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Skifahrer im Stau: Keine Lösung in Sicht

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Nichts geht mehr: Stau in der Alpspitzstraße Richtung Hausberg ist in den Winterferien alltäglich. foto: Sehr
Nichts geht mehr: Stau in der Alpspitzstraße Richtung Hausberg ist in den Winterferien alltäglich. © Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Weihnachten und Fasching, zweimal zwei Wochen im Winter, in denen auf den Garmisch-Partenkirchner Straßen fast nichts mehr geht. Ein Dilemma, aus dem es offensichtlich keinen Ausweg gibt.

„Das ist eine Katastrophe für einen internationalen Wintersportort“, findet Tourismusdirektor Peter Nagel. „Wir wollen in der Champions League mitspielen, bewegen uns hier aber nur auf Kreisklassen-Niveau.“ Ein Konzept, um dieses Problem möglichst zur Saison 2012/13 zu lösen, müsste ihm zufolge spätestens im September stehen. „Wir haben vier neue Routen für den Skibus erarbeitet, die kosten 90 000 bis 100 000 Euro.“ Eine Summe, an der sich GaPa-Tourismus beteiligen würde, die jedoch auf mehrere Schultern verteilt werden müsste. „Und genau das ist der Knackpunkt.“

Allein in zusätzlichen Verbindungen erkennt Peter Huber, Technischer Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), allerdings keine Verbesserung: Der Skibus, den das Unternehmen seit 14 Jahren vom Eisstadion aus anbietet, kostet schon 45 000 bis 50 000 Euro pro Saison. „Solange aber die Infrastruktur der Straßen nicht besser ist, das heißt, diese nicht breiter sind, bringt der Bus wenig.“ Daher kann auch keine eigene Spur für öffentliche Verkehrsmittel ausgewiesen werden, der Bus steht genau wie die Pkw im Stau. Eine gewisse Entlastung verspricht er sich davon, wenn Einheimische und Skilehrer an diesen stark frequentierten Tagen „das Auto stehen lassen würden“. Eine weitere Option sieht er darin, am Eisstadion zu parken und von dort zur Bergbahn zu laufen. Durch zusätzliche Depots an der Talstation, in denen die Gäste Skier oder Snowboards, Schuhe, Helme und weitere Ausrüstung unterbringen können, sei der Fußmarsch leicht zu bewältigen.

Zudem schlägt Huber vor, die Verbindung zum Kreuzeck zu optimieren: „Eine Entlastung wäre, wenn die St.-Martin-Straße verlängert wird.“ Während Skikurse in der Regel am Hausberg starten, sei es für geübte Skifahrer sicher kein Problem, von dort aus auf die Pisten im Classic-Gebiet zu gelangen. Hierfür müsse aber unbedingt die Ampelschaltung verbessert werden, um von der Zugspitz- in die Kreuzeckbahnstraße einzubiegen. „Derzeit kommen pro Grünphase maximal zwei Autos durch.“

Ein Dilemma, das die Verantwortlichen im Garmisch-Partenkirchner Rathaus, bei der Polizei und im Staatlichen Bauamt Weilheim, das für Bundesstraßen zuständig ist, durchaus beschäftigt. „Vor kurzem gab es eine Begehung mit allen Zuständigen mit dem Ziel, die Grünphase zu optimieren“, sagt Rathaussprecher Florian Nöbauer. Mit Erfolg: „Diesen Winter soll’s geändert werden.“

Hubers Einschätzung, dass die Straßen im Ort nicht auf die Verkehrslawine während der Ferienzeiten ausgelegt sind, teilt er. „Ein Ausbau der St.-Martin-Straße, der sicher etwas bringen würde, kommt aber erst mit dem Kramertunnel.“ Auch eine Verlängerung der Klammstraße inklusive Unterführung unter der Bahnlinie und Ausbau der so genannten Sportstraße hält er allein finanziell für unrealistisch: „So etwas wäre nur mit Olympia möglich gewesen.“ (tab)

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