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Ski-WM 2027: Entscheidung fällt am Mittwoch - Kandidat Garmisch-Partenkirchen zeigt sich selbstbewusst

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Von: Christian Fellner

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Banges Warten – das gibt es am Mittwoch wieder. DSV-Präsident Dr. Franz Steinle (r.) wird als Council-Mitglied in Mailand sitzen, Maria Höfl-Riesch den Bewerber vertreten. Peter Fischer verfolgt das Zeremoniell von daheim aus.
Banges Warten – das gibt es am Mittwoch wieder. DSV-Präsident Dr. Franz Steinle (r.) wird als Council-Mitglied in Mailand sitzen, Maria Höfl-Riesch den Bewerber vertreten. Peter Fischer verfolgt das Zeremoniell von daheim aus. © Fellner

Diesmal soll es klappen. Nach der Pleite von 2020 will Garmisch-Partenkirchen die Ski-Weltmeisterschaft 2027 ausrichten. Gegen drei Mitbewerber muss sich die Gemeinde durchsetzen.

Garmisch-Partenkirchen – Wieder ist er da, der große Tag: 25. Mai. Am Spätnachmittag geht’s für Garmisch-Partenkirchen um die alpine Ski-Weltmeisterschaft. Im Oktober 2020 hatte es zuletzt im Ringen um eine derartige Großveranstaltung eine kräftige Ohrfeige gegeben, waren die Weltspiele für 2025 nach Saalbach-Hinterglemm in Österreich gegangen. Auf die Marktgemeinde und den Schweizer Mitbewerber aus Crans-Montana entfiel nur jeweils eine von damals 14 Stimmen.

Die Pleite hat man in Garmisch-Partenkirchen schnell abgehakt, sich bald zu einem neuen Anlauf entschieden. So geht es nun um die WM im Februar 2027. Neben den beiden Kandidaten, die zum zweiten Mal antreten, sind Narvik/Norwegen und Soldeu/Andorra in den Ring gestiegen. Der Ausgang? Ein Urteil traut sich im Vorfeld derzeit wohl niemand zu. Zu viel Unruhe herrscht im Umfeld des Verbands, zu viele Schlagzeilen haben die Runde gemacht um den Präsidenten Johan Eliasch und dessen Reformpläne.

Lobbyarbeit ist das A und O

Die jeweiligen Chancen seien schwierig einzuschätzen. So zumindest sieht es Peter Fischer. „Im Endeffekt geht es um Lobbyarbeit, darum, wer in den vergangenen Monaten und Wochen die beste Überzeugungsarbeit geleistet hat“, sagt der Routinier, der nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft beim Skiclub Garmisch noch als Kopf der Bewerbung fungiert.

Beim FIS-Kongress in Mailand, der am Mittwoch und Donnerstag über die Bühne geht, dürfte es kaum gelingen, noch großen Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen. Zu sehr wurde das Programm beschnitten. Die Bewerber zeigen einen kurzen, maximal zehn Minuten langen Imagefilm, dann gibt’s fünf Minuten für mögliche Fragen aus dem FIS-Vorstand. Eigene Anmerkungen zum Konzept – gestrichen. „Der Faktor Mensch ist komplett raus“, betont Martina Betz, die Zweite Vorsitzende im Skiclub. Ein bisschen Netzwerken vor Ort – nicht drin. „Das ganze Feeling ist nicht mehr da“, bemängelt Fischer. In Portugal 2006 war man fünf Tage zusammengekommen, die Kandidaten hatten eigene Stände, präsentierten sich dort.

Maria Höfl-Riesch fungiert als WM-Botschafterin

Nun läuft alles ein wenig unpersönlicher ab. Gut, zumindest die 17 Mitglieder des FIS-Council werden dieses Mal persönlich erwartet. Außer Reisebeschränkungen lassen dies nicht zu. Doch: Nur zwei Vertreter pro Ort sind erlaubt. Als Repräsentanten Garmisch-Partenkirchens fiel die Wahl auf WM-Botschafterin Maria Höfl-Riesch und Walter Vogl vom Deutschen Skiverband. „Wenn Fragen kommen, müssen sie sie beantworten“, sagt Fischer. Wie es zur Wahl dieses Duos kam, darauf geht er nicht groß ein. Nur so viel: „Maria war für mich immer gesetzt.“

Martina Betz
Martina Betz ist stolz auf das Geleistete. © SCG

Bei aller Anspannung vor dem großen Tag regiert definitiv die Zuversicht. Das Pfund, das Garmisch-Partenkirchen zu bieten hat, ist der Faktor Nachhaltigkeit. Ein zentraler in diesen Zeiten. „Wir könnten morgen eine WM abhalten“, sagt Betz. „Wir brauchen nichts neu zu bauen, wir müssen nirgends in die Natur eingreifen. Nachhaltiger geht es in diesem Bereich nicht.“ Eine Tatsache, die die Verantwortlichen bewusst in den Vordergrund der Bewerbung gestellt haben. „Unser Motto ist, dass wir jederzeit bereit sind“, unterstreicht Fischer. Die Weltcups in diesem Winter hätten das eindrucksvoll unterstrichen, argumentiert Betz. „Bei schwierigen Bedingungen haben wir zwei Top-Slaloms am Gudiberg hinbekommen.“

Nichts spreche gegen Garmisch-Partenkirchen

Daher geht der Kandidat betont selbstbewusst ins Rennen. „Wir dürfen schon stolz auf das sein, was wir leisten“, versichert Betz. „Wir sind seit Anbeginn im Weltcup dabei, wir richten Damen- und Herrenrennen in Speed und Technik aus, wir haben die Manpower.“ Für Fischer und Betz steht fest, dass es eigentlich kein schlüssiges Argument gibt, warum diese WM nicht nach Deutschland gehen sollte. „Uns fällt keines ein. Das hat auch nichts mit Arroganz zu tun, ich denke, dass wir uns das erarbeitet haben“, sagt die Vize-Chefin beim SCG.

Gegen 19.30 Uhr am Mittwoch gibt es darauf die Antwort vom Vorstand der FIS. Dann wird der Ausrichter der WM 2027 preisgegeben. Womöglich auch erst nach mehreren Wahlgängen. Denn: Es braucht bei zunächst vier Bewerbern die absolute Mehrheit von 17 Stimmen.

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