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Tausende Zuschauer jubelten beim Neujahrsspringen den Athleten zu. Womöglich werden auch bald Frauen gefeiert. 

Neue Idee für Vierschanzentournee

Skispringen: SC Partenkirchen ist offen für Frauen-Tournee, sieht aber Probleme

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Experten der Skisprung-Szene fordern frischen Wind für die Vierschanzentournee. Den sollen Frauen bringen. Der SC Partenkirchen, der das Neujahrsspringen ausrichtet, steht der Idee offen gegenüber. Kernprobleme sind die Unterbringung zusätzlicher Athleten und ein kleines Zeitfenster.

Garmisch-Partenkirchen – Der Tross ist weg, das Skistadion wieder leer, selbst eine große Menge des Schnees wurde für das Hornschlittenrennen abtransportiert. Das Spektakel Neujahrsspringen ist Geschichte. Und doch: Aktuell bleibt die Vierschanzentournee in aller Munde. Angestaubt sei sie nach 70 Jahren – heißt es in der Öffentlichkeit. Einen neuen Kick könnte der Traditionsveranstaltung die Aufnahme der Frauen ins Programm bringen. Das meinen zumindest viele Fachleute aus der Skisprung-Szene.

Idee für Frauen-Vierschanzentournee beim SC Partenkirchen nicht neu

Hannes Krätz, Pressechef des Neujahrsspringens. 

In Partenkirchen sind diese Gedanken nicht neu. „Wir reden seit fünf oder sechs Jahren darüber“, verrät Hannes Krätz, der Pressechef des Neujahrsspringens. Es gab sogar recht konkrete Pläne, die besten fliegenden Frauen der Welt nach Garmisch-Partenkirchen zu einem Einladungsspringen zu lotsen. Im Rahmen der Tournee-Veranstaltung – versteht sich. „Alles andere macht keinen Sinn“, betont Michael Maurer, der Präsident des SC Partenkirchen und Chef des Organisationskomitees. Ein eigener Wettkampf zu einem anderen Zeitpunkt als dem Jahreswechsel – „dafür ist der Aufwand zu groß, außerdem haben die Damen mittlerweile ein festes und großes Programm“. Obendrein genieße der Frauen-Sprungsport noch keine derartige Aufmerksamkeit – in medialer und vor allem finanzieller Hinsicht –, dass sich ein Extra-Event kostenneutral realisieren lasse. Dass eine neue Serie nur an den Original-Orten der Tournee stattfinden könne, das stellt Bundestrainer Andreas Bauer klar. Alles andere sei „absoluter Blödsinn“, sagt der frühere Weltcupspringer, der nun die Frauen betreut.

Aus dem Partenkirchner Plan, die Springerinnen einzubauen, wurde damals nichts. Der Verein scheiterte an logistischen Problemen. Die Unterbringung der zusätzlichen Aktiven, Trainer und Funktionäre dürfte grundsätzlich die größte Herausforderung für die Veranstalter sein. Krätz schätzt, dass rund 100 Personen zum eigentlichen Tournee-Tross hinzukommen würden. Der umfasst jetzt bereits mehr als 400 Gäste, die über den Jahreswechsel in der Marktgemeinde oder den Nachbarorten Unterschlupf finden müssen. „Daher bin ich um jedes Hotel froh, dass bei uns aufgemacht wird, zum Beispiel das in Farchant“, sagt Maurer.

Skisprung-Tournee mit Frauen: SC Partenkirchen würde sich Verantwortung stellen

Dennoch: Der SCP würde sich der Verantwortung stellen. „Im Frühjahr 2019 haben wir der FIS offiziell unsere Bereitschaft erklärt, Gewehr bei Fuß zu stehen“, betont Krätz. Wie die Aufnahme der Frauen ins sportliche Programm aussehen könnte, dazu gibt es einige Gedankenspiele. Eine Idee: Die Frauen könnten sich antizyklisch durch die Tournee bewegen, sprich in Bischofshofen anfangen und in Oberstdorf aufhören. „Das würde für uns nicht so viel ändern“, kommentiert Krätz diesen Vorschlag. Wohl aber für die Kollegen in Bischofshofen und im Allgäu. „Da kommt das Thema Ehrenamt ins Spiel. Dort müssten die Schanzen von Mitte Dezember bis zum 6. Januar in Schuss gehalten werden. Ein enormer Aufwand.“ Also laufe es doch eher auf den Einbau der Wettbewerbe in den bestehenden Ablauf hinaus. „Die Frauen könnten nach der Quali der Männer an Silvester springen“, verdeutlicht Krätz. Nur: Was ist, wenn es Verzögerungen gibt? Spielt das Fernsehen bei dieser Lösung mit, kann es flexibel reagieren? Wichtige Fragen. Die TV-Anstalten haben grundsätzlich wohl Interesse signalisiert. Doch kommt das Problem des kleinen Zeitfensters an den Standorten Innsbruck und Garmisch-Partenkirchen hinzu. Aufgrund des fehlenden Flutlichts kann nur bis Nachmittag gesprungen werden. Silvester nach der Qualifikation der Männer würde eine Anfangszeit von frühestens 15 Uhr bedeuten. In dieser Phase des Jahres wären vielleicht noch 90 Minuten Zeit, um einen Wettkampf durchzudrücken. „In der Früh um 9 Uhr zu springen, ist aber auch kein Thema“, merkt Krätz an.

Bei all diesen Faktoren sieht der Pressechef immer noch die Logistik als Kernproblem. „Aber wir würden uns darauf einlassen.“ Am 15. April soll nun bei einer Tagung der FIS über die Tournee und ihre Entwicklungsmöglichkeiten gesprochen werden. Krätz ist gespannt: „Der Ruf nach den Frauen wird lauter, mal schauen, wie schnell es geht.“

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