubenbauer noch. „Die zwei Klassiker im Speedbereich. Dort haben sich die Veranstalter bewusst für die Damen entschieden.“ Liegt im Fall des SC Garmisch sicher auch an der Historie. Deutsche Größen wie Katja Seizinger und Maria Höfl-Riesch feierten große Erfolge auf der Kandahar – bei ihren Heimrennen. Daher legt sich die Crew immer wieder ins Zeug, feilt an der Strecke. Heraus kommen Projekte wie die beiden Sprünge, die die Pistenchefs der Damenabfahrt verpasst haben. „Wir wollten sie immer schon haben“, sagt Wild. Nach den Rennen im Vorjahr kamen die Experten des Skiweltverbands auf das Organisationskomitee zu und gaben ihr Okay. Am Tröglhang heben die Frauen nun ab, und am Seilbahnsprung, der in den Vorjahren sogar bei den Herren abgetragen worden war. „Am Tröglhang hatten wir den Sprung schon einmal“, sagt Wild. Sie ist ein Fan dieser Elemente, die die Kandahar schlichtweg noch attraktiver machen.

Hinsichtlich der Präparierung dürfen sich die Frauen auf kernige Verhältnisse gefasst machen. Die Tatsache, dass die Herren erst danach nach Garmisch-Partenkirchen kommen, sorgt automatisch für sehr anspruchsvolle Bedingungen. Klar: Die Piste muss im Grunde im Vorfeld bereits auf die Herren-Rennen getrimmt sein. „Vor allem für den Riesenslalom der Männer“, erinnert Wild. Der setzt der Strecke in besonderem Maße zu.

Fordernde Bedingungen

Im Klartext heißt dies: In der vergangenen Woche wurde die Strecke massiv gewässert. Frost bis unter minus zehn Grad erledigte in den Nächten den Rest in den Passagen vom Tröglhang bis zur Hölle. Lediglich der Schussanger, das Gleitstück, blieb ausgespart, dazu Hölle, FIS-Schneise und der Ziel-Schuss. Doch auch dort ist es knackig. Für die natürliche Bewässerung hat schließlich der Regen in den vergangenen Wochen gesorgt. „Ich denke, dass es fordernde Bedingungen sind“, sagt Wild. Ein echter Test für die besten Speedfahrerinnen vor den Weltmeisterschaften in Are/Schweden.

Ob diese geschlossen am Start stehen, wird sich erst noch zeigen. US-Star Lindsey Vonn, die fünf Abfahrten in ihrer Karriere auf der Kandahar gewonnen hat, aber nach wie vor von Knieproblemen geplagt wird, reist zumindest heute einmal an. Sie will aber erst nach einer Besichtigung entscheiden, ob sie die Rennen in Angriff nimmt. Ähnlich liegt der Fall bei Sofia Goggia. Die Siegerin des Abfahrtsweltcups der vergangenen Saison hat nach einem Knöchelbruch heuer noch kein Rennen bestritten, will aber die Trainingsläufe bestreiten. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen auf Viktoria Rebensburg (Kreuth) und Kira Weidle (Starnberg), die bei den Heimrennen sicher mit von der Partie sind.

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