Eine Snowboarderin springt durch die Luft
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Beeindruckende Sprünge zeigte Annika Morgan beim Snowboard-Weltcup am Kreischberg.

Auch im Big-Air Weltspitze

Snowboard-Weltcup: Annika Morgan aus Mittenwald überzeugt mit Rang sechs in Österreich

  • vonMarco Blanco-Ucles
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Annika Morgan hat ihr bestes Ergebnis aller Zeiten in einem Big-Air-Weltcup erreicht. Die 18-jährige Snowboarderin landete am Kreischberg (Österreich) auf dem sechsten Rang.

Annika Morgan steht im Zieleinlauf beim Big-Air-Weltcup der Snowboarderinnen am Kreischberg. Die 18-Jährige hat vorgelegt, gute Sprünge gezeigt. Nun wartet sie ab, was die Konkurrenz macht. Wartet ab, was ihre Leistung wert ist. Als sie die Wertung der letzten Athletin auf dem Monitor sieht, schreit die Mittenwalderin auf. Vor Freude. Vor Überraschung. Sie landet auf dem sechsten Rang, der zum Finale berechtigt. Und nicht nur das. Sollte die Weltmeisterschaft in Calgary (Kanada) im Februar stattfinden, ist Morgan dabei.

„Auf gar keinen Fall habe ich im Vorfeld mit so einem Ergebnis gerechnet“, betont die junge Snowboarderin. Die Bedingungen waren alles andere als ideal: „Es war extrem eisig und das Licht war durch den Sonnenuntergang auch nicht gerade angenehm.“ Auch mit ihrer eigenen Leistung haderte Morgan zunächst, hatte sie doch gehofft, ihre Sprünge hätten sauberer ausgesehen. Sei´s drum. Es reichte, um sich für den finalen Wettkampf zwei Tage danach zu qualifizieren. Ihren ersten im Big-Air-Weltcup. „Ich war den ganzen Tag über sehr nervös, habe nicht gut trainiert.“ Die Konsequenz: Im Feld der finalen sechs Starterinnen konnte Morgan keine der Konkurrentinnen mehr hinter sich lassen. Mit dem Weltcup-Wochenende kann sie dennoch mehr als nur gut leben: „Ich bin unglaublich dankbar, das Niveau im Finale war sehr gut.“ Ihr gutes Abschneiden blieb auch außerhalb der Snowboard-Szene nicht unbemerkt. Morgan erhielt zahlreiche Gratulationen über WhatsApp und Instagram. Ganz realisiert habe sie noch nicht, was ihr da am Kreischberg gelungen ist. „Das wird noch einige Tage dauern.“

Sloopestyle bleibt Lieblings-Disziplin von Morgan

Trotz des erfolgreichen Abschneidens im Big-Air-Wettbewerb verschiebt sich an der persönlichen Rangliste Morgans nichts. „Ich bin weiterhin lieber im Sloopestyle unterwegs, da ich dort kreativer agieren kann.“ Der nächste Weltcup in ihrer Lieblingsdisziplin, wo zu hohen Sprüngen noch Geländer zum Rutschen dazu kommen, steht bereits vor der Tür. Noch dazu auf der Anlage, auf der sie im vergangenen Winter beim Sloopestyle-Weltcup mit Rang vier das beste Ergebnis ihrer noch jungen Karriere erreichte: in Laax (Schweiz). Am Sonntag, 17. Januar, macht sich die Mittenwalderin auf, um auch in dieser Disziplin die WM-Norm zu erreichen. Rang acht würde dafür genügen. Die Ansprüche steigen mit den Erfolgen naturgemäß: „Ich möchte wieder das Finale erreichen, mache mir selber etwas mehr Druck.“ Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr spielen ihr in die Karten, betont Morgan: „Ich bin 2020 auf dem Kurs schon super zurechtgekommen und hoffe, dass es mir dieses Mal wieder gut gelingt.“

Das Highlight des Winters steht im Februar auf dem Programm. Die Weltmeisterschaften in Calgary. Stand heute können die Titelkämpfe stattfinden. Selbstverständlich mit einem komplexen Hygienekonzept. „Wir werden dort jeden Tag getestet, tragen alle Masken.“ Die Athletinnen und Trainer leben zusammen in einer Blase, die während des Aufenthalts nicht verlassen werden darf. Nichts Neues für die junge Sportlerin. Das sind die Regeln in Pandemie-Zeiten. Auch bei den X-Games in Aspen (USA) Ende Januar. Morgan reist als Ersatzfahrerin an. Macht sie so weiter im Weltcup, nicht mehr lange.

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