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Eingespieltes Team: Peter Fischer, Chef des Organisationskomitee, und Martina Betz, Ressortleiterin Personal.
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Richtige Gaudinockerl: die drei Tee-Lieferantinnen auf Skiern Babsi Anwander (l.), Liesi Geigl (M.) und Monika Norys (r.) mit Elisabeth Buchwieser (2.v.l) und Helga Habersetzer von der Kaffeebar.
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Proviant einpacken: Die Weltcup-Helfer dürfen sich in der Lagerhalle des SC Garmisch mit Verpflegung eindecken. Birgit Lindinger (l.) hilft bei der Ausgabe mit.
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Stürze, Triumphe, Enttäuschungen: Beim Ski-Weltcup der Damen in Garmisch-Partenkirchen war einiges geboten.
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Stürze, Triumphe, Enttäuschungen: Beim Ski-Weltcup der Damen in Garmisch-Partenkirchen war einiges geboten.
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Stürze, Triumphe, Enttäuschungen: Beim Ski-Weltcup der Damen in Garmisch-Partenkirchen war einiges geboten.
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Stürze, Triumphe, Enttäuschungen: Beim Ski-Weltcup der Damen in Garmisch-Partenkirchen war einiges geboten.
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Stürze, Triumphe, Enttäuschungen: Beim Ski-Weltcup der Damen in Garmisch-Partenkirchen war einiges geboten.

Im Reich der Roten

Weltcup: Darum laufen im Skiclub-Lager Schildkröten herum

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Es ist ein Fall für Frühaufsteher: Während der Weltcup-Trainings- und Rennen gibts im Lager des Skiclubs Garmisch Verpflegung für die Helfer. Dort ist meistens schon ab 6 Uhr Betrieb.

Garmisch-Partenkirchen – Monika Norys hievt den großen Rucksack mit Kandahar-Logo auf ihren Rücken. 18 Kilogramm wiegt er. Heute, am achten und letzten Einsatztag, fühlen die sich an wie 25, sagt Liesi Geigl. Nichts für schwache Knochen. Die Wundermittel zur schnellen Regeneration: Arnika-Salbe auf die Knie, Arnika-Globuli und täglich Magnesium. Die zwei gehören zum Tee-Team, das die Streckerer während der Weltcup-Trainings und -Rennen versorgt. Nicht jeder ist prädestiniert für den Job. Strenge Vorschriften gelten: „Man muss im Hühnerverein sein“, sagt die dritte im Bunde, Babsi Anwander, „und gackern können ohne Ende.“

Norys hat sich qualifiziert. Zum ersten Mal schnallt sie sich den Rucksack heuer um. Sie hat das Gacker-Gen. Der Trupp fällt auf im Lager des Skiclubs Garmisch neben der Alpspitzbahn. Durch sein schallendes Gelächter. Aber auch durch sein Outfit mit dem „Panzer“ auf dem Buckel. „Wir schauen aus wie Schildkröten“, scherzt Anwander. Mit ihren eigentlich unauffälligen langen, schwarzen Skijacken stechen sie heraus im Reich der Roten.

Richtige Gaudinockerl: die drei Tee-Lieferantinnen auf Skiern Babsi Anwander (l.), Liesi Geigl (M.) und Monika Norys (r.) mit Elisabeth Buchwieser (2.v.l) und Helga Habersetzer von der Kaffeebar.

Gegen 7.30 Uhr pilgern die Weltcup-Helfer am Sonntag ins Lager, zur Proviantstelle. Ein einziges Gewusel und Gewimmel samt penetrantem Skischuh-Klackern. Sie alle wollen sich mit Essen und Getränken eindecken für die Damen-Abfahrt. Jeder kann sich aus den Kisten mit Croissants, Semmeln, Wurst, Käse, Schokolade und Obst bedienen. Während einige vor Ort frühstücken, stellen die Bergleut’ ihr Lunchpaket in Tüten zusammen oder lassen es von Klaus Weber und Co. packen. Mittags gibt’s Warmes, Gulasch- und Kartoffelsuppe.

Verhungern muss niemand. Kalkuliert wird nach einer einfachen Formel: Helferzahl mal zwei. Heißt an diesem Morgen: 291 Leut’, macht 582 Semmeln. Es werden bestimmt noch mehr.

Wieviele bei der Veranstaltung mitwerkeln, behält Elisabeth Grünauer genau im Blick. Bei ihr muss sich jeder erst einmal anmelden, wenn er das Depot betritt. Sie erfasst die Helfer, setzt auf den Tageslisten einen Haken hinter deren Namen und händigt die Ski-Pässe aus. Schon eine Stunde bevor die ersten anrücken, sitzt sie auf ihrer Bank am Eingang. Manchmal schon um 5 Uhr. Ein Fall für Frühaufsteher. „Heute ist’s wie Ausschlafen“, sagt Grünauer um kurz nach Acht. Wegen des späten Rennbeginns verlegte man den Start im Lager um eineinhalb Stunden nach hinten.

Verletzte gibt‘s nicht nur unter den Ski-Rennfahrern

Hat Grünauer ihren Dienst vor Ort erledigt, geht’s weiter ins OK. Listen vergleichen, in den PC eingeben, abrechnen und Unfallmeldungen schreiben – am Sonntag gibt’s sieben Lädierte unter den Helfern –, steht dann auf dem Programm. Irgendwann, sagt sie in einer der seltenen ruhigen Minuten, „rattert der Kopf“.

Eingespieltes Team: Peter Fischer, Chef des Organisationskomitee, und Martina Betz, Ressortleiterin Personal.

Macht nichts. Steckt Grünauer weg. Für den SCG, für das Weltcup-Team – für die „große Familie“. Während der Rennen sind alle verstreut auf ihren Posten, im Lager treffen sie sich. Wenn auch nur kurz und nicht gleichzeitig. Strecke, Tribüne, Parkplatz – jede „Abteilung“ trudelt zu verschiedenen Zeiten in die SCG-Speisekammer ein. Der Ablauf hat Struktur, auch wenn es während der Hochkonjunktur nicht immer den Anschein erweckt.

Eine solche Phase gibt’s gegen 8 Uhr. Die Bude ist gerade gerammelt voll. Zeit für eine gute, alte Tradition, Zeit für die Ansprache von Peter Fischer. Der OK-Chef – natürlich in rot gekleidet – stellt sich auf eine Bank, informiert übers Helferfest, berichtet über den Gesundheitszustand von Jacqueline Wiles, der US-Amerikanerin, die sich bei ihrem Sturz am Samstag schwer verletzt hatte, und verteilt vor allem eines: eine große Portion Lob. Von ihm und im Auftrag der FIS.

Dann gibt er das Wort weiter an Steffi Wild. Die Rennleiterin der Damen appelliert an die Anwesenden, sich beim Abbau nicht zu verdünnisieren. „Viele Hände, schnelles Ende.“ Sie lockt mit einer Belohnung. „Wenn wir fertig sind, gibt’s einen Absacker an der Bar.“ Fischer lässt eine Runde springen. Dafür kassiert er Applaus. Den würde er lieber zurückgeben – an alle Helfer und Schildkröten.

Lesen Sie weitere Artikel zu den Damen-Weltcup-Rennen: 

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