Spektakel Ski-WM: Mit einer gigantischen Eröffnungsfeier hatte die WM 2011 begonnen. Vielleicht gibt es im Jahre 2025 eine Neuauflage.
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Spektakel Ski-WM: Mit einer gigantischen Eröffnungsfeier hatte die WM 2011 begonnen.

Ski-WM 2027 in Garmisch-Partenkirchen: FDP signalisiert Zustimmung zur Bewerbung - Doch es gibt auch Skepsis

  • Peter Reinbold
    vonPeter Reinbold
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Die Entscheidung um eine Bewerbung für die Alpine Ski-WM 2027 soll am 15. April im Gemeinderat fallen. Nach der CSU hat jetzt auch die FDP Zustimmung signalisiert. Anton Hofer hingegen sieht seine Bedenken selbst nach einem Gespräch mit Skiclub-Chef Peter Fischer nicht ausgeräumt.

Garmisch-Partenkirchen – Einzelkämpfer ist Anton Hofer. Der Mann, der für Garmisch+Partenkirchen miteinander im Gemeinderat sitzt, hat sich seinen Ruf als Querdenker ganz bewusst erworben, als er Kopf der Bürgerinitiative von Mobilfunkskeptikern war. In dieser Funktion hat er einen gewissen Bekanntheitsgrad erhalten und Profil gewonnen. Beides hat es ihm ermöglicht, in die Kommunalpolitik einzusteigen. Dort ist er seinem Stil treu geblieben. Er möchte alles genau wissen, hinterfragt vieles und lässt nicht so schnell locker. Damit eckt er an. Dass er sich mit seiner Art unter den Gemeinderatskollegen kaum Freunde macht, stört ihn nicht. „Ich bin dafür gewählt worden, mich für meine Wähler und den Ort einzusetzen“, sagt er.

Die Bewerbung für die Alpine Ski-Weltmeisterschaft 2027, über die der Gemeinderat am 15. April entscheiden soll, ist das Projekt, das Hofer derzeit umtreibt. Die „belastbaren Informationen“, die er bislang erhalten hat, nennt er „unzureichend. Mit dem, was ich weiß, kann ich mir kein abschließendes Urteil erlauben“. Deshalb hat er Kontakt zu dem Mann aufgenommen, der schon dreimal eine Bewerbung für eine Ski-WM in die Tat umgesetzt hat – und dies wohl wieder tun wird, falls der Gemeinderat seine Zustimmung erteilt. Hofer schrieb Peter Fischer, Vorsitzender des Skiclubs Garmisch an, um aus erster Hand Details zu erfahren. Selbst nach einem Treffen mit Fischer sagt Hofer, „bin ich kaum schlauer als zuvor“.

Bid-Book wird nicht ausgehändigt

So habe ihm der ehemalige Chef des Organisationskomitees den Einblick in das Bid-Book für die Bewerbung 2025, mit der Garmisch-Partenkirchen im Herbst des vergangenen Jahres gescheitert war, verwehrt. Fischer Gründe kann Hofer „nicht nachvollziehen“. Bereits im Vorfeld und während des Treffens hatte Fischer sein Nein begründet: Das Bid-Book für die WM-Bewerbung 2025 sei „geistiges Eigentum“ des Erstellers (in diesem Fall „OK Ski-Weltcup GAP“) und urheberrechtlich geschützt. „Dies bedeutet, dass wir nur befugt waren und sind, dieses Bid-Book an den Internationalen Skiverband und seinen dazugehörigen Gremien und unseren Partnern, Deutscher Skiverband und dem Markt Garmisch-Partenkirchen, auszuhändigen“, erklärt der Ski-Funktionär. „Eine Weitergabe an Dritte erfolgte von uns aus diesen Gründen nicht.“

Fischers Rat an Hofer: Da er Mandatsträger sei, könne er eine Anfrage an den Markt Garmisch-Partenkirchen stellen. Wie die Gemeinde eine eventuelle Herausgabe dieser Unterlagen rechtlich beurteilt, „liegt nicht in unserem Kompetenz- und Verantwortungsbereich“. Fischers Empfehlung hat Hofer beherzigt und sich bereits an die Verwaltung gewandt. Bislang ohne Reaktion.

Fischer und Dopfer überzeugen die Werdenfelser Liberalen

Die Skepsis von Hofer konnte Fischer nicht zerstreuen, bei der FDP hingegen fielen seine Worte auf fruchtbaren Boden. Vor einer Woche waren Fischer und Fritz Dopfer, dessen designierter Nachfolger im Weltcup-OK, zu Gast bei den Werdenfelser Liberalen – zum dritten Mal und diesmal virtuell. „Beide Herren haben uns überzeugt“, sagt Sielmann. Nach dem Treffen habe man zu einem Online-Voting gebeten. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: „Es gab keine Gegenstimme“, sagt Sielmann.

Die FDP Garmisch-Partenkirchen stehe hinter einem Konzept, das ökologisch vorbildlich ist, auf den Öffentlichen Personennahverkehr setzt, der Jugend und der Sportförderung dient, den Landkreis und den Markt einbindet, „und uns so Chancen für die Zukunft eröffnet“. Bei der FDP ist man überzeugt, dass eine Ski-WM dem Ort und der Region Chancen verschafft, „die sie im Strukturwandel brauchen“. Was die Welt-Titelkämpfe keinesfalls dürfen, auch daran lässt die FDP-Führung um die Kreisvorsitzende Maria Ackermann und Ortschef Elias Fischbacher keinen Zweifel: Nicht noch mehr Massentourismus. „Diese Monostruktur ist eine Sackgasse. Wir wollen den sanften Tourismus fördern.“

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