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Bei der Berg- und Skiwacht auf der Zugspitze sehr beliebt, gerade bei der Kälte: der Skidoo mit seinen beheizbaren Griffen. 

Eisiger Dienst für Sicherheit auf den Pisten - Keiner jammert

Skiwacht auf der Zugspitze: Minus 26 Grad – und jeder will Skidoo fahren

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Langsam verabschiedet sich die Kälte. Noch aber herrschen eisige Temperaturen, gerade auf der Zugspitze. Bei bis zu minus 26 Grad sorgten dort dieser Tage die Mitglieder der Ski- und Bergwacht für Sicherheit auf den Pisten. 

Die Kälte macht Florian Krempl und dem Skiwacht-Team nichts aus. 

Garmisch-Partenkirchen/Grainau – Die Kälte, so viele reden über sie, leiden unter ihr. Selbst diejenigen, die im warmen Büro sitzen. Manche dagegen arbeiten bei den eisigen Temperaturen draußen – sie könnten jammern. Die Männer und Frauen der Skiwacht Garmisch-Partenkirchen etwa, die Verletzte auf den Pisten versorgen. Dort besonders die zwei Mitglieder, die ihren Dienst auf der Zugspitze verrichten. Bei bis zu minus 26 Grad dieser Tage. Von Jammern aber keine Spur bei Skiwacht-Koordinator Florian Krempl (27) und seinem Team.

Herr Krempl, mal ehrlich, Sie und Ihre Leute sind doch gerade auch froh, wenn Sie in Ihrem Hütterl sitzen bleiben können.

Das ist keine Option. Einer bleibt im Kammerl, weil sich dort viele Skifahrer vom Sonnalpin melden, denen es nicht gut geht. Ein anderer ist immer auf der Piste. Besonders begehrt in der Mannschaft ist aber das Skidoo-Fahren.

Warum?

Weil die Griffe am Lenker beheizt sind (lacht).

Aber der Fahrtwind bleibt saukalt.

Dagegen kann man ja was tun. Einfach ein paar Schichten anziehen. Helm und Brille schützen Augen und Ohren. Dann ein Halstuch für Mund und Nase – und alles ist gut.

Ihrem Team macht die Kälte also nichts aus?

Nein, die Stimmung ist sehr gut. Das liegt auch an der Sonne. Die Landschaft schaut einfach wunderschön aus, jeder will Ski fahren, alle machen Fotos. Freilich friert’s unsere Leute ein wenig. Schlimmer aber sind für uns richtig stürmische Tage, sie fühlen sich auch kälter an. Jetzt schau ich eher aufs Thermometer und mich wundert’s, dass es wirklich so eisig kalt ist.

Sie halten also die Kälte auch ohne Griffheizung am Skidoo ganz gut aus?

Freilich (lacht). Man muss auch sagen: Ist jemand total empfindlich und fängt bei den ersten Minusgraden zu bibbern an – der würde nicht zur Bergwacht gehen (die Ausbildung dort ist Voraussetzung für die Skiwacht, Anm. d. Red.). Und wenn, dann wär’s nicht das Richtige für ihn. Ich könnte es ja nicht akzeptieren, wenn jemand nur in der warmen Hütte sitzen will. Beim Einsatz muss jeder raus. Und wenn die Griffheizung belegt ist, muss man sich halt eine andere Möglichkeit zum Händewärmen suchen (lacht).

Fahren Sie zu jedem Einsatz mit dem Skidoo?

Das ist tatsächlich eine deutschlandweite Besonderheit hier auf der Zugspitze. Der Akia (Rettungsschlitten für einen Patienten, den zwei Skifahrer lenken, Anm. d. Red.) bringt uns nichts, weil wir die Verletzten immer bergauf zum Sonnalpin bringen müssen.

Hatten Sie in diesen Tagen viele Erfrierungen zu versorgen?

Direkt nicht. Aber bei jedem Bergwacht-Einsatz im Winter spielt das Thema Kälte eine wichtige Rolle. Sobald jemand verletzt ist und im Schnee auf uns warten muss, friert er und kühlt aus. Jetzt schauen wir halt verstärkt auf den Wärmeerhalt bei den Patienten.

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