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So sah es bislang im Stadion aus.

Skiclub-Chef ist sauer

Skistadion: Streit um fehlende Fahnenmasten

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Im Olympia-Skistadion fehlen die 22 Fahnenmasten, die jahrzehntelang zum Bild gehörten. Der Markt hat sie kurzerhand entfernen lassen. Ob sie wieder angebracht werden, ist fraglich. Dagegen rührt sich Widerstand. Besonders SCP-Präsident Michael Maurer ist erzürnt.

Garmisch-Partenkirchen – Michael Maurer befindet sich im Besitz von Schwarz-Weiß-Fotos aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die zeigen, wie zahlreiche Flaggen über dem Olympia-Skistadion wehen. Dieses Bild war bis heuer am 1. Januar stets schmückendes Beiwerk beim berühmten Neujahrsskispringen in der altehrwürdigen Arena. Ob die Zuschauer das auch in Zukunft in diesem Umfang zu sehen bekommen – mehr als fraglich. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen, für die etliche Millionen Euro veranschlagt sind, hat eine heimische Spenglerfirma im Auftrag des Marktes die Masten entfernt. Und damit sind jene Traditionalisten, zu denen Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen und viele Jahre auch Chef der Vierschanzentournee, zählt, vor den Kopf gestoßen. Vor allem, da nach seinen Informationen im Garmisch-Partenkirchner Rathaus darüber nachgedacht wird, die Masten nicht wieder anzubringen.

Seines Wissens soll Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) die treibende Kraft sein. „Das geht nicht“, sagt Maurer. „Sie gehören zum Ensemble, das unter Denkmalschutz steht. Sie müssen wieder hin.“ Meierhofer lässt über ihre Sprecherin Ute Leitner erklären, dass das Entfernen unumgänglich war. Alternativlos? Die Masten hätten den Baufortschritt „erheblich gestört“ und wären durch den neuen Aufbau der Dächer an den Dachrinnen angestanden. Zudem hätten sie in naher Zukunft durch neue Modelle ersetzt werden müssen, die vom Boden aus bedient werden können.

Der Bauausschuss hatte sich in seiner Sitzung am 12. November mit den Fahnenmasten beschäftigt. Tun sollte er das zunächst in öffentlicher Sitzung, behandelt wurde der Tagesordnungspunkt allerdings dann klammheimlich nichtöffentlich. Die Begründung des Rathauses, die Leitner gestern auf Tagblatt-Anfrage verschickte: „Die Stellungnahme das Landesamts für Denkmalpflege lag noch nicht vor.“ Gestern befand sich dessen Chef Dr. Nikolaus Könner auf Behördentour im Landkreis. Er besuchte das Landratsamt und die Verwaltung des Markts – gleichzeitig Untere Denkmalschutzbehörde. Krönner soll auch darüber befinden, ob die Konsolen, in denen die Masten stehen und die im Kern teilweise verrottet sind, erneuert oder saniert werden müssen. „Sobald wir die Stellungnahme Dr. Könners erhalten haben, wird das weitere Vorgehen im nächsten Bauausschuss in öffentlicher Sitzung abgestimmt“, teilt Leitner im Auftrag der Bürgermeisterin mit.

Gleichzeitig räumt sie mit Gerüchten auf, die auch Maurer zu Ohren gekommen sind. Meierhofer soll sich im Bauausschuss mit Händen und Füßen gegen die Masten gewehrt haben, obwohl die anderen Gemeinderäte in Mehrheit dafür votiert hatten. „Die Erste Bürgermeisterin hat sich zu keiner Zeit gegen die Neuerrichtung der Fahnenmasten ausgesprochen, da diese ein wesentliches Element der äußeren Erscheinung des Gebäudes sind. Sie hat lediglich geäußert, dass man bei zu hohen Kosten gegebenenfalls in Erwägung ziehen könne, die Anzahl zu verringern.“ Das Bauamt habe bereits eine erste Kostenschätzung für neue Fahnenmasten eingeholt. Die Planung wird dann das mit der Sanierung des Skistadions beauftragte Büro übernehmen.

Maurer will erfahren haben, dass Meierhofer vier Fahnenmasten für ausreichend hält. Eine Zahl, die für ihn „gar nicht geht. Es müssen wieder alle 22 hin.“ Die Flaggen der Nationen, die am Neujahrsspringen teilnehmen, sollen auch in Zukunft über dem sanierten Olympia-Skistadion wehen.

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