Dr. Franz Steinle, Peter Fischer und Bürgermeisterin Elisabeth Koch sitzen im Gemeinderat auf dem Podium.
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Klare Fürsprecher für eine WM: (v.l.) DSV-Präsident Dr. Franz Steinle, OK-Chef Peter Fischer und Bürgermeisterin Elisabeth Koch.

Neuer Anlauf im Wintersport-Ort Nummer eins

Klares Votum: Garmisch-Partenkirchen bewirbt sich um Ski-WM 2027 - „Signal für Jugend und Zukunft“ setzen

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Die Mehrheit fiel deutlich aus: Mit 23:6 Stimmen hat der Marktgemeinderat in Garmisch-Partenkirchen für eine neuerliche WM-Bewerbung gestimmt. Über zwei Stunden wurde davor innig diskutiert.

Garmisch-Partenkirchen – Die Hoffnung auf erneute „Festspiele im Schnee“ – so lautete das Motto der alpinen Ski-WM von 2011 – haben neue Nahrung bekommen. Der Deutsche Skiverband (DSV) wird sich mit dem Skiclub Garmisch und der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen erneut für Weltmeisterschaften im Jahre 2027 bewerben. Es wären die dritten nach 1978 und eben 2011.

Den Grundstein dafür legte gestern Abend der Marktgemeinderat mit seinem Votum, das beileibe nicht einmütig, aber doch eindeutig ausfiel. Gegen die Stimmen der Grünen-Fraktion, Anton Hofer (Ga+Pa miteinander) und Lilian Edenhofer (Freie Wähler fraktionslos) votierte die Mehrheit mit 23:6 für eine neuerliche Kandidatur. Erst im vergangenen Oktober war Garmisch-Partenkirchen gegen den Favoriten Saalbach-Hinterglemm im Rennen um die WM 2025 gescheitert.

Ski-WM 2027 in Garmisch-Partenkirchen? Eishockey-Verbandschef sieht große Chance für seinen Heimatort

Es waren zweieinhalb Stunden, in denen zunächst die Vertreter der Bewerberseite – DSV-Präsident Dr. Franz Steinle und OK-Chef Peter Fischer – die Vorzüge anpriesen. Auch Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, ergriff als Garmisch-Partenkirchner das Wort und wies auf „die Chance hin“, um neue „Aufbruchsstimmung“ zu schaffen und „ein Signal für die Jugend, für die Zukunft“ zu setzen. Steinle hob das Alleinstellungsmerkmal Garmisch-Partenkirchens heraus, das als einziger Wintersport in Deutschland in der Lage sei, eine alpine WM auszurichten. Freilich mahnte er an, dass die Bewerbung „kein Selbstläufer“ sei, man eine sehr gute Bewerbung brauche.

Fischer verwies auf die Erfolgsstory der Titelkämpfe 2011 und auf die Chancen, die eine Wiederholung einer WM 16 Jahre später dem Markt eröffne: „Eine WM ist immer ein Standort-Entwicklung-Konzept“, um Infrastruktur-Projekte wie die Modernisierung des Kongresshauses oder den Wanktunnel anzuschieben könne das Großereignis als Katalysator wirken. Der Ort habe von jeder bisherigen WM profitiert.

Ski-WM 2027: Gegner verweisen auf geschönte zahlen und Faktor Klima

Mit diesen Argumenten kam er bei den Gegnern der WM-Bewerbung nicht groß an. Grünen-Sprecher Dr. Stephan Thiel zweifelte die Erfolgsbilanz der WM 2011 an, sprach vom Verschönen von Zahlen und nannte dies „beschämend“. Ihm fehle das Verständnis für den Klimawandel, der eine Gefahr darstelle, eine WM auf 700 Metern gerate zu einem „Lotteriespiel“.

Hofer versuchte sein Glück mit einem flammenden Appell an die Befürworter, stellte sich demonstrativ ans Mikrofon, das vor der CSU-Fraktion aufgebaut war. Er vermisste wie Thiel Belege für die großen Errungenschaften von 2011, konnte nicht verstehen, dass es zu keiner Bürgerbeteiligung in dieser Frage gekommen ist. „Es heißt, dass es pressiert, aber das ist hausgemacht.“

Entscheidung wieder in Vilamoura: In Portugal hatte der Ort 2006 den WM-Zuschlag erhalten

Am Ende ließ sich aber kein WM-Fürsprecher umstimmen. Ende Mai 2022 wird nun die Entscheidung fallen. Bisher gibt es nur Crans-Montana (Schweiz) als Gegner, das im Oktober 2020 ebenfalls angetreten und wie Garmisch-Partenkirchen abgewatscht worden ist. Die Wahl des Ausrichtungsortes wird wieder in Portugal stattfinden. In Vilamoura. War da nicht was? Ja, in dem Ort an der Algarve hatte Garmisch-Partenkirchen am 25. Mai 2006 den Zuschlag für 20111 erhalten. Vielleicht ein gutes Omen (Bericht folgt).

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